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Manila

NBI prüft Behauptung über mehr als zwei Milliarden Peso in Barzahlungen an Sara Duterte

MANILA – Ein ehemaliger philippinischer Polizist erhebt schwere Vorwürfe gegen Vizepräsidentin Sara Duterte und weitere Mitglieder ihrer Familie. Rodulfo Gracioso Jr., der nach eigenen Angaben als Sicherheitsmitarbeiter des früheren House Speakers Lord Allan Velasco tätig war, behauptet in einer eidesstattlichen Erklärung, er habe Sara Duterte zwischen 2018 und 2022 mehr als zwanzigmal Bargeld in Koffern überbracht. – klajoo.com – Die Summe habe insgesamt mehr als zwei Milliarden PHP betragen – umgerechnet rund 28 Millionen EUR.

Gracioso erklärte gegenüber GMA News, einzelne Lieferungen hätten nach seiner Erinnerung zwischen 20 und 50 Millionen PHP umfasst. In seiner Erklärung belastet er auch den früheren Präsidenten Rodrigo Duterte und den heutigen Abgeordneten Paolo Duterte. Die Geldtransporte seien auf Anweisung Velascos beziehungsweise aus dessen Umfeld erfolgt. Diese Angaben sind bislang Behauptungen Graciosos und kein Nachweis, dass die beschriebenen Zahlungen tatsächlich stattgefunden haben.

Das National Bureau of Investigation (NBI) untersucht die Angaben. NBI-Direktor Melvin Matibag erklärte, Gracioso sei einem Polygraphentest unterzogen worden und einzelne Angaben würden zusätzlich über andere Ermittlungswege überprüft. Das Department of Justice bestätigte, dass ihm die eidesstattliche Erklärung vorliegt und bewertet wird. Die Untersuchung ist nach Angaben des NBI weiterhin offen.

Gerade deshalb ist die Trennung zwischen der Glaubwürdigkeit einer Aussage und dem Nachweis eines Geldflusses entscheidend. Selbst ein vom NBI positiv bewerteter Polygraphentest belegt nicht, dass bestimmte Koffer, Geldsummen, Übergabeorte oder Empfänger tatsächlich so existierten. Für eine belastbare Einordnung wären unabhängig überprüfbare Zeitpunkte, Dokumente, Geldquellen, Zeugen, Kommunikationsdaten oder andere Spuren notwendig.

Sara Duterte bestreitet die Vorwürfe vollständig. Sie erklärte am Samstag, sie kenne Gracioso nicht und habe von ihm niemals Geld erhalten. Ihre Anwälte warteten auf eine offizielle Kopie der Erklärung, um rechtliche Schritte vorzubereiten. Auch Velascos Lager weist die Darstellung zurück. Ein Sprecher bezeichnete Graciosos Schilderung als widersprüchlich und verwies unter anderem auf dessen berufliche Vorgeschichte. Die Philippine National Police bestätigte, dass Gracioso Polizeibeamter war und im September aus dem Dienst entlassen wurde.

Politisch bekommt die Aussage zusätzlich Gewicht, weil gegen Sara Duterte ein Impeachment-Verfahren läuft. Der Sprecher des Anklageteams im Repräsentantenhaus, Zia Adiong, erklärte, die neuen Vorwürfe könnten einen Bezug zu dem Anklagepunkt über mutmaßlich nicht erklärtes Vermögen haben. Das ist zunächst die Einschätzung der Anklageseite. Daraus folgt weder, dass Graciosos Angaben bereits im Impeachment-Verfahren bewiesen wären, noch dass sie dort automatisch als Beweismittel gelten.

Für die weitere Berichterstattung ist deshalb weniger die spektakuläre Gesamtsumme entscheidend als die Frage, was das NBI tatsächlich unabhängig bestätigen kann. Erst wenn sich konkrete Übergaben, Geldquellen oder Empfänger belegen lassen, würde aus einer eidesstattlichen Behauptung eine belastbarere Tatsachengrundlage. – RM

Quellen:

  • GMA News: Ex-security aide claims he delivered over P2B in cash to Sara Duterte
  • GMA News: Sara Duterte says she does not know Gracioso, has not received money from him
  • Philstar.com: Sara Duterte denies ex-Velasco aide claim he delivered over P2 billion to her
  • GMA News: Gracioso allegations vs VP Sara Duterte should be taken seriously – Adiong
  • Daily Tribune: Velasco camp rejects ex-aide P2-B cash claims vs VP Sara

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