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Schweinepreise brechen auch in South Cotabato ein – aus einem lokalen Problem wird ein überregionaler Warntrend

MINDANAO – Nur wenige Tage nachdem Negros Occidental Mindest-Richtwerte zum Schutz seiner Schweinehalter festgelegt hat, melden auch Züchter in South Cotabato einen massiven Preisverfall. – klajoo.com – Dort ist der Ankaufspreis für lebende Schweine nach Angaben der Branche auf etwa 110 Peso je Kilogramm gefallen – mindestens 20 Prozent weniger als zuvor.

Damit wird aus zwei zunächst lokalen Meldungen ein überregionales Problem. Während Negros Occidental versucht, mit einem Richtwert von 165 Peso je Kilogramm gegenzusteuern, berichten Produzenten in South Cotabato inzwischen von Preisen, bei denen jedes verkaufte Tier einen deutlichen Verlust verursachen kann.

Bei 110 Peso verliert ein Züchter mehrere Tausend Peso pro Schwein

Nach Berechnungen von Schweinehaltern in South Cotabato bringt ein Tier mit 80 Kilogramm Lebendgewicht bei 110 Peso je Kilogramm nur rund 8.800 Peso ein. Die Produktionskosten werden dagegen mit etwa 13.000 Peso angegeben.

Damit würde der Verlust in diesem Beispiel bei rund 4.200 Peso pro Tier liegen. Solche Angaben beruhen auf Kalkulationen der betroffenen Erzeuger und können je nach Futterkosten, Tiergröße, Betrieb und Haltungsform variieren. Sie zeigen aber, weshalb die Branche die aktuelle Entwicklung als existenzbedrohend beschreibt.

Negros Occidental hält selbst 130 Peso bereits für zu wenig

Der Vergleich mit Negros Occidental macht die Größenordnung deutlich. Dort hatten Schweinehalter bereits davor gewarnt, dass rund 130 Peso je Kilogramm Lebendgewicht ihre Kosten nicht decken. Der Provincial Local Price Coordinating Council empfahl daraufhin für schlachtreife Schweine einen Mindestpreis von 165 Peso.

South Cotabato liegt mit den nun genannten 110 Peso noch einmal deutlich darunter.

Die beiden Provinzen liegen weit voneinander entfernt und gehören zu unterschiedlichen regionalen Märkten. Dass Produzenten in beiden Gebieten nahezu gleichzeitig über nicht kostendeckende Preise klagen, spricht deshalb dagegen, das Problem lediglich als kurzfristige lokale Marktstörung abzutun.

Noch Ende 2025 wollte die nationale Regierung 210 Peso sichern

Besonders auffällig ist der Abstand zu einem Ziel, das das Department of Agriculture und Branchenvertreter erst im November 2025 vereinbart hatten. Damals wurde ein Mindestpreis von 210 Peso je Kilogramm Lebendgewicht als angestrebte Untergrenze genannt, um Schweinehalter vor Verlusten zu schützen.

Schon damals lag der tatsächliche Marktpreis in vielen Regionen deutlich darunter. South Cotabato erreicht derzeit nur gut die Hälfte dieses damaligen Zielwertes.

Damit stellt sich auch die Frage, welche praktische Wirkung eine landesweit verkündete Preisuntergrenze besitzt, wenn sie weder flächendeckend durchgesetzt wird noch regionale Marktpreise dauerhaft stabilisiert.

Mehr Schweine bedeuten nicht automatisch bessere Bedingungen für Züchter

Ein sinkender Erzeugerpreis kann unterschiedliche Ursachen haben. Möglich sind ein lokales Überangebot, schwächere Nachfrage, stärkere Verhandlungsmacht von Händlern und Schlachthöfen oder eine Kombination mehrerer Faktoren. Auch Importe können den Gesamtmarkt beeinflussen.

Aus den bislang veröffentlichten Angaben zu South Cotabato lässt sich aber noch nicht belastbar ableiten, welcher Faktor dort den größten Anteil am Preisverfall hat.

Gerade deshalb wäre es zu einfach, niedrige Preise automatisch als Zeichen einer erfolgreichen Erholung der Schweineproduktion nach der Afrikanischen Schweinepest zu werten. Ein größeres Angebot kann Verbraucherpreise stabilisieren, gleichzeitig aber Produzenten wirtschaftlich unter Druck setzen, wenn die Verkaufspreise schneller fallen als ihre Kosten.

Der Abstand zwischen Stall und Ladentheke wird entscheidend

Für die weitere Bewertung ist deshalb nicht nur der Preis des lebenden Schweins wichtig. Entscheidend ist, wie sich gleichzeitig die Preise bei Schlachthöfen, Großhändlern und im Einzelhandel entwickeln.

Wenn der Erzeugerpreis stark fällt, Schweinefleisch für Verbraucher aber kaum günstiger wird, verlagert sich die Frage auf die Handelsstufen dazwischen. Dann müsste untersucht werden, welche Margen entlang der Lieferkette entstehen und wie viel vom Endverkaufspreis tatsächlich beim Züchter ankommt.

Genau dieser Vergleich fehlt bislang in vielen der öffentlichen Debatten. Politik und Behörden nennen häufig einzelne Farmgate- oder Ladenpreise, ohne die gesamte Kette transparent gegenüberzustellen.

Regionale Mindestpreise könnten sich ausbreiten

Negros Occidental und Negros Oriental reagieren bereits mit lokalen Preisrichtwerten. Wenn sich die Lage in South Cotabato weiter verschärft, dürfte auch dort der Druck auf Provinz- und Landwirtschaftsbehörden wachsen, ähnliche Maßnahmen zu prüfen.

Solche Mindestpreise lösen das strukturelle Problem allerdings nur, wenn Käufer tatsächlich bereit oder verpflichtet sind, sie zu bezahlen. Ein politisch gesetzter Richtwert schafft weder zusätzliche Nachfrage noch senkt er Futter- und Produktionskosten.

Die aktuelle Entwicklung macht deshalb eine landesweite Betrachtung notwendig: Wie stark unterscheiden sich die Erzeugerpreise zwischen den Regionen, wo liegen sie unter den Produktionskosten und warum kommt ein Preisverfall beim Produzenten nicht zwangsläufig in gleicher Größenordnung bei den Verbrauchern an?

Mit Negros und South Cotabato liegen inzwischen genügend Hinweise vor, dass dies nicht mehr nur ein Problem einzelner lokaler Schweinehalter ist. – RM

Quellen:

  • Philippine Daily Inquirer: South Cotabato hog raisers rue fall of farmgate price
  • Philippine News Agency: DA, stakeholders set P210/kg. minimum farmgate price for live hogs
  • klajoo: Negros Occidental setzt Mindestpreise für Schweine und Schweinefleisch – Schutz für Erzeuger mit ungewöhnlichen Nebenwirkungen

► Negros Occidental setzt Mindestpreise für Schweine und Schweinefleisch – Schutz für Erzeuger mit ungewöhnlichen Nebenwirkungen

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