MANILA – Die Alliance of Concerned Teachers (ACT) kritisiert neue Mahnungen des philippinischen Bildungsministeriums zum Verhalten von Lehrkräften in sozialen Medien. – klajoo.com – Das Department of Education (DepEd) fordert Beschäftigte auf, auch bei der Nutzung persönlicher Konten Professionalität, Umsicht und ein angemessenes Urteilsvermögen zu wahren.
Der Konflikt dreht sich weniger um die Frage, ob Lehrer Facebook, TikTok oder andere Plattformen privat nutzen dürfen. Umstritten ist vielmehr, wie weit ein staatlicher Arbeitgeber berufliche Verhaltensregeln auf persönliche Social-Media-Konten ausdehnen darf.
Persönliches Konto bedeutet nicht automatisch rein private Angelegenheit
In einem Memorandum vom 11. August erinnert das DepEd daran, dass ein persönliches Nutzerkonto Beschäftigte nicht grundsätzlich von beruflichen und ethischen Pflichten befreit. Besonders gilt das nach Darstellung des Ministeriums dann, wenn Beiträge Schüler zeigen, Unterrichtssituationen oder Schulgelände betreffen, aus dienstlichen Tätigkeiten entstehen oder den Nutzer erkennbar als DepEd-Beschäftigten darstellen.
Das Ministerium verweist dabei ausdrücklich auf den Schutz der Privatsphäre von Schülern. Lehrkräfte hätten gegenüber Kindern und Jugendlichen eine besondere Vertrauens- und Autoritätsposition und müssten bei Fotos, Videos und anderen Inhalten aus dem Unterricht professionelle Grenzen einhalten.
Auch Diskussionen über aktuelle Ereignisse oder öffentliche Fragen sind nach der DepEd-Darstellung nicht grundsätzlich verboten. Sie können legitime pädagogische Zwecke erfüllen. Problematisch werde es, wenn Unterricht und Beteiligung von Schülern für persönliche Social-Media-Inhalte genutzt würden und dabei berufliche Pflichten oder der Schutz der Schüler beeinträchtigt werden.
Die Regeln sind nicht vollständig neu
Das aktuelle Memorandum schafft nicht aus dem Nichts ein neues Social-Media-Verbot. Es verweist auf bereits bestehende Vorgaben, darunter DepEd Order No. 049 aus dem Jahr 2022 und die 2026 erlassenen Richtlinien für ein sicheres Lernumfeld.
Danach sollen Beschäftigte unter anderem keine Gerüchte oder Falschinformationen verbreiten, bei Konflikten mit Kollegen nicht auf öffentliche Online-Angriffe ausweichen und gesetzliche sowie dienstliche Vorgaben beim Umgang mit personenbezogenen Daten beachten.
Die ebenfalls 2026 veröffentlichten Media Management Guidelines befassen sich überwiegend mit offizieller Kommunikation. Sie sehen aber vor, dass persönliche Konten relevant werden können, wenn sie wie offizielle DepEd-Kommunikation erscheinen oder Funktionen und Ansehen der Behörde unmittelbar betreffen.
ACT hält weitere Warnungen für den falschen Schwerpunkt
Der Lehrerverband ACT kritisiert, das Ministerium reagiere auf Probleme erneut vor allem mit Mahnungen und Einschränkungen. Lehrer müssten als professionelle Fachkräfte behandelt werden, die grundsätzlich selbst verantwortliche Entscheidungen treffen könnten.
Die Gewerkschaft verbindet die aktuelle Social-Media-Debatte zudem mit der ebenfalls laufenden Diskussion über elektronische Geräte an Schulen. Aus ihrer Sicht lösen immer neue Verbote und Erinnerungen die tiefer liegenden Probleme des Schulalltags nicht.
Damit treffen zwei unterschiedliche Perspektiven aufeinander. Das DepEd verweist auf konkrete Schutzpflichten gegenüber Minderjährigen und auf die besondere Rolle staatlicher Lehrkräfte. ACT befürchtet dagegen eine immer stärkere Kontrolle des beruflichen und privaten Verhaltens von Lehrern.
Die entscheidende Grenze liegt beim Bezug zur Schule
Aus den veröffentlichten Vorgaben lässt sich kein generelles Verbot privater Meinungsäußerungen ableiten. Der Eingriffsbereich des DepEd wird vor allem dort deutlich, wo die private Veröffentlichung mit der beruflichen Rolle verbunden ist.
Wer auf einem persönlichen Konto beispielsweise Urlaubsbilder veröffentlicht, befindet sich in einer anderen Situation als eine Lehrkraft, die ohne ausreichenden Schutz Schüler im Klassenzimmer filmt, Unterrichtsmaterial mit personenbezogenen Informationen zeigt oder ihr persönliches Profil faktisch für dienstliche Kommunikation verwendet.
Gerade soziale Medien verwischen diese Grenze zunehmend. Lehrer können dort gleichzeitig Privatpersonen, öffentliche Beschäftigte, Influencer und pädagogische Bezugspersonen sein. Die aktuelle Auseinandersetzung dürfte deshalb nicht die letzte darüber sein, wie weit professionelle Pflichten außerhalb des Schulgeländes reichen. – RM
Quellen:
- Philippine Daily Inquirer: ACT to DepEd: Treat teachers ‘as professionals’
- Philippine Information Agency: DepEd promotes responsible social media use among its personnel
- Department of Education – Schools Division Office of Olongapo City: MEMORANDUM – Reminder on the Responsible Use of Social Media by All DepEd Personnel







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