MANILA – Die Zahlungsbilanz der Philippinen ist im Juli 2026 wieder deutlich ins Minus gerutscht. – klajoo.com – Nach einem Überschuss von rund 3,4 Milliarden US-Dollar im Juni verzeichnete die Bangko Sentral ng Pilipinas (BSP) im Juli ein Defizit von etwa 1,5 Milliarden Dollar.
Für die ersten sieben Monate des Jahres ergibt sich damit ein kumuliertes Defizit von rund 5,3 Milliarden Dollar. Das ist weiterhin hoch, liegt aber etwas unter den rund 5,8 Milliarden Dollar im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Handelsdefizit bleibt strukturelle Belastung
Nach den BSP-Angaben spiegelt das Defizit unter anderem das anhaltend hohe Warenhandelsdefizit und Nettoabflüsse bei Portfolioinvestitionen wider. Gegenläufig wirken unter anderem Überweisungen von Filipinos aus dem Ausland, Einnahmen aus Dienstleistungen, ausländische Direktinvestitionen und staatliche Kreditaufnahmen im Ausland.
Damit ist die monatliche Zahlungsbilanz nicht mit einer einzigen Ursache zu erklären. Sie fasst sehr unterschiedliche Geldströme zwischen den Philippinen und dem Ausland zusammen und kann von Monat zu Monat stark schwanken.
Währungsreserven sinken auf 103,3 Milliarden Dollar
Die Brutto-Währungsreserven gingen Ende Juli auf rund 103,3 Milliarden Dollar zurück, nach etwa 104,7 Milliarden Dollar im Juni. Nach Angaben der BSP spielten dabei unter anderem eigene Devisengeschäfte der Zentralbank, staatliche Entnahmen aus Fremdwährungseinlagen zur Bedienung externer Schulden sowie Bewertungsänderungen eine Rolle.
Trotz des Rückgangs entsprechen die Reserven weiterhin ungefähr 6,7 Monaten an Importen von Waren und Dienstleistungen sowie Primäreinkommen. Außerdem decken sie ein Mehrfaches der kurzfristigen Auslandsschulden. Von einer akuten Reservenkrise kann daher auf Grundlage dieser Zahlen nicht gesprochen werden.
Warum die Zahlen für den Peso trotzdem relevant sind
Eine über längere Zeit negative Zahlungsbilanz bedeutet, dass unter dem Strich mehr Devisen aus dem Land abfließen als zufließen. Zusammen mit einem hohen Handelsdefizit und Kapitalbewegungen kann das den Peso belasten. Die Wechselkursentwicklung hängt allerdings gleichzeitig von Zinserwartungen, globaler Dollarstärke, Kapitalmärkten und der Geldpolitik ab.
Der Juli-Wert sollte deshalb weder dramatisiert noch isoliert betrachtet werden. Wichtiger ist, ob sich das kumulierte Defizit in den kommenden Monaten weiter abbaut oder wieder ausweitet und ob die Währungsreserven trotz möglicher Marktinterventionen stabil bleiben.
Quellen:
- Daily Guardian: Philippine reserves ease as July BOP deficit hits USD 1.5B
- Inquirer: PH BOP swung back to deficit in July
- Bangko Sentral ng Pilipinas: Advance Release Schedule of Statistics







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