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Panay

Capiz ruft wegen massivem Schädlingsbefall auf Zuckerrohrflächen Katastrophenzustand aus

PANAY – Die Provinz Capiz hat wegen des starken Befalls ihrer Zuckerrohrfelder durch den Red-Striped Soft Scale Insect (RSSI) den Katastrophenzustand ausgerufen. – klajoo.com – Nach Angaben des Provincial Agriculturist Office waren mit Stand vom 10. August 3.331,61 Hektar betroffen. Das entspricht 76,68 Prozent der Zuckerrohrflächen der Provinz.

Von der betroffenen Fläche gelten 118,19 Hektar als vollständig geschädigt und 3.213,14 Hektar als teilweise geschädigt. Insgesamt sind 1.819 Zuckerrohrpflanzer in elf Gemeinden erfasst. Besonders groß ist der Befall in Pontevedra mit 890,61 Hektar, gefolgt von Pilar mit 729,24 Hektar und Sigma mit 565,72 Hektar.

Die Entscheidung in Capiz ist damit keine vorsorgliche Maßnahme wegen einzelner Funde, sondern die Reaktion auf eine bereits großflächige Agrarkrise. Zugleich ist Capiz nur ein Teil eines deutlich größeren Schädlingsproblems, das vor allem die Visayas und damit das Zentrum der philippinischen Zuckerproduktion trifft.

RSSI saugt Pflanzensaft und fördert schwarzen Rußtau

Der Red-Striped Soft Scale Insect ist ein invasiver, saftsaugender Schädling. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums schwächt er Zuckerrohr direkt durch das Saugen von Pflanzensaft. Zusätzlich begünstigt der Befall die Bildung von schwarzem Rußtau auf den Blättern. Der Belag nimmt den Pflanzen Licht, beeinträchtigt die Photosynthese und kann sowohl den Ertrag der Zuckerrohrstangen als auch ihren Zuckergehalt verringern.

Damit trifft der Schädling die Branche doppelt: Ein Feld kann weniger verwertbare Pflanzenmasse liefern, während zugleich der wirtschaftlich entscheidende Zuckeranteil sinkt. Bei starkem Befall geht es deshalb nicht nur um die Zahl geschädigter Hektar, sondern auch um die spätere Ausbeute der Zuckerfabriken.

Die Krise reicht weit über Capiz hinaus

Bereits Ende Juli meldeten das Department of Agriculture (DA) und die Sugar Regulatory Administration (SRA) landesweit 93.898 Hektar von insgesamt 421.606 Hektar Zuckerrohrfläche als vom RSSI betroffen. Das entsprach zu diesem Zeitpunkt mehr als einem Fünftel der gesamten Anbaufläche. 92.295 Hektar der damals erfassten Flächen lagen in den Visayas, insbesondere auf Negros und in Western Visayas.

Diese landesweiten Zahlen stammen vom 28. Juli und sind deshalb nicht mit dem neueren Stand aus Capiz gleichzusetzen. Sie zeigen aber die Größenordnung des Problems: Der Ausbruch in Capiz ist Teil einer regionalen Schädlingswelle und kein isoliertes lokales Ereignis.

Chemische Bekämpfung soll kurzfristig Zeit gewinnen

Das Landwirtschaftsministerium hatte Ende Juli 35 Millionen Peso für Pflanzenschutzmittel und Drohneneinsätze vorgesehen. Zunächst sollten damit 25.000 Hektar behandelt werden; bei einer weiteren Ausbreitung sollte die Kapazität auf 40.000 bis 45.000 Hektar oder mehr ausgeweitet werden. Zusätzlich wurden Sprühfahrzeuge und Rückenspritzen eingeplant.

Die Behörden setzen kurzfristig vor allem auf chemische Bekämpfung, weil biologische Verfahren noch nicht in ausreichendem Umfang verfügbar sind. Die SRA hat zwar nützliche Pilze als biologische Gegenspieler entwickelt, doch die damalige Produktionskapazität reichte nach Angaben des DA lediglich für etwa vier Hektar Behandlung pro Tag. Langfristig soll die Herstellung biologischer Bekämpfungsmittel deshalb dezentral ausgebaut werden.

Für betroffene Landwirte kündigten DA und Department of Social Welfare and Development außerdem 10.000 Peso Soforthilfe pro geprüftem Betroffenen an. Ende Juli waren bereits mehr als 12.300 Landwirte validiert; die Regierung suchte zusätzliche Mittel, um gegebenenfalls bis zu 20.000 Begünstigte zu erreichen.
Capiz richtet eigene Task Force ein

Provinzgouverneur Fredenil Castro hat mit Executive Order No. 23 eine eigene RSSI Task Force eingesetzt, die Bekämpfungsmaßnahmen bündeln soll. Die Provinz ersuchte Landwirtschaftsminister Francisco Tiu Laurel Jr. zudem um finanzielle Hilfe für betroffene Betriebe. Parallel wird ein Register der Zuckerrohrpflanzer aufgebaut, damit Unterstützungsleistungen nicht doppelt vergeben werden.

Wie schnell sich der Befall eindämmen lässt, wird nun nicht nur für Capiz wichtig. Zuckerrohr ist räumlich stark konzentriert, und Western Visayas gehört zu den wichtigsten Erzeugerregionen des Landes. Hält der Schädlingsdruck an, können die Folgen deshalb über einzelne Farmen hinausreichen und die Rohstoffversorgung der Zuckerindustrie belasten. – RM

Quellen:

  • Philippine Information Agency: Capiz under State of Calamity due to RSSI infestation
  • Department of Agriculture: DA, SRA step up tech offensive against sugarcane pest
  • Sugar Regulatory Administration: Red-Striped Soft Scale Insect (RSSI) in Sugarcane: Pest Profile and Pest Management Recommendation

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