MANILA – Das philippinische Bildungsministerium will bei der Verbesserung der Sicherheit an öffentlichen Schulen stärker auf Unterstützung aus der Privatwirtschaft setzen. – klajoo.com – Über die digitale Plattform des Adopt-A-School-Programms können Unternehmen, Stiftungen und andere Partner künftig gezielt Sicherheitsmaßnahmen finanzieren. Dazu gehören unter anderem Überwachungskameras, Metalldetektoren, Umzäunungen, Unterstützung für Sicherheitspersonal sowie Lautsprecher- und Durchsagesysteme.
Damit erhält die nach mehreren schweren Gewaltvorfällen ausgeweitete Sicherheitskampagne des Department of Education (DepEd) einen zusätzlichen Finanzierungsweg. Die grundlegende Verantwortung für sichere öffentliche Schulen bleibt beim Staat; private Partner sollen jedoch helfen, bestehende Lücken schneller zu schließen.
Sicherheitsausstattung wird Teil des Adopt-A-School-Programms
Das Adopt-A-School-Programm existiert bereits seit Jahren und ermöglicht privaten Unternehmen und Organisationen, öffentliche Schulen mit Geld, Ausstattung oder Dienstleistungen zu unterstützen. Ende Juli startete DepEd dafür eine neue digitale Plattform, über die Schulen ihren Bedarf veröffentlichen und mögliche Unterstützer passende Projekte auswählen können.
Neu ist, dass Schulsicherheit nun ausdrücklich als eigener Unterstützungsbereich aufgenommen wird. Private Geldgeber können dadurch beispielsweise die Anschaffung von CCTV-Kameras und Metalldetektoren oder Verbesserungen an der Zugangskontrolle finanzieren.
DepEd reagiert damit auch auf Ergebnisse seiner Sicherheitsüberprüfungen. Bildungsminister Juan Edgardo „Sonny“ Angara hatte bereits im Juli erklärt, dass an Schulen unter anderem der Bedarf an Sicherheitspersonal, Metalldetektoren, Umzäunungen und Überwachungskameras erfasst werde. Gleichzeitig begann das Ministerium mit Übungen für den Umgang mit bewaffneten Bedrohungen und anderen schweren Sicherheitsvorfällen.
Tödliche Schießerei in Tacloban verschärfte die Debatte
Besonders stark rückte die Sicherheit öffentlicher Schulen nach der Schießerei an der San Jose National High School in Tacloban City in den Mittelpunkt. Bei dem Vorfall am 22. Juni wurden drei Menschen getötet. Die Zahl der Verletzten stieg später auf 20. Ermittler stellten unter anderem eine von der Polizei ausgegebene Pistole sicher.
Nach dem Vorfall verstärkte DepEd seine Sicherheitskampagne. Angara besuchte die Schule persönlich, während landesweit Kontrollen und Sicherheitsmaßnahmen überprüft wurden. An einzelnen Schulen gehören inzwischen beispielsweise Taschenkontrollen und der Einsatz von Metalldetektoren zu den Maßnahmen.
Das Ministerium arbeitet außerdem an umfassenderen Vorgaben für Sicherheit und Gefahrenabwehr an Schulen. Damit soll festgelegt werden, welche Schutzmaßnahmen öffentliche Schulen grundsätzlich vorhalten und wie sie auf unterschiedliche Bedrohungslagen reagieren sollen.
Private Hilfe kann Unterschiede schneller schließen
Die Öffnung des Adopt-A-School-Programms für Sicherheitsinvestitionen kann Schulen helfen, notwendige Ausstattung schneller zu erhalten. Gerade CCTV-Systeme, zusätzliche Zäune oder Metalldetektoren verursachen jedoch Kosten, die sich bei zehntausenden öffentlichen Schulen landesweit zu erheblichen Beträgen summieren.
Der neue Ansatz wirft deshalb auch die Frage auf, wie gleichmäßig solche privaten Hilfen verteilt werden.
Eine Schule in einem wirtschaftsstarken Stadtgebiet könnte leichter einen größeren lokalen Arbeitgeber oder eine Stiftung als Unterstützer finden als eine kleine Schule in einem abgelegenen Barangay. DepEd muss deshalb darauf achten, dass die Sicherheit einer Schule langfristig nicht davon abhängt, wie attraktiv ihr Standort für private Sponsoren ist.
Das ist bislang eine mögliche Folge des Finanzierungsmodells und keine festgestellte Benachteiligung bestimmter Schulen. Gerade die digitale Plattform könnte umgekehrt helfen, weniger bekannte Schulen und deren konkreten Bedarf für potenzielle Unterstützer überhaupt sichtbar zu machen.
Staat bleibt für grundlegende Sicherheit verantwortlich
Private Unterstützung kann staatliche Investitionen ergänzen, sie aber nicht ersetzen.
Sicherheit besteht zudem nicht nur aus Kameras, Metalldetektoren und Zäunen. Entscheidend sind auch funktionierende Zugangskontrollen, geschultes Personal, klare Notfallpläne, Zusammenarbeit mit Polizei und Lokalverwaltungen sowie Verfahren, mit denen Bedrohungen frühzeitig erkannt werden können.
Die Erfahrungen der vergangenen Monate zeigen zudem, dass selbst technische Kontrollen nur ein Teil des Problems lösen können. Beim Vorfall in Tacloban gelangte eine Schusswaffe auf das Schulgelände, obwohl die Schule über Sicherheitspersonal verfügte. Nach Polizeiangaben waren Schüler damals nicht in gleicher Weise kontrolliert worden wie andere Personen.
Mit der Erweiterung des Adopt-A-School-Programms schafft DepEd deshalb vor allem einen zusätzlichen Weg, fehlende Ausstattung zu finanzieren. Ob daraus dauerhaft sicherere Schulen entstehen, hängt davon ab, ob technische Investitionen mit einheitlichen Sicherheitsstandards, geschultem Personal und verlässlicher staatlicher Finanzierung verbunden werden.
Quellen: Department of Education; Philippine News Agency; Philippine Daily Inquirer; DepEd-Mitteilungen zum Adopt-A-School-Programm und zur School Safety Campaign; klajoo-Berichterstattung zur Schießerei an der San Jose National High School in Tacloban City. RM







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