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Panay

Studiengebühren in Western Visayas: CHED bremst Erhöhungen – Vergleichswert wirft Fragen auf

PANAY – Fünf private Hochschulen in Western Visayas wollen ihre Studiengebühren und sonstigen Hochschulgebühren für das akademische Jahr 2026/27 stärker erhöhen als von der staatlichen Hochschulkommission Commission on Higher Education (CHED) als Vergleichswert angesetzte 2,4 Prozent. – klajoo.com – Auffällig ist allerdings: Mit der aktuellen Inflation in Western Visayas hat dieser Wert wenig zu tun. Die liegt inzwischen wesentlich höher.

Ursprünglich hatten nach Angaben von CHED-6 insgesamt 18 private Hochschulen in der Region Gebührenerhöhungen beantragt. Nach einer Intervention der Behörde zogen zehn Einrichtungen ihre Pläne zurück. Acht halten an ihren Anträgen fest. Bei fünf davon liegen die gewünschten Erhöhungen über dem von CHED genannten Vergleichswert von 2,4 Prozent, drei wollen ihre Gebühren um höchstens diesen Wert anheben.

Welche Hochschulen betroffen sind und wie hoch die jeweiligen Erhöhungen ausfallen sollen, wurde bislang nicht veröffentlicht.

2,4 Prozent sind nicht die aktuelle Inflation

Die Angabe von 2,4 Prozent verdient eine genauere Betrachtung. Sie wird in der zugrunde liegenden Meldung als Inflationsrate bezeichnet, entspricht aber nicht der aktuellen Preisentwicklung in Western Visayas.

Nach den jüngsten Daten der Philippine Statistics Authority (PSA) lag die Inflation in Western Visayas im Juli 2026 bei 7,8 Prozent. Im Juni waren es bereits 6,8 Prozent gewesen. Im Durchschnitt der Monate Januar bis Juli erreichte die Inflation 5,2 Prozent.

Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2025 hatte die durchschnittliche Inflation in Western Visayas lediglich 1,5 Prozent betragen.

Auch die landesweite Inflation kann die 2,4 Prozent nicht erklären. Sie lag im Juli 2026 bei 6,2 Prozent.

Worauf CHED den in Zusammenhang mit den aktuellen Gebührenanträgen verwendeten Wert von 2,4 Prozent genau stützt, geht aus den öffentlich zugänglichen Angaben bislang nicht eindeutig hervor. Er sollte deshalb nicht mit der aktuellen regionalen Inflationsrate verwechselt werden.

Hochschulen stehen selbst unter Kostendruck

Dass die privaten Hochschulen höhere Kosten haben, ist dagegen nachvollziehbar.

Als Gründe für die beantragten Erhöhungen nennen die Einrichtungen unter anderem gestiegene Löhne, höhere Betriebskosten, Investitionen in Gebäude und Ausstattung, Verbesserungen bei Dienstleistungen für Studierende sowie die Weiterbildung des Lehrpersonals.

Ein Kostenfaktor ist die jüngste Erhöhung des Mindestlohns in Western Visayas. Seit dem 19. November 2025 gilt Wage Order No. RBVI-29.

In nichtlandwirtschaftlichen Betrieben mit mehr als zehn Beschäftigten stieg der tägliche Mindestlohn von 513 auf 550 Peso. Das entspricht einem Plus von rund 7,2 Prozent. In kleineren Betrieben erhöhte er sich von 485 auf 525 Peso, also um rund 8,2 Prozent. In der Landwirtschaft stieg der Mindestlohn von 480 auf 520 Peso.

Die Lohnsteigerungen liegen damit deutlich über dem von CHED aktuell verwendeten Vergleichswert von 2,4 Prozent.

Familien gleichzeitig von stark steigenden Preisen betroffen

Auf der anderen Seite treffen höhere Studiengebühren Familien zu einem Zeitpunkt, an dem auch ihre übrigen Lebenshaltungskosten deutlich steigen.

Die Inflation von 7,8 Prozent in Western Visayas wurde im Juli vor allem durch höhere Kosten für Wohnen, Wasser, Strom, Gas und andere Brennstoffe sowie durch Lebensmittel und alkoholfreie Getränke getrieben.

Gerade diese Ausgaben lassen sich von Haushalten kaum vermeiden. Eine zusätzliche Erhöhung der Studiengebühren kommt damit nicht isoliert, sondern trifft Familien gleichzeitig mit höheren Kosten für Lebensmittel, Energie, Transport und andere tägliche Ausgaben.

Damit entsteht ein klassischer Zielkonflikt: Private Hochschulen müssen steigende Personal- und Betriebskosten finanzieren, während Studierende und ihre Familien ebenfalls unter den gestiegenen Lebenshaltungskosten leiden.

Schon im vergangenen Jahr deutliche Erhöhungen

Der Konflikt ist nicht neu.

Für das akademische Jahr 2025/26 genehmigte CHED-6 Gebührenerhöhungen für 18 private Hochschulen in Western Visayas. Damals wurde eine Erhöhung von 6,6 Prozent genannt.

Bei durchschnittlich 30 Unterrichtseinheiten entsprach das nach damaligen CHED-Angaben ungefähr 1.650 Peso zusätzlicher Studiengebühr.

CHED begründete die Erhöhungen unter anderem damit, dass private Hochschulen konkurrenzfähige Gehälter zahlen müssten, um qualifizierte Lehrkräfte – darunter Professoren mit Promotion und Fachkräfte in spezialisierten Bereichen – halten zu können.

Gleichzeitig berichteten Studierende und Angehörige bereits damals, dass die zusätzlichen Kosten ihre Haushaltsbudgets belasteten.

Bei einzelnen Hochschulen gab es 2025 auch Proteste gegen deutlich stärkere Erhöhungen. Studierendenorganisationen in Iloilo forderten damals einen Stopp weiterer Gebührenerhöhungen.

Ein erheblicher Teil zusätzlicher Einnahmen geht an Beschäftigte

Gebührenerhöhungen privater Hochschulen können zudem nicht völlig frei verwendet werden.

Nach den geltenden CHED-Regeln ist ein erheblicher Teil der zusätzlichen Einnahmen für Beschäftigte vorgesehen. Hochschulen müssen außerdem offenlegen, wie die zusätzlichen Mittel verwendet werden sollen, und vor einer Genehmigung Konsultationen mit betroffenen Gruppen durchführen.

Damit unterscheidet sich eine Gebührenerhöhung grundsätzlich von einer normalen Preiserhöhung eines privaten Unternehmens.

Die Hochschulen müssen gegenüber CHED begründen, weshalb zusätzliche Einnahmen notwendig sind. Studierende, Eltern, Beschäftigte und andere Beteiligte sollen Gelegenheit erhalten, zu den geplanten Änderungen Stellung zu nehmen.

Inflation ist nur ein Vergleichswert

Problematisch wäre allerdings, die Entscheidung allein danach zu treffen, ob eine beantragte Gebührenerhöhung oberhalb oder unterhalb einer bestimmten Inflationsrate liegt.

Schon private Hochschulverbände haben in der Vergangenheit darauf hingewiesen, dass sich die Kosten einer Hochschule anders entwickeln können als der allgemeine Verbraucherpreisindex. Löhne für qualifiziertes Personal, Energie, Gebäudeunterhalt, Laborausstattung oder technische Infrastruktur können wesentlich stärker steigen als die durchschnittlichen Verbraucherpreise.

Umgekehrt bedeutet eine gestiegene Inflation nicht automatisch, dass eine Hochschule ihre Gebühren im gleichen Umfang erhöhen muss.

Entscheidend ist deshalb, welche tatsächlichen Mehrkosten eine einzelne Hochschule nachweisen kann und wofür die zusätzlichen Einnahmen eingesetzt werden sollen.

Vergleichswert von 2,4 Prozent sollte erklärt werden

Gerade deshalb ist die Herkunft der von CHED-6 verwendeten 2,4 Prozent relevant.

Die Zahl entspricht weder der aktuellen Inflation in Western Visayas von 7,8 Prozent noch dem bisherigen Jahresdurchschnitt 2026 von 5,2 Prozent oder dem Jahresdurchschnitt 2025 von 1,5 Prozent.

Sollte es sich um einen gesonderten administrativen Referenzwert handeln, wäre eine Erklärung notwendig, auf welchen Zeitraum und welche Berechnung er sich bezieht.

Für die Bewertung der Anträge macht das einen erheblichen Unterschied. Eine Erhöhung von beispielsweise fünf Prozent wäre gegenüber einem Vergleichswert von 2,4 Prozent mehr als doppelt so hoch. Gegenüber der aktuellen regionalen Inflation von 7,8 Prozent läge sie dagegen deutlich darunter.

Die eigentliche Frage lautet deshalb nicht nur, wie stark die Hochschulen ihre Gebühren erhöhen wollen, sondern auch, an welchem Maßstab CHED diese Erhöhungen bewertet.

Solange die genaue Herkunft des 2,4-Prozent-Wertes nicht nachvollziehbar ist und die einzelnen Hochschulen ihre geplanten Erhöhungen nicht veröffentlicht haben, lässt sich nicht beurteilen, ob die fünf Anträge tatsächlich unangemessen hoch sind.

Fest steht dagegen: Beide Seiten stehen unter erheblichem Kostendruck. Die Hochschulen müssen höhere Löhne und Betriebskosten finanzieren, während Studierende und ihre Familien gleichzeitig mit einer Inflation von zuletzt 7,8 Prozent zurechtkommen müssen. – RM

Quellen:

  • Panay News: „5 WV schools seek tuition hike higher than 2.4% inflation rate“
  • Philippine Statistics Authority: „Summary Inflation Report Consumer Price Index (2018 = 100): Western Visayas, July 2026“
  • Philippine Statistics Authority: „Summary Inflation Report Consumer Price Index (2018=100): 2025“
  • National Wages and Productivity Commission: Wage Order No. RBVI-29
  • GMA Regional TV News: „6.6% tuition hike ok’d in 18 schools in Western Visayas“
  • Daily Guardian: „Iloilo students protest tuition hikes, call for moratorium“

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