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Manila

DOH will Fachkräftemangel bei psychischer Gesundheit mit zertifizierten Gesundheitskräften abfedern

MANILA – Das Department of Health (DOH) prüft, medizinische Fachkräfte außerhalb der vergleichsweise kleinen Gruppe von Psychiatern und Psychologen für erste Interventionen bei psychischen Problemen auszubilden und zu zertifizieren. – klajoo.com . Der Ansatz kann den Zugang zu Hilfe deutlich verbreitern, ersetzt aber keine spezialisierte Behandlung. Entscheidend wird deshalb sein, welche Aufgaben übertragen werden und wo klare Grenzen gelten.

Zu wenige Spezialisten für ein großes Land

Gesundheitsminister Edwin Mercado verwies auf den anhaltenden Mangel an Fachpersonal. Nach den derzeit genannten Größenordnungen gibt es auf den Philippinen etwa 700 Psychiater, rund 2.500 Psychologen und ungefähr 3.000 Guidance Counselors. Selbst wenn diese Zahlen je nach Register und Definition schwanken, zeigen sie das strukturelle Problem: Für eine Bevölkerung von weit über 100 Millionen Menschen ist spezialisierte Hilfe besonders außerhalb großer Städte schwer erreichbar.

Mercado erklärte deshalb, dass Personen für erste Hilfen nicht zwingend Psychiater oder Psychologen sein müssten. Andere Angehörige des Gesundheitswesens könnten für die Anfangsphase psychischer Interventionen qualifiziert werden. Spezialisten sollen bei der Entwicklung von Standards und Zertifizierungsanforderungen mitwirken.

Das Prinzip heißt Aufgabenverlagerung

International wird ein solcher Ansatz häufig als „Task Shifting“ oder „Task Sharing“ bezeichnet: Bestimmte klar definierte Aufgaben werden auf Personal mit anderer Ausbildung übertragen, damit Spezialisten sich auf komplexere Fälle konzentrieren können. Auf den Philippinen gibt es bereits Ansätze in diese Richtung.

PhilHealth verlangt etwa für bestimmte ambulante Leistungen im Bereich psychischer Gesundheit Fortbildungen nach dem Mental Health Gap Action Programme (mhGAP). Auch Pflegekräfte können innerhalb klarer Vorgaben in entsprechenden Versorgungsteams eingesetzt werden. Das DOH-Konzept würde diesen Ansatz breiter und systematischer machen.

Erste Hilfe ist nicht dasselbe wie psychiatrische Behandlung

Gerade deshalb muss sprachlich sauber unterschieden werden. Zertifizierte Gesundheitskräfte könnten beispielsweise erste Gespräche führen, Warnzeichen erkennen, einfache standardisierte Screenings unterstützen, akute Risiken weiterleiten und Patienten an geeignete Stellen vermitteln. Daraus folgt nicht automatisch, dass sie psychiatrische Diagnosen stellen oder Medikamente eigenständig verordnen dürfen.

Bei Suizidgefahr, Psychosen, schweren Depressionen oder komplexen Erkrankungen bleibt eine fachärztliche beziehungsweise spezialisierte Versorgung notwendig. Ein funktionierendes System braucht deshalb nicht nur zusätzliche geschulte Ersthelfer, sondern auch klare Überweisungswege und erreichbare Fachstellen.

Ähnlicher Ansatz liegt bereits im Kongress

Im Repräsentantenhaus liegt mit House Bill 7549 bereits ein Gesetzentwurf vor, der Community Mental Health Workers stärker professionalisieren und ein nationales System für Ausbildung, Zertifizierung und Registrierung schaffen soll. Der Entwurf ist noch kein geltendes Recht. Er zeigt aber, dass die Idee einer gestuften Versorgung inzwischen auch gesetzgeberisch diskutiert wird.

Noch offen ist, ob das vom DOH angekündigte Zertifizierungsmodell direkt mit diesem Gesetzesvorhaben abgestimmt wird oder als eigenständiges Verwaltungsprogramm entsteht. Diese Verbindung sollte bei der weiteren Entwicklung beobachtet werden.

Die entscheidende Frage ist die Versorgung außerhalb der Zentren

Der größte Nutzen wäre dort zu erwarten, wo heute kaum Psychiater oder Psychologen erreichbar sind. In ländlichen Provinzen könnte geschultes Personal in Rural Health Units oder kommunalen Gesundheitszentren erste Hilfe anbieten und erkennen, wer dringend an eine spezialisierte Stelle überwiesen werden muss.

Damit das funktioniert, reichen Zertifikate allein jedoch nicht. Es braucht Supervision, regelmäßige Fortbildung, standardisierte Verfahren, Datenschutz und eine funktionierende Verbindung zu Fachkliniken und Telemedizin. Sonst besteht die Gefahr, dass zusätzliche Anlaufstellen geschaffen werden, ohne dass schwerere Fälle anschließend tatsächlich behandelt werden können.

Der Ansatz des DOH ist deshalb weniger ein Ersatz für fehlende Psychiater als ein Versuch, die knappe Spezialversorgung besser zu nutzen. Ob daraus eine spürbare Verbesserung entsteht, wird davon abhängen, wie eng Aufgaben, Grenzen und Überweisungswege festgelegt werden. – RM

Quellen:

  • SunStar Manila: DOH to address mental health crisis in the country
  • House of Representatives: House Bill No. 7549 / Community Mental Health Workers
  • PhilHealth: Accreditation requirements for General Mental Health Services

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