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Manila

Tupas bestreitet Bargeldkoffer-Vorwürfe – NBI verlangt weitere Aussage

MANILA – Die Ermittlungen zu den Vorwürfen des ehemaligen Polizeibeamten Rodulfo Gracioso Jr. bekommen einen neuen Gegenpunkt. – klajoo.com – Jeffrey Tupas, früher Informationsbeauftragter von Davao City und später Mitarbeiter im Office of the Vice President, hat gegenüber dem National Bureau of Investigation (NBI) bestritten, von Gracioso Bargeldkoffer für die damalige Bürgermeisterin und heutige Vizepräsidentin Sara Duterte entgegengenommen zu haben.

Gracioso hatte in einer eidesstattlichen Erklärung behauptet, im Auftrag des früheren House Speakers Lord Allan Velasco wiederholt große Bargeldsummen und andere Gegenstände an Mitglieder der Duterte-Familie beziehungsweise deren Umfeld geliefert zu haben. Für Sara Duterte bezifferte er die angeblichen Übergaben auf insgesamt mehr als zwei Milliarden PHP, also rund 28 Millionen EUR. Diese Angaben sind Vorwürfe und bislang keine gerichtlich festgestellten Tatsachen.

Das NBI hatte Tupas für den 1. Oktober vorgeladen. Sein Anwalt erklärte jedoch, die Vorladung sei erst am Nachmittag des 29. September am Wohnort von Tupas’ Eltern in Cotabato eingegangen. Weil Tupas sich in Mindanao aufhalte, sei die Frist zu kurz gewesen. Zugleich reichte Tupas eine eigene eidesstattliche Erklärung ein.

Darin greift er mehrere konkrete Zeitangaben Graciosos an. Tupas legte nach Medienberichten unter anderem Passstempel, Flugtickets und Beiträge aus sozialen Netzwerken vor, die zeigen sollen, dass er sich bei mindestens einigen der behaupteten Übergaben außerhalb der Philippinen befand. Bei einer für April 2019 behaupteten Übergabe von zwei Koffern mit jeweils 50 Millionen PHP erklärte Tupas beispielsweise, zu diesem Zeitpunkt in Südkorea gewesen zu sein.

Auch eine von Gracioso geschilderte Übergabe in Cebu während der frühen Phase der Corona-Pandemie stellt Tupas infrage. Er verweist dabei auf damalige Reisebeschränkungen und eine Verfügung der Stadt Davao. Tupas erklärt außerdem, Gracioso nicht persönlich zu kennen. Diese Unterlagen widerlegen nicht automatisch sämtliche Aussagen Graciosos, schaffen aber überprüfbare Gegenbehauptungen zu einzelnen Punkten seiner Zeitachse.

Das NBI hatte bereits zuvor betont, Graciosos Angaben nicht ungeprüft zu übernehmen. Fotos, Aussagen und weitere Beweismittel müssten authentifiziert und gegeneinander abgeglichen werden. Auch der von Gracioso absolvierte Polygraphentest beweist die behaupteten Geldübergaben nicht: Nach Angaben des NBI bezog sich der Test nur auf Identität und Beziehungen zu genannten Personen, nicht auf sämtliche Einzelheiten seiner Aussage.

Für die weitere Bewertung wird deshalb entscheidend sein, ob sich Reisebewegungen, Treffpunkte, Kommunikationsdaten und mögliche Geldflüsse unabhängig bestätigen lassen. Die Vorladung von Tupas zeigt, dass das NBI die Darstellung inzwischen nicht nur anhand Graciosos Aussage, sondern auch anhand der Reaktionen der von ihm genannten Personen überprüft. – RM

Quellen:

  • The Philippine Star – Ex-VP aide needs more time after NBI subpoena
  • NewsWatch Plus – Duterte ex-info officer asks NBI for time for appearance
  • Philippine News Agency – NBI to evaluate cash delivery claims of Velasco’s ex-aide

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