MANILA – Das Department of Agriculture (DA) will 2027 rund 300 Millionen Peso für Labore und Inkubationszentren bereitstellen, die biologische Bekämpfungsmittel gegen das Red-Striped Soft Scale Insect (RSSI) produzieren. – klajoo.com – Landwirtschaftsminister Francisco Tiu Laurel Jr. kündigte eine möglichst dezentrale Struktur in Zuckerrohrgebieten an.
Die Maßnahme ist mehr als eine weitere kurzfristige Bekämpfungsaktion. Sie soll eine dauerhafte Produktionskapazität für sogenannte Bioagenten schaffen – Organismen beziehungsweise biologische Präparate, die den Schädling bekämpfen. Zugleich sollen bereits vorhandene DA-Labore ihre Produktion von Pilzkulturen ausweiten. Für akute Fälle hält die Regierung weiterhin chemische Mittel als zusätzliche Option bereit.
Aktuelle Produktionskapazität ist im Verhältnis zur Befallsfläche sehr klein
Schon Ende Juli hatte das Landwirtschaftsministerium auf die Größenordnung des Problems hingewiesen. Damals waren nach DA-Angaben landesweit 93.898 Hektar Zuckerrohrfläche vom RSSI-Befall betroffen, davon 92.295 Hektar in den Visayas. Mehr als 12.700 Landwirte waren erfasst. Gleichzeitig erklärte die Sugar Regulatory Administration (SRA), die damalige eigene Produktion biologischer Bekämpfungsmittel reiche nur für eine Behandlung von ungefähr vier Hektar pro Tag.
Die Zahlen lassen sich nicht einfach in eine benötigte Zahl von Behandlungstagen umrechnen, weil Befallsstärke, Wiederholungsbehandlungen und die Produktion anderer Stellen eine Rolle spielen. Sie zeigen aber deutlich, warum eine dezentrale Herstellung überhaupt diskutiert wird: Zwischen der betroffenen Fläche und der verfügbaren zentralen Biokontroll-Kapazität besteht eine erhebliche Größenlücke.
2027 ist für die akute Krise spät
Genau hier liegt die zweite Ebene der neuen Ankündigung. Der RSSI-Befall verursacht bereits 2026 erhebliche wirtschaftliche und soziale Folgen, während ein Teil der dauerhaften Infrastruktur erst aus dem Haushalt 2027 finanziert werden soll. Für die laufende Saison bleibt die Regierung deshalb auf bestehende Labore, Verteilung vorhandener Kulturen, chemische Bekämpfung, Feldkontrollen und andere Sofortmaßnahmen angewiesen.
Die geplanten Labore können somit vor allem verhindern, dass die nächste größere Schädlingswelle wieder auf eine ähnlich begrenzte Produktionsbasis trifft. Sie sind eher eine Investition in Reaktionsfähigkeit als eine sofortige Lösung der aktuellen Krise.
Dezentralisierung bringt neue Qualitätsfragen
Eine Produktion in oder nahe den Zuckerrohrgemeinden kann Transportwege verkürzen und die Verfügbarkeit erhöhen. Sie benötigt aber standardisierte Verfahren. Bei biologischen Bekämpfungsmitteln reicht es nicht, möglichst viel Material zu produzieren. Entscheidend sind geeignete Stämme, Reinheit und Wirksamkeit der Kulturen, fachgerechte Lagerung, Anwendung zum richtigen Zeitpunkt und Kontrolle möglicher Nebenwirkungen.
Für die weitere Beobachtung sind deshalb konkrete Umsetzungsdaten wichtiger als die runde Summe von 300 Millionen Peso: Wie viele Labore sollen entstehen, welche Gemeinden werden ausgewählt, wer betreibt sie, welche Produktionsmenge ist vorgesehen und wann steht der erste Bioagent tatsächlich auf den Feldern zur Verfügung? Ebenso wichtig ist, ob Universitäten, Zuckerfabriken und Genossenschaften in das Netzwerk eingebunden werden.
Von Krisenreaktion zu dauerhafter Pflanzenschutzstruktur
Das DA hat inzwischen eine nationale Task Force gemeinsam mit der SRA und weiteren Beteiligten angekündigt. Wenn die geplanten Labore tatsächlich aufgebaut und dauerhaft betrieben werden, würde die Reaktion auf RSSI damit von einer kurzfristigen Schädlingsbekämpfung zu einer regional verteilten Pflanzenschutz-Infrastruktur weiterentwickelt. Ob die 300 Millionen Peso dafür ausreichen und ob die Kapazitäten rechtzeitig entstehen, lässt sich derzeit noch nicht beurteilen. – RM
Quellen:
- Digicast Negros – DA secretary allocates ?300M for bioagent labs to fight sugarcane pest, explains imports stand
- Department of Agriculture – DA, SRA step up tech offensive against sugarcane pest
- Context.ph – Sugar imports only a market tool, not policy — DA chief







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