NEGROS – Die Finanzierung moderner Jeepneys wird in Bacolod City zu einem konkreten Belastungstest für das philippinische Verkehrmodernisierungsprogramm. Acht Unternehmen und Kooperativen der Bacolod Modernized Jeepney and Transport Association (BMJTA) mit zusammen 329 modernisierten Jeepneys stehen nach Angaben des Verbandes wegen ausstehender Kreditraten unter Druck. – klajoo.com – Kreditgeber hatten Zahlungsforderungen beziehungsweise drohende Zwangsvollstreckungen angekündigt.
Die Land Transportation Franchising and Regulatory Board (LTFRB) hat sich inzwischen eingeschaltet. Behördenchef Vigor Mendoza erklärte nach einem Treffen mit den Betreibern, er habe staatliche und private Kreditgeber gebeten, Zwangsvollstreckungen vorerst auszusetzen. Gespräche laufen unter anderem mit der Development Bank of the Philippines, LandBank und privaten Finanzinstituten.
329 Fahrzeuge sind keine Randerscheinung
Die Bezugsgröße ist wichtig: Es geht nicht um ein oder zwei zahlungsunfähige Betreiber, sondern um 329 Fahrzeuge innerhalb von acht Körperschaften und Kooperativen. Werden größere Teile dieser Flotte eingezogen, könnte das nicht nur Eigentümer und Fahrer treffen, sondern auch das Verkehrsangebot auf bereits modernisierten Routen in Bacolod.
Die LTFRB nennt hohe Treibstoffkosten und über längere Zeit unveränderte Fahrpreise als wesentliche Belastungen. Gleichzeitig kann eine Fahrpreiserhöhung nicht beliebig zur Refinanzierung genutzt werden, weil sie Pendler belastet und über höhere Transportkosten auch inflationäre Wirkungen haben kann.
Staatliche Hilfe für Kreditraten
Als kurzfristige Hilfe wurde den Betreibern nach Angaben der BMJTA eine Unterstützung von 20.000 Peso je Fahrzeug und Monat für drei Monate in Aussicht gestellt. Das wären insgesamt 60.000 Peso pro Fahrzeug. Würden alle 329 Fahrzeuge den vollen Betrag erhalten, ergäbe sich rechnerisch eine maximale Unterstützung von rund 19,74 Millionen Peso. Ob tatsächlich alle Fahrzeuge anspruchsberechtigt sind und wann das Geld ausgezahlt wird, muss noch bestätigt werden.
Das Verkehrsministerium hat nach Angaben der LTFRB insgesamt 1,5 Milliarden Peso für Hilfen im Verkehrssektor bereitgestellt. Darunter fallen verschiedene Unterstützungsformen für moderne und traditionelle Jeepneys sowie eine Ausweitung von Treibstoffhilfen. Die Summe ist deshalb nicht mit einer ausschließlich für Bacolod bestimmten Rettungshilfe gleichzusetzen.
Modernisierung endet nicht mit dem Fahrzeugkauf
Der Fall zeigt ein strukturelles Problem des Public Transport Modernization Program. Die politische Debatte konzentrierte sich lange darauf, ob Betreiber den Kauf moderner Fahrzeuge überhaupt finanzieren können. Bacolod zeigt die nächste Stufe: Auch nach der Anschaffung müssen Kreditraten über Jahre aus Fahrgeldeinnahmen bezahlt werden. Steigen Treibstoff-, Wartungs- oder Finanzierungskosten schneller als Einnahmen, kann selbst eine bereits modernisierte Kooperative in Schwierigkeiten geraten.
Die LTFRB arbeitet deshalb zusätzlich an einer Überprüfung der Routen in Bacolod. Ziel ist, die Zahl der Fahrzeuge je Strecke so zu bemessen, dass genügend Verkehrsangebot vorhanden ist, ohne die Einnahmen auf zu viele Einheiten zu verteilen. Damit wird deutlich, dass die wirtschaftliche Tragfähigkeit nicht nur von Fahrzeugpreis und Kredit abhängt, sondern auch von Route, Fahrgastaufkommen, Fahrpreis und Konkurrenz.
Für die landesweite Modernisierung ist Bacolod damit ein wichtiger Testfall. Wenn Kreditrestrukturierung, zeitweise Unterstützung und bessere Routenplanung die Betreiber stabilisieren, könnten ähnliche Modelle auch andernorts relevant werden. Sollten dagegen trotz staatlicher Hilfen größere Flotten ausfallen, wäre das ein Warnsignal für die langfristige Finanzierungsarchitektur des Programms.
Quellen: Philippine News Agency, 12. August 2026; Digicast Negros, 13. August 2026; Angaben der LTFRB und der Bacolod Modernized Jeepney and Transport Association. RM







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