MANILA – Die Vorbereitung auf El Niño geht auf den Philippinen in eine deutlich ernstere Phase. PAGASA stuft das laufende Ereignis als starken El Niño ein und hält eine Verstärkung zu einem sehr starken El Niño zwischen September und Dezember 2026 für möglich. – klajoo.com – Die Wetterbehörde erwartet, dass die Auswirkungen bis in die erste Hälfte des Jahres 2027 anhalten können. Damit steigen die Risiken für Wasserversorgung, Landwirtschaft, Lebensmittelpreise und Energieversorgung.
Für Metro Manila sind die ersten konkreten Sparmaßnahmen bereits sichtbar. Der National Water Resources Board hat die Wasserzuteilung für das Metropolitan Waterworks and Sewerage System ab Oktober von normalerweise etwa 50 bis 53 Kubikmetern pro Sekunde auf 44 Kubikmeter pro Sekunde reduziert. Auch die Bewässerungszuteilung aus dem Angat-System wurde von etwa 30 bis 35 auf 20 Kubikmeter pro Sekunde gesenkt.
Malacañang ruft deshalb zum Wassersparen auf, warnt aber vor Hamsterkäufen von Flaschenwasser. Haushalte sollen Lecks reparieren und unnötigen Verbrauch reduzieren. Die Regierung erklärt, dass die zuständigen Behörden koordiniert vorbereitet würden; eine Garantie, dass es zu keiner Versorgungskrise kommt, lässt sich aus diesen Aussagen jedoch nicht ableiten.
Auch finanziell wird Vorsorge aufgebaut. Das Department of Budget and Management verweist auf bereits laufende Hilfen für die Landwirtschaft über das UPLIFT-Programm, darunter Dünger, Treibstoff und mögliche Bewässerungsunterstützung. Für den Haushalt 2027 sind 45,67 Milliarden PHP im National Disaster Risk Reduction and Management Fund vorgesehen, rund 644 Millionen EUR. Dieser Fonds ist allerdings kein ausschließlich für El Niño reservierter Topf, sondern ein allgemeiner Katastrophenpuffer, der bei Bedarf auch für El-Niño-Folgen genutzt werden kann.
Parallel verändert das Repräsentantenhaus die Sozialausgaben. Der Regierungsentwurf hatte für Assistance to Individuals in Crisis Situations 33,285 Milliarden PHP vorgesehen. Im laufenden Haushaltsverfahren wurde über eine deutlich höhere Ausstattung von rund 58,8 Milliarden PHP berichtet, etwa 829 Millionen EUR. Diese Mittel sind ebenfalls nicht ausschließlich El Niño zugeordnet, könnten aber bei Einkommensausfällen, Lebensmittelproblemen oder anderen Krisenfolgen eine wichtige Rolle spielen.
Für die Landwirtschaft ist nicht nur die Höhe späterer Hilfen entscheidend. Das DBM berichtet, dass Aussaattermine bereits angepasst und Betriebsmittel vorgezogen werden. Bei längeren Trockenperioden können Erträge sinken, Bewässerungskosten steigen und die Preise für Reis, Gemüse, Fisch und andere Lebensmittel unter zusätzlichen Druck geraten.
Auch die Stromversorgung gehört in das Monitoring. Wasserkraftwerke verlieren bei niedrigen Reservoir- und Flussständen Erzeugungskapazität, während gleichzeitig hohe Temperaturen den Stromverbrauch für Kühlung erhöhen können. Ob daraus regional Versorgungsengpässe entstehen, hängt von Niederschlagsentwicklung, Reservoirfüllständen, Kraftwerksverfügbarkeit und Netzreserven ab.
Der entscheidende Unterschied zu einer gewöhnlichen saisonalen Trockenphase ist deshalb die mögliche Dauer. Ein sehr starker El Niño bis weit in 2027 kann gleichzeitig Wasser, Landwirtschaft, Energie und soziale Haushalte belasten. Für klajoo sollte das Thema deshalb nicht nur bei einzelnen Warnmeldungen erscheinen, sondern dauerhaft anhand von Reservoirständen, Niederschlagsdefiziten, Agrarschäden, Stromreserven und Preisentwicklung verfolgt werden. – RM
Quellen:
- PAGASA – El Niño advisory and seasonal outlook
- Climate Change Commission – Predictive governance as Very Strong El Niño looms
- Department of Budget and Management – Government not waiting for 2027 to prepare for El Niño
- Department of Budget and Management – Proposed AICS budget for 2027
- Philstar – Malacañang: Prepare for El Niño, but don’t hoard water







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