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Negros

Arbeitsministerium setzt 23,2 Millionen Peso für Beschäftigte in Negros durch

NEGROS – Das Arbeitsministerium in der Negros Island Region hat im ersten Halbjahr 2026 arbeitsrechtliche Ansprüche von 718 Beschäftigten im Gesamtwert von 23,2 Millionen Peso durchgesetzt. – klajoo.com – Die Einigungen wurden über den sogenannten Single Entry Approach erzielt.

Das meist als SEnA bezeichnete Verfahren soll Konflikte zwischen Beschäftigten und Arbeitgebern möglichst schnell lösen, bevor eine förmliche arbeitsrechtliche Klage notwendig wird.

Betroffene können sich unter anderem wegen nicht gezahlter Löhne, Überstunden, Urlaubsgeld, Abfindungen oder anderer Ansprüche an das Department of Labor and Employment wenden.

Ein Schlichter versucht anschließend, beide Seiten zu einer freiwilligen Vereinbarung zu bewegen.

Die 718 Beschäftigten erhielten im Durchschnitt rechnerisch etwas mehr als 32.000 Peso.

Dieser Durchschnitt sagt jedoch wenig über die einzelnen Fälle aus.

Einige Konflikte können nur wenige ausstehende Tageslöhne betroffen haben. Andere Beschäftigte könnten größere Beträge für monatelang nicht gezahlte Vergütung, Kündigungsansprüche oder mehrere gemeinsam geltend gemachte Leistungen erhalten haben.

Das Arbeitsministerium veröffentlichte in seiner ersten Zusammenfassung keine vollständige Aufteilung nach Art der Ansprüche oder Branche.

Damit bleibt offen, ob sich die Fälle vor allem auf Landwirtschaft, Zuckerindustrie, Hotels, Handel, Bauwirtschaft, Industrie oder andere Bereiche konzentrierten.

SEnA soll innerhalb von 30 Tagen zu einer Lösung führen.

Das Verfahren ist für Beschäftigte wichtig, die sich einen langen Rechtsstreit nicht leisten können.

Wer seinen Arbeitsplatz verloren oder über Wochen keinen Lohn erhalten hat, benötigt das Geld häufig unmittelbar für Lebensmittel, Miete, Schulden oder medizinische Ausgaben.

Ein Verfahren, das mehrere Jahre dauert, kann selbst bei einem späteren Erfolg zu spät kommen.

Die schnelle Schlichtung hat jedoch auch Grenzen.

Beschäftigte befinden sich gegenüber ihrem Arbeitgeber häufig in einer schwächeren Position.

Wer dringend Geld benötigt, kann sich auf einen niedrigeren Vergleichsbetrag einlassen, obwohl rechtlich möglicherweise ein höherer Anspruch bestünde.

Auch die Angst, keine neue Arbeit mehr zu finden oder von Unternehmen auf informelle Sperrlisten gesetzt zu werden, kann die Verhandlungsbereitschaft beeinflussen.

Eine hohe Vergleichssumme ist deshalb nicht automatisch ein Beleg dafür, dass sämtliche Beschäftigte ihre vollständigen Ansprüche erhalten haben.

Entscheidend wäre, wie viel ursprünglich gefordert wurde und welcher Anteil davon tatsächlich ausgezahlt wurde.

Positiv ist, dass eine Vereinbarung im SEnA-Verfahren nicht nur mündlich getroffen wird.

Sie wird dokumentiert und kann bei Nichterfüllung vollstreckt werden.

Damit haben Beschäftigte eine rechtliche Grundlage, wenn ein Arbeitgeber die zugesagte Zahlung anschließend nicht leistet.

Die Bilanz zeigt zugleich, dass arbeitsrechtliche Probleme in der Region weiterhin erheblich sind.

23,2 Millionen Peso mussten nicht als Sozialhilfe ausgezahlt werden. Es handelte sich um Geld, das Beschäftigten aufgrund arbeitsrechtlicher Ansprüche zustand und zunächst offenbar nicht oder nicht vollständig gezahlt worden war.

Neben den Schlichtungsfällen meldete das Arbeitsministerium eine wesentlich größere Summe für ein anderes Programm.

Mehr als 43.000 Menschen in der Negros Island Region erhielten im ersten Halbjahr insgesamt rund 378 Millionen Peso über das staatliche Kurzzeitbeschäftigungsprogramm TUPAD.

TUPAD steht für Tulong Panghanapbuhay sa Ating Disadvantaged/Displaced Workers.

Das Programm bietet Menschen ohne ausreichendes Einkommen für einen begrenzten Zeitraum einfache gemeinnützige Arbeiten.

Dazu gehören beispielsweise Straßen- und Küstenreinigung, kleinere Reparaturen, Pflege öffentlicher Flächen oder Arbeiten nach Naturkatastrophen.

Die Teilnehmer erhalten dafür einen zeitlich begrenzten Lohn.

TUPAD ist keine dauerhafte Beschäftigung und keine Arbeitslosenversicherung.

Das Programm soll eine kurzfristige Einkommenslücke überbrücken, wenn Menschen ihre Arbeit verloren haben, nur unregelmäßig beschäftigt sind oder von einer Katastrophe betroffen wurden.

Die Zahlen müssen deshalb getrennt betrachtet werden.

Die 23,2 Millionen Peso aus SEnA sind durchgesetzte Ansprüche gegenüber Arbeitgebern.

Die 378 Millionen Peso aus TUPAD stammen aus dem Staatshaushalt und finanzieren vorübergehende Arbeit.

Zusammen zeigen beide Programme unterschiedliche Probleme des Arbeitsmarktes auf Negros.

Ein Teil der Beschäftigten muss um bereits verdienten Lohn oder andere gesetzliche Ansprüche kämpfen.

Zehntausende weitere Menschen verfügen nicht über eine ausreichend stabile reguläre Beschäftigung und sind zeitweise auf staatlich finanzierte Kurzzeitarbeit angewiesen.

Negros ist besonders stark von der Zuckerwirtschaft abhängig.

Viele Arbeitsplätze sind saisonal. Zwischen Pflanzung, Pflege und Ernte schwankt der Bedarf an Arbeitskräften erheblich.

Der aktuelle Schädlingsbefall auf großen Zuckerrohrflächen kann diese Unsicherheit zusätzlich verschärfen.

Wenn Ernten kleiner ausfallen oder Flächen vorzeitig aufgegeben werden, verlieren Tagelöhner möglicherweise Arbeit, obwohl sie selbst keine eigenen Felder besitzen und deshalb nicht unmittelbar als geschädigte Bauern erfasst werden.

TUPAD kann in solchen Fällen kurzfristig helfen.

Es ersetzt aber weder dauerhaft verfügbare Arbeitsplätze noch eine verlässliche Absicherung bei Arbeitslosigkeit.

Zudem steht das Programm regelmäßig in der Kritik, weil die Auswahl der Teilnehmer teilweise über lokale Politiker oder deren Büros läuft.

Dadurch kann der Eindruck entstehen, einzelne Amtsträger gewährten die Beschäftigung aus eigenen Mitteln.

Tatsächlich wird TUPAD aus dem Staatshaushalt finanziert.

Das Arbeitsministerium muss deshalb transparent veröffentlichen, wie Teilnehmer ausgewählt werden, wie lange sie beschäftigt sind und welche Gemeinden und Branchen besonders viele Anträge stellen.

Auch für SEnA wären ausführlichere Daten sinnvoll.

Dazu gehören die häufigsten Beschwerden, die Zahl gescheiterter Schlichtungen, die durchschnittliche Bearbeitungsdauer und die Frage, wie viele Arbeitgeber vereinbarte Zahlungen tatsächlich fristgerecht leisten.

Die bisherige Bilanz zeigt, dass ein niedrigschwelliges Schlichtungsverfahren vielen Beschäftigten vergleichsweise schnell Geld verschaffen kann.

Sie zeigt aber auch, wie häufig Arbeitnehmer staatliche Hilfe benötigen, um Ansprüche durchzusetzen, die ihnen nach dem Arbeitsrecht ohnehin zustehen. – Quelle: Department of Labor and Employment – Negros Island Region und Philippine News Agency / RM

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