NEGROS – Polizei und kommunale Küstenwachen haben bei mehreren Einsätzen in Negros Occidental insgesamt 15 Fischer wegen mutmaßlicher Verstöße gegen Fischerei- und Gemeinderegeln aufgegriffen. – klajoo.com – Die Kontrollen fanden am 4. August 2026 in Sagay City, Hinigaran und Binalbagan statt.
Die größte Gruppe wurde im Sagay Marine Reserve angetroffen. Dort gingen Polizei und Bantay-Dagat-Teams in drei getrennten Einsätzen gegen neun Fischer vor. Unter ihnen befanden sich zwei Minderjährige.
Drei Einsätze im Sagay Marine Reserve
Den neun Fischern wird vorgeworfen, innerhalb des Schutzgebiets die lokal als „pamo“ bezeichnete Fangmethode eingesetzt zu haben. Die Behörden beschlagnahmten Boote und Fanggeräte mit einem geschätzten Gesamtwert von 330.540 Peso.
Die Beweismittel wurden an die Verwaltung des Sagay Marine Reserve beziehungsweise an dessen Protected Area Management Board übergeben. Dieses Gremium ist für Regeln und Schutzmaßnahmen innerhalb des Reservats mitverantwortlich.
Die Bezeichnung „pamo“ kann regional für ein treibendes Kiemennetz verwendet werden. Ein solches Netz ist nicht automatisch überall auf den Philippinen verboten. Entscheidend sind Einsatzort, Maschenweite, Zielarten sowie nationale und lokale Schutzbestimmungen. Im aktuellen Fall stuften die Behörden den Einsatz innerhalb des Sagay Marine Reserve als unzulässig ein. Die genaue verletzte Reservats- oder Stadtregel wurde in der ersten Meldung noch nicht benannt.
Minderjährige müssen besonders geschützt werden
Die Identität der beiden Minderjährigen darf nicht veröffentlicht werden. Ihr weiterer Umgang richtet sich nicht nach denselben Regeln wie bei erwachsenen Beschuldigten. Neben Fischerei- und Schutzgebietsrecht sind die Vorschriften des philippinischen Jugendstrafrechts und der Schutz vor öffentlicher Kennzeichnung zu beachten.
Die Beteiligung Minderjähriger wirft zudem die Frage auf, ob sie selbst über Fangort und Methode entschieden oder Erwachsene begleitet beziehungsweise für diese gearbeitet haben. Diese Rollen müssen die zuständigen Stellen getrennt prüfen.
Fehlende Genehmigung in Hinigaran
Vor der Küste von Barangay Gargato in Hinigaran griffen Einsatzkräfte einen 62-jährigen Fischer auf. Nach Angaben der Polizei betrieb er sein Boot ohne die erforderliche Genehmigung des Bürgermeisters.
Sichergestellt wurden ein Fischerboot im geschätzten Wert von 35.000 Peso, ein feinmaschiges Netz im Wert von 4.500 Peso und rund 20 Kilogramm verschiedener Fische im Wert von etwa 1.600 Peso. Der Mann entschied sich nach dem Bericht für die Zahlung der vorgesehenen Geldbuße von 2.500 Peso. Fang und Ausrüstung wurden der kommunalen Landwirtschaftsbehörde übergeben.
Aktives Fanggerät in Binalbagan
In den Küstengewässern von Barangay San Juan in Binalbagan wurden fünf weitere Personen aufgegriffen. Ihnen wird vorgeworfen, entgegen einer kommunalen Verordnung aktive Fanggeräte verwendet zu haben.
Die Behörden stellten fünf Schleppnetze und zehn sogenannte Trawling Boards sicher, die das Netz beim Schleppen offenhalten. Der Gesamtwert wurde mit rund 50.000 Peso angegeben. Nach Polizeiangaben droht jedem Betroffenen eine Geldbuße von 2.500 Peso.
Sagay schützt mehr als 28.000 Hektar Meeresgebiet
Das Sagay Marine Reserve wurde 1995 durch Proclamation No. 592 als marines Schutzgebiet ausgewiesen. Republic Act No. 9106 regelte 2001 seine dauerhafte Einrichtung und Verwaltung. Das Reservat umfasst nach der ursprünglichen Proklamation rund 28.300 Hektar vor der Küste von Sagay City.
Das Gebiet soll Korallenriffe, Seegrasflächen, Mangroven, Inseln und Fischbestände schützen. Innerhalb eines so großen Reservats können unterschiedliche Zonen gelten: In manchen Bereichen ist eine regulierte Nutzung möglich, während in streng geschützten Zonen Fang oder bestimmte Geräte untersagt sind.
Deshalb reicht die bloße Bezeichnung eines Fanggeräts nicht für die rechtliche Bewertung. Die Behörden müssen bei jedem Verfahren nachweisen, welche Zone betroffen war, welche konkrete Vorschrift galt und wie die eingesetzte Methode diese verletzte.
Nicht jeder Fall führt zu demselben Verfahren
Die drei Einsatzorte zeigen unterschiedliche Arten möglicher Verstöße. In Sagay geht es um Fischerei innerhalb eines national und lokal verwalteten Schutzgebiets. In Hinigaran steht eine fehlende kommunale Genehmigung im Mittelpunkt. In Binalbagan geht es um den Einsatz aktiver Fanggeräte entgegen einer örtlichen Verordnung.
Je nach Rechtsgrundlage können administrative Geldbußen, Einziehung von Fang und Ausrüstung oder strafrechtliche Verfahren folgen. Das Aufgreifen durch die Polizei ist noch keine rechtskräftige Feststellung, dass sämtliche Beschuldigten die ihnen vorgeworfenen Verstöße begangen haben.
Kontrollen schützen Bestände – müssen aber auch soziale Ursachen berücksichtigen
Illegale und nicht genehmigte Fischerei kann Schutzgebiete, Jungfische und die Lebensgrundlage regelkonform arbeitender Küstenfischer schädigen. Besonders aktive oder feinmaschige Fanggeräte können große Mengen und auch kleine Tiere erfassen, wenn sie in ungeeigneten Zonen eingesetzt werden.
Gleichzeitig stehen viele kleine Fischerfamilien unter hohem wirtschaftlichem Druck. Schutzgebietsverwaltung und Gemeinden müssen Verbote deshalb nicht nur kontrollieren, sondern verständlich kennzeichnen, zulässige Fangzonen ausweisen und realistische alternative Einkommens- oder Fangmöglichkeiten unterstützen.
Der aktuelle Fall ist daher sowohl eine Meldung über Rechtsdurchsetzung als auch ein Hinweis darauf, wie entscheidend klare lokale Regeln sind. Nur wenn Fischer wissen, welche Geräte an welchem Ort erlaubt sind, können Schutzmaßnahmen dauerhaft Akzeptanz finden.
Quellen: Negros Occidental Police Provincial Office und beteiligte Stadt- beziehungsweise Gemeindepolizeien nach regionaler Berichterstattung vom 6. August 2026; Bantay-Dagat-Einheiten von Sagay, Hinigaran und Binalbagan; Proclamation No. 592 von 1995; Republic Act No. 9106 von 2001 über das Sagay Marine Reserve; Philippine Fisheries Code in der geänderten Fassung. RM







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