NEGROS – In Bacolod City werden nach Angaben des Vorsitzenden des Umweltausschusses täglich zwischen 1.500 und 2.000 Kubikmeter Abfall eingesammelt. – klajoo.com – Der Vertrag mit dem privaten Entsorgungskonsortium geht dagegen von einer täglichen Basis von 800 Kubikmetern aus.
Am oberen Ende liegt das tatsächliche Volumen damit beim Zweieinhalbfachen der Vertragsbasis. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass die technische Tageskapazität der Deponie im gleichen Umfang überschritten wird. Die veröffentlichten Angaben verwenden unterschiedliche Einheiten, die ohne zusätzliche Daten nicht direkt miteinander verglichen werden können.
Zahlen stammen aus Ausschussanhörung vom 23. Juli
Die aktuellen Angaben gehen auf eine Anhörung des Umweltausschusses im Stadtrat vom 23. Juli 2026 zurück. Ausschussvorsitzender Homer Bais erklärte, das tägliche Abfallaufkommen habe 1.500 bis 2.000 Kubikmeter erreicht.
Die vertragliche Basis von 800 Kubikmetern gehört zum Entsorgungsvertrag mit International Solid Waste Integrated Management Specialists und seinen Konsortialpartnern. Das Konsortium übernahm Anfang 2026 die Müllabfuhr, den Transport und die Entsorgung in Bacolod.
Die Stadt zahlt 327,9 Millionen Peso für Abfallsammlung, Transport und Entsorgung. Weitere 109 Millionen Peso entfallen auf Umwelt- und Sanitärleistungen einschließlich Betrieb und Unterhaltung der Deponie im Barangay Felisa.
Aus den bislang veröffentlichten Vertragsangaben geht nicht hervor, ob Mengen oberhalb der Basis von 800 Kubikmetern gesondert vergütet werden, durch eine Pauschale abgedeckt sind oder Nachverhandlungen auslösen. Deshalb lässt sich aus dem höheren Volumen noch keine belastbare zusätzliche Kostenforderung an die Stadt ableiten.
Fehlende Mülltrennung verschärft das Problem
Bais sieht eine wesentliche Ursache in der weiterhin unzureichenden Trennung der Abfälle in Haushalten und Betrieben. Häufig würden biologisch abbaubare, wiederverwertbare und nicht mehr verwertbare Abfälle gemeinsam eingesammelt und zur Deponie gebracht.
Dadurch gelangen auch Materialien nach Felisa, die kompostiert, recycelt oder anderweitig verwertet werden könnten. Das beansprucht unnötig Platz in der Deponie und verkürzt die Lebensdauer der einzelnen Ablagerungszellen.
Der Ecological Solid Waste Management Act verlangt die Abfalltrennung bereits am Entstehungsort. Barangays oder Zusammenschlüsse mehrerer Barangays müssen Materials Recovery Facilities unterhalten, in denen kompostierbare und wiederverwertbare Stoffe getrennt und verarbeitet werden können. Nur die verbleibenden Reststoffe sollen zur endgültigen Entsorgung gelangen.
Nach Einschätzung des Umweltausschusses funktioniert dieses System in Bacolod bislang nicht ausreichend. Wenn gemischter Müll direkt abgeholt wird, verlagert sich das Problem von Haushalten und Barangays auf Sammlung und Deponie.
Vertragsvolumen und technische Kapazität sind nicht dasselbe
In mehreren aktuellen Meldungen wird behauptet, die Kapazitätsgrenze der Deponie sei überschritten. Die öffentlich verfügbaren Zahlen reichen für diese Aussage jedoch nicht aus.
Das tägliche Müllaufkommen wird mit 1.500 bis 2.000 Kubikmetern angegeben. Die Stadt bezeichnet die technische Kapazität der Deponie dagegen mit 900 metrischen Tonnen pro Tag.
Kubikmeter messen das Volumen, Tonnen das Gewicht. Wie viele Tonnen 2.000 Kubikmeter Müll entsprechen, hängt unter anderem davon ab:
- welche Abfallarten enthalten sind,
- wie feucht der Müll ist,
- ob er bereits in Sammelfahrzeugen verdichtet wurde und
- wie stark er in der Deponie weiter komprimiert wird.
Ohne aktuelle Wiegedaten und eine verlässliche durchschnittliche Dichte ist deshalb kein seriöser direkter Vergleich möglich. Fest steht bislang nur, dass das gesammelte Volumen die vertragliche Basis deutlich übersteigt und die vorhandene Ablagerungszelle bereits an ihrem betrieblichen Limit arbeitet.
Cell No. 4 sollte ursprünglich im Februar voll sein
Die derzeit genutzte Cell No. 4 der Deponie Felisa befindet sich nach Angaben der Stadt an ihrem betrieblichen Höchststand.
Ursprünglich war erwartet worden, dass die Zelle bereits im Februar 2026 vollständig gefüllt sein würde. Durch technische Arbeiten wie Stabilisierung der Böschungen, neue Ablagerungsabschnitte, Bodenabdeckung und weitere bauliche Maßnahmen konnte ihre Nutzungsdauer verlängert werden.
Die Stadt will Cell No. 4 weiter nutzen, bis die angrenzende Cell No. 5 fertiggestellt und betriebsbereit ist. Danach soll die alte Zelle formell geschlossen werden.
Die verlängerte Nutzung schafft Zeit, löst das Mengenproblem aber nicht. Jeder zusätzliche Kubikmeter gemischten Abfalls beansprucht weiterhin Ablagerungsraum und erhöht den Aufwand für Verdichtung, Abdeckung, Sickerwasserbehandlung und Stabilisierung.
Umweltgruppe beklagt Geruch und fehlende Genehmigung
Vertreter der Zero Waste Alliance Negros berichteten bei der Ausschussanhörung über anhaltenden starken Geruch aus der Deponie. Sie werteten diesen als Hinweis auf grundlegende Defizite bei Mülltrennung und Entsorgung.
Die Organisation erklärte außerdem, Cell No. 4 verfüge bislang nicht über das erforderliche Environmental Compliance Certificate, kurz ECC. Dieses Umweltzertifikat bestätigt, dass ein Projekt geprüft wurde und die darin festgelegten Umweltauflagen einhalten muss.
Bais räumte bei der Anhörung ein, dass die Genehmigung nach seinem Kenntnisstand noch nicht vorlag. Er erklärte, das Zertifikat solle demnächst ausgestellt werden.
Eine aktuelle offizielle Bestätigung der Umweltbehörde, dass Cell No. 4 das ECC inzwischen erhalten hat, wurde nicht veröffentlicht. Ebenso ist bislang nicht geklärt, auf welcher früheren Genehmigungsgrundlage die Zelle betrieben wurde und welche konkreten Nachforderungen die Behörde gestellt hat.
Die Stadtregierung hatte die Deponie noch im April als Modellanlage vorgestellt. Die regionale Umweltbehörde lobte damals unter anderem Bodenabdeckung, Böschungssicherung, Sickerwasserbehandlung, Rückführung von Flüssigkeiten sowie regelmäßige Kontrollen von Gasemissionen.
Die Anerkennung des technischen Betriebs und die offenen Fragen zu Geruch, Mülltrennung und Umweltgenehmigung schließen sich nicht gegenseitig aus. Eine Deponie kann einzelne Verfahren vorbildlich umsetzen und dennoch unter zu hohen Abfallmengen oder unvollständigen Genehmigungsprozessen leiden.
Cell No. 5 soll nur wenige Jahre ausreichen
Die Stadt begann Ende Januar mit dem Bau von Cell No. 5. Das Projekt kostet 66 Millionen Peso und umfasst eine Fläche von rund zwei Hektar.
Nach Angaben der Stadt soll die neue Zelle für einen Zeitraum von bis zu drei Jahren Ablagerungskapazität schaffen. Ihre tatsächliche Nutzungsdauer hängt jedoch maßgeblich davon ab, wie viel Müll täglich angeliefert wird und welcher Anteil zuvor aussortiert werden kann.
Ende April war das Projekt nach Angaben des Betreibers zu 75 Prozent fertiggestellt. Damals wurde die zweite Juniwoche als Ziel für die Fertigstellung genannt. Eine belastbare öffentliche Bestätigung, dass Cell No. 5 inzwischen vollständig fertiggestellt, genehmigt und in Betrieb genommen wurde, lag zum Berichtszeitpunkt nicht vor.
Sollten tatsächlich täglich bis zu 2.000 Kubikmeter gemischter Müll angeliefert werden, könnte sich die erwartete Nutzungsdauer gegenüber einer Planung mit deutlich geringerem Restabfallvolumen verkürzen.
Neue Studie soll tatsächliche Müllmenge klären
Bacolod hat im Mai die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft SyCip Gorres Velayo mit einer Waste Analysis and Characterization Study beauftragt.
Die für 3,75 Millionen Peso geplante Untersuchung soll feststellen:
- welche Abfallarten in Bacolod entstehen,
- welche Mengen täglich anfallen,
- wie sich das Aufkommen künftig entwickeln dürfte und
- welche Anteile recycelt, kompostiert oder anderweitig verwertet werden können.
Die Ergebnisse sollen in die Aktualisierung des zehnjährigen Abfallwirtschaftsplans der Stadt einfließen.
Eine solche Untersuchung ist besonders wichtig, weil die bisher öffentlich genannten Zahlen unterschiedliche Einheiten und Grundlagen verwenden. Erst regelmäßige Wiegedaten, Volumenmessungen und Analysen der Abfallzusammensetzung ermöglichen eine belastbare Planung der Deponiekapazität.
Waste-to-Energy ist noch keine kurzfristige Lösung
Die Stadt plant gemeinsam mit dem Energieministerium außerdem ein Waste-to-Energy-Projekt. Dabei sollen nicht mehr verwertbare Abfälle zur Energiegewinnung genutzt und das Volumen der endgültig abzulagernden Reststoffe reduziert werden.
Bislang gibt es jedoch lediglich eine Kooperationsvereinbarung und den Auftrag, Machbarkeit und technische Voraussetzungen zu prüfen. Eine betriebsbereite Anlage, einen endgültigen Standort, eine genehmigte Technologie oder einen verbindlichen Inbetriebnahmetermin gibt es noch nicht.
Das Projekt kann daher die akuten Probleme von Cell No. 4 und die hohe tägliche Müllmenge nicht kurzfristig lösen.
Entscheidend ist die Menge der Reststoffe
Die wichtigste Zahl ist langfristig nicht, wie viel Abfall die Müllfahrzeuge einsammeln, sondern wie viel davon nach Trennung, Recycling und Kompostierung tatsächlich in der Deponie verbleibt.
Bacolod muss deshalb mehrere Fragen transparent beantworten:
- Wie viel Müll wird täglich gewogen und nicht nur nach Fahrzeugvolumen geschätzt?
- Wie wird mit Mengen oberhalb der vertraglichen Basis abgerechnet?
- Welche Barangays betreiben funktionsfähige Sortier- und Verwertungsanlagen?
- Besitzt Cell No. 4 inzwischen die erforderliche Umweltgenehmigung?
- Ist Cell No. 5 fertiggestellt und für den Betrieb freigegeben?
- Wie lange reicht die neue Zelle bei den aktuellen tatsächlichen Mengen?
Die derzeit vorliegenden Informationen belegen eine deutliche Überschreitung der vertraglichen Mengenbasis und eine bereits stark beanspruchte Deponiezelle. Sie belegen jedoch noch nicht eindeutig, dass die technische Tageskapazität von 900 Tonnen überschritten wird.
Quellen: Stadtverwaltung Bacolod; Bacolod Environment and Natural Resources Office; Negros Now Daily; Philippine Information Agency; SunStar Bacolod; Republic Act No. 9003. RM







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