NEGROS – Die philippinische Regierung stellt zusätzliche Hilfen für Zuckerrohrbauern und Landarbeiter bereit, deren Einkommen durch die Ausbreitung eines invasiven Schädlings gefährdet ist. – klajoo.com – Das Red-striped Soft Scale Insect hat sich auf Negros und in weiteren Teilen der Visayas stark ausgebreitet.
Der kleine, rötlich gestreifte Schädling saugt Pflanzensaft aus den Blättern des Zuckerrohrs. Dadurch werden die Pflanzen geschwächt und ihr Wachstum verlangsamt.
Die Ausscheidungen der Insekten fördern außerdem einen schwarzen Pilzbelag. Dieser bedeckt die Blätter und behindert die Photosynthese.
Nach dem jüngsten regionalen Stand waren in der Negros Island Region rund 78.000 Hektar Zuckerrohrflächen betroffen.
Damit hat sich der Befall innerhalb weniger Wochen stark ausgeweitet. Ende Juni waren zunächst rund 16.000 Hektar als betroffen bestätigt worden.
Nicht jede befallene Fläche führt automatisch zu einem vollständigen Ernteausfall. Die möglichen Verluste hängen von der Stärke des Befalls, dem Entwicklungsstadium des Zuckerrohrs und der Wirksamkeit der Bekämpfung ab.
Die Regierung will an jeden bestätigten betroffenen Bauern zunächst 10.000 Peso Soforthilfe zahlen.
Das Landwirtschaftsministerium und das Department of Social Welfare and Development sollen die Auszahlung gemeinsam organisieren.
Zusätzlich stellt das Landwirtschaftsministerium 35 Millionen Peso für Drohneneinsätze, Sprühmaßnahmen und weitere Bekämpfungsarbeiten bereit.
Insgesamt wurden nach Medienberichten rund 235 Millionen Peso für Hilfen und Maßnahmen gegen den Schädling vorgesehen.
Die Unterstützung konzentriert sich zunächst auf registrierte und bestätigte Landwirte.
Damit ist jedoch noch nicht geklärt, wie Landarbeiter unterstützt werden, die kein eigenes Feld besitzen.
Die Zuckerindustrie auf Negros beschäftigt zahlreiche Saisonarbeiter. Viele werden nach Arbeitstagen, geschnittener Menge oder anderen Leistungen bezahlt.
Wenn Bauern Flächen vorzeitig aufgeben, die Ernte kleiner ausfällt oder weniger Arbeiter benötigt werden, verlieren diese Beschäftigten Einkommen, ohne selbst als geschädigte Landbesitzer registriert zu sein.
Das Department of Labor and Employment hat Hilfen zugesagt, falls es zu größeren Entlassungen oder Arbeitsausfällen kommt.
Denkbar sind vorübergehende Beschäftigungsprogramme, Unterstützung für alternative Erwerbstätigkeiten und andere Leistungen für betroffene Arbeiter.
Konkrete Zahlen zu bereits arbeitslos gewordenen Beschäftigten liegen jedoch noch nicht vor.
Negros Occidental wurde wegen des Schädlingsbefalls bereits unter den Katastrophenzustand gestellt. Dadurch können zusätzliche örtliche Mittel freigegeben und Preissteigerungen bei wichtigen Waren stärker kontrolliert werden.
Auch Negros Oriental prüfte beziehungsweise empfahl eine entsprechende Erklärung.
Der staatliche Versicherungsträger GSIS bietet berechtigten Beschäftigten und Pensionären in Negros Occidental außerdem Notfallkredite an.
Solche Kredite können kurzfristig helfen, sind aber keine Entschädigung. Sie müssen zurückgezahlt werden und stehen vielen privaten Landarbeitern nicht zur Verfügung.
Die Bekämpfung erfolgt derzeit vor allem durch chemische Sprühmittel, teilweise mit Drohnen.
Parallel arbeitet das Landwirtschaftsministerium an der Massenproduktion eines natürlich vorkommenden Pilzes, der den Schädling befallen und seine Population verringern kann.
Diese biologische Methode soll langfristig helfen, den Einsatz chemischer Mittel zu reduzieren.
Der Schädling wurde auf den Philippinen bereits vor mehreren Jahren in Pampanga festgestellt. Inzwischen betrifft die Ausbreitung jedoch das wichtigste Zuckeranbaugebiet des Landes.
Neben Negros wurden auch auf Panay größere befallene Flächen gemeldet. Allein Iloilo bezifferte den Befall zuletzt auf rund 7.000 Hektar beziehungsweise etwa ein Drittel seiner Zuckerrohrfläche.
Eine schwere Beeinträchtigung der Ernte könnte nicht nur Bauern und Arbeiter treffen.
Geringere Zuckermengen können die Auslastung der Mühlen verringern, Transporteure und Zulieferer belasten und später die Versorgung und Preise beeinflussen.
Der unmittelbare wirtschaftliche Schaden lässt sich derzeit noch nicht zuverlässig beziffern.
Entscheidend ist, wie viele Flächen rechtzeitig behandelt werden können und ob sich der Schädling in weitere Anbaugebiete ausbreitet. – Quelle: Department of Agriculture, Sugar Regulatory Administration, Department of Social Welfare and Development und Department of Labor and Employment / RM







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