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Negros Occidental setzt Mindestpreise für Schweine und Schweinefleisch – Schutz für Erzeuger mit ungewöhnlichen Nebenwirkungen

NEGROS – Negros Occidental versucht, Schweinehalter vor weiter fallenden Preisen zu schützen. – klajoo.com – Der Provincial Local Price Coordinating Council (PLPCC) hat Mindest-Richtwerte für lebende Schweine, Ferkel, Schlachtkörper und Schweinefleisch festgelegt. Hintergrund sind erneute Ausbrüche der Afrikanischen Schweinepest (ASF), Einschränkungen im Tierverkehr und Erzeugerpreise, die nach Angaben der Branche teilweise nicht mehr die Produktionskosten decken.

Die Maßnahme ist ungewöhnlich, weil staatliche Eingriffe bei Lebensmitteln meist darauf zielen, Preissteigerungen für Verbraucher zu begrenzen. In Negros Occidental geht es derzeit in die andere Richtung: Zu niedrige Einkaufspreise bedrohen nach Darstellung der Provinz die wirtschaftliche Existenz der Schweinehalter.

Allerdings handelt es sich zunächst um empfohlene Mindestpreise und Markt-Richtwerte. Ob sie tatsächlich durchgesetzt werden und den Erzeugern höhere Einnahmen bringen, ist offen.

165 Peso je Kilogramm für schlachtreife Schweine

Der Provinzrat empfiehlt für schlachtreife Schweine – sogenannte Finisher – einen Mindestpreis von 165 Peso je Kilogramm Lebendgewicht. Für jüngere Starter-Schweine werden 200 Peso je Kilogramm genannt, für aus der Zucht genommenen Sauen 100 Peso.

Ferkel sollen mindestens 2.700 Peso pro Tier kosten. Für einen Schweineschlachtkörper werden 200 Peso je Kilogramm angesetzt, im Einzelhandel 270 Peso je Kilogramm Schweinefleisch.

Die Resolution wurde am 13. August unter Vorsitz von Gouverneur Eugenio Jose Lacson beschlossen. Nach Angaben des Rates sollen die Richtwerte vorübergehend gelten und regelmäßig an Markt- und ASF-Entwicklung angepasst werden.

Wichtig: Die Provinz spricht selbst von empfohlenen Mindestpreisen

Die Bezeichnung „floor price“ kann den Eindruck eines verbindlichen gesetzlichen Mindestpreises erwecken. Die veröffentlichte Resolution ist vorsichtiger formuliert: Der PLPCC empfiehlt „minimum suggested buying and retail prices“ – also Mindest-Richtwerte für Einkauf und Verkauf.

Behörden, Landwirtschaftsstellen, Veterinäramt, Department of Trade and Industry und die Kommunen sollen die Märkte beobachten und größere Preis- oder Versorgungsänderungen melden.

Damit ist die Maßnahme zunächst vor allem ein politisch gesetzter Referenzpreis. Ob Händler verpflichtet werden können, tatsächlich nicht unter diesen Werten zu kaufen oder zu verkaufen, hängt von der jeweiligen lokalen Umsetzung ab.

In einzelnen Städten geht man bereits weiter. Talisay City in Negros Occidental hatte zuvor per Executive Order einen Mindestpreis von 170 Peso je Kilogramm Lebendgewicht, 240 Peso für Schlachtkörper und 270 Peso im Einzelhandel festgelegt.

ASF führt nicht automatisch zu höheren Preisen für Schweinehalter

Auf den ersten Blick wirkt die Entwicklung widersprüchlich. Die Afrikanische Schweinepest reduziert Tierbestände und müsste bei knapperem Angebot eigentlich zu höheren Preisen führen. Tatsächlich können lokale Ausbrüche aber gleichzeitig den Absatz der betroffenen Schweinehalter erschweren.

Wenn Provinzen, Städte oder Inseln den Transport lebender Schweine und von Schweinefleisch aus betroffenen Gebieten einschränken, verkleinert sich der erreichbare Markt. Tiere, die nicht in andere Regionen verkauft werden können, müssen innerhalb eines begrenzteren Gebiets Abnehmer finden.

So kann lokal ein Überangebot verkaufsfähiger Tiere entstehen, obwohl die Schweinebestände insgesamt unter der Seuche leiden. Händler gewinnen dann gegenüber einzelnen kleinen Erzeugern eine stärkere Verhandlungsposition.

Genau diese Kombination aus Tierseuche, Transportbeschränkungen und schwachen Erzeugerpreisen belastet derzeit Teile der Negros Island Region.

Mehr als 2.000 Schweine starben – aber nicht alle nachweislich an ASF

Anfang Juli meldeten die Behörden in Negros Occidental 2.130 verendete Schweine in 13 Städten und Gemeinden. Wichtig ist die Einschränkung: Die Tiere starben an unterschiedlichen Erkrankungen; wie viele Todesfälle tatsächlich durch ASF verursacht wurden, war zu diesem Zeitpunkt nicht abschließend festgestellt.

Bestätigte ASF-Fälle gab es unter anderem in San Enrique. Andere Gebiete reagierten mit Einfuhrbeschränkungen. Auch Cebu weitete im Juli seine Schutzmaßnahmen gegen Schweine und Schweineprodukte aus betroffenen Gebieten aus.

Für die Schweinehalter bedeutet das ein doppeltes Risiko: Sie können Tiere durch Krankheit verlieren und gleichzeitig Schwierigkeiten bekommen, gesunde Tiere überregional zu verkaufen.
130 Peso reichen nach Angaben der Erzeuger nicht

Vor der Entscheidung der Provinz hatten Schweinehalter berichtet, dass Preise von etwa 130 Peso je Kilogramm Lebendgewicht nicht ausreichten, um Futter und andere Produktionskosten zu decken.

Der Verband der Schweinehalter in Negros Occidental forderte deshalb eine Untergrenze zwischen 160 und 180 Peso. Mit 165 Peso liegt die Empfehlung der Provinz am unteren Ende dieser Spanne.

Das macht deutlich, dass der neue Richtwert nicht darauf ausgelegt ist, außergewöhnlich hohe Gewinne zu sichern. Er soll vor allem verhindern, dass Tiere zu Preisen verkauft werden müssen, die nach Darstellung der Produzenten nicht kostendeckend sind.

Noch 2025 wollte die nationale Regierung mindestens 210 Peso

Ein Vergleich mit der nationalen Preisdebatte zeigt allerdings, wie stark sich die Lage verändert hat. Im November 2025 vereinbarten das Department of Agriculture und Branchenverbände einen angestrebten Mindestpreis von 210 Peso je Kilogramm Lebendgewicht.

Damals lagen die tatsächlichen Erzeugerpreise vielerorts bei etwa 150 bis 180 Peso und wurden von den Verbänden als zu niedrig kritisiert.

Negros Occidental hält nun bereits 165 Peso für einen schützenden Mindest-Richtwert. Das sind 45 Peso beziehungsweise gut ein Fünftel weniger als das nationale Ziel von Ende 2025.

Der Vergleich zeigt zugleich die Grenzen solcher Preisvorgaben. Ein politisch gewünschter Mindestpreis erzeugt noch keine Käufer. Wenn Handel und Schlachthöfe bei einem höheren Preis weniger Tiere abnehmen oder Ware aus anderen Regionen beziehungsweise aus Importen günstiger verfügbar ist, lässt sich ein Zielpreis nicht allein durch eine Empfehlung am Markt durchsetzen.

Negros Oriental wählt ein anderes Modell

Auf der anderen Seite der Insel versucht Negros Oriental ebenfalls, die Preisentwicklung zu steuern. Dort empfiehlt der Provincial Price Coordinating Council jedoch Preisbereiche statt einer reinen Untergrenze.

Für Schweinefleisch werden 240 bis 290 Peso je Kilogramm empfohlen, für Ferkel 2.500 bis 5.000 Peso pro Tier und für lebende Schweine 150 bis 180 Peso je Kilogramm.

Damit versucht Negros Oriental gleichzeitig zwei Risiken zu begrenzen: Schweinehalter sollen nicht zu extrem niedrigen Preisen verkaufen müssen, Verbraucher aber auch nicht mit stark überhöhten Preisen belastet werden.

Negros Occidental legt den Schwerpunkt stärker auf den Schutz der Produzenten vor Preisverfall.

Ein Mindestpreis im Einzelhandel ist besonders erklärungsbedürftig

Ungewöhnlich ist insbesondere der empfohlene Mindest-Verkaufspreis von 270 Peso für Schweinefleisch.

Bei Lebensmitteln greifen Behörden normalerweise dann ein, wenn Händler zu viel verlangen. Ein Mindestpreis im Einzelhandel verhindert dagegen theoretisch auch, dass Fleisch günstiger angeboten wird.

Die Logik dahinter ist die gesamte Wertschöpfungskette: Wenn der Erzeuger für das lebende Schwein mehr erhalten soll, müssen Schlachter, Transporteure und Verkäufer diese höheren Einkaufskosten weitergeben können. Ein Mindestpreis nur am Anfang der Kette könnte sonst dazu führen, dass Händler ihre Marge verlieren und weniger Tiere kaufen.

Für Verbraucher hat diese Konstruktion allerdings einen offensichtlichen Nachteil: Sollte Schweinefleisch aufgrund kurzfristig hohen Angebots eigentlich günstiger werden können, soll der Richtwert den Preis gerade nicht beliebig nach unten fallen lassen.

Damit ist die Maßnahme keine klassische Verbraucherschutzpolitik. Sie ist in erster Linie eine Stützungsmaßnahme für eine angeschlagene lokale Produktionskette.

Entscheidend ist, ob kleine Halter tatsächlich profitieren

Ob die neuen Richtwerte funktionieren, lässt sich deshalb nicht an der veröffentlichten Preisliste ablesen.

Zu beobachten ist erstens, ob Händler tatsächlich mindestens 165 Peso für schlachtreife Tiere zahlen. Zweitens muss geprüft werden, ob sich dadurch der Bestand kleiner Schweinehalter stabilisiert. Drittens ist entscheidend, was gleichzeitig mit den Endverbraucherpreisen geschieht.

Steigen die Ladenpreise deutlich, während die Erzeuger weiterhin weniger als den Richtwert erhalten, hätte die Maßnahme ihr Ziel verfehlt. Steigen dagegen die Farmgate-Preise auf ein kostendeckendes Niveau, ohne dass Schweinefleisch für Verbraucher unverhältnismäßig teuer wird, könnte das Modell für andere ASF-betroffene Provinzen interessant werden.

Die beiden Negros-Provinzen liefern dafür derzeit einen ungewöhnlichen Vergleich: Auf derselben Insel werden nahezu gleichzeitig unterschiedliche Preismodelle getestet – Mindest-Richtwerte in Negros Occidental und Preisbereiche in Negros Oriental.

Damit wird aus einer lokalen Schweinepreis-Meldung ein grundsätzliches agrarpolitisches Problem: Wie schützt man Bauern vor ruinösen Preisen, ohne Verbraucher übermäßig zu belasten und ohne einen Preis festzulegen, den der tatsächliche Markt anschließend ignoriert? – RM

Quellen:

  • Digicast Negros: Negros Occidental sets floor prices for hogs, pork to protect raisers amid ASF disruption
  • Philippine Daily Inquirer: Negros Occidental sets floor prices for hogs, pork
  • The Philippine Star: Negros Occidental eyes pork floor price
  • Philippine News Agency: DA-NIR to convene regional task force for coordinated ASF response
  • Philippine News Agency: DA, stakeholders set P210/kg. minimum farmgate price for live hogs
  • Philippine News Agency: Negros Oriental sets price ranges for pork, live hogs amid ASF
  • Negros Now Daily: Negros moves to stabilize pork prices amid ASF scare

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