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Manila

Philippinische Wirtschaft: KI verändert den Outsourcing-Sektor – Wachstum hängt zugleich an Energie und Umsetzung

MANILA – Zwei neue Analysen zeichnen ein ähnliches Bild der philippinischen Wirtschaft: Das Land verfügt weiterhin über erhebliche Wachstumsmöglichkeiten, doch der entscheidende Punkt ist nicht, ob alte Geschäftsmodelle unverändert fortbestehen. – klajoo.com – Sowohl im Outsourcing als auch in der Gesamtwirtschaft verschiebt sich der Wettbewerb zu höherer Produktivität, technologischer Nutzung und besserer Infrastruktur.

ING sieht bislang keine Hinweise darauf, dass künstliche Intelligenz die philippinischen Dienstleistungsexporte breit einbrechen lässt. Telekommunikations- und Computerdienstleistungen sowie andere Unternehmensdienstleistungen kamen Mitte 2026 zusammen auf rund 7,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, gegenüber etwa 6,3 Prozent vor der Pandemie. Gleichzeitig verändert sich die Zusammensetzung: Technologie- und höher qualifizierte Dienstleistungen gewinnen relativ an Bedeutung, während traditionelle Outsourcing-Tätigkeiten stärker unter Anpassungsdruck stehen.

Das ist keine Entwarnung für Beschäftigte. ING weist ausdrücklich darauf hin, dass sich die Nachfrage nach Fähigkeiten und Tätigkeiten verändert. Ein stabiler oder wachsender Exportwert sagt deshalb nicht automatisch, dass dieselben Arbeitsplätze mit denselben Qualifikationen erhalten bleiben. Unternehmen können mehr Wert mit technologieintensiveren Dienstleistungen erzeugen und gleichzeitig einzelne standardisierte Tätigkeiten automatisieren.

Parallel prognostizieren Bain & Company, DBS Bank und Vriens & Partners für die Philippinen von 2026 bis 2035 ein durchschnittliches reales Wirtschaftswachstum von rund 5,8 Prozent pro Jahr. Damit läge das Land nach dieser Prognose innerhalb der sechs untersuchten großen südostasiatischen Volkswirtschaften weit oben. Als Bremsfaktoren nennen die Autoren jedoch unter anderem die Abhängigkeit von importierter Energie und Schwächen bei der Umsetzung politischer Maßnahmen.

Zusammengenommen ergibt sich eine nüchternere zweite Betrachtung als die Schlagzeile „KI vernichtet keine Jobs“ oder „Philippinen wachsen 5,8 Prozent“. Beides sind Momentaufnahme beziehungsweise Prognose. Der gemeinsame Kern ist die Fähigkeit zur Anpassung: Im Outsourcing entscheidet, ob Arbeitnehmer und Unternehmen in höherwertige Tätigkeiten wechseln können; für die Gesamtwirtschaft, ob Energieversorgung, Infrastruktur und staatliche Umsetzung mit dem Investitions- und Produktivitätsbedarf Schritt halten.

Damit wird auch deutlich, warum Bildungs-, Energie- und Digitalpolitik nicht getrennt betrachtet werden können. Wachstum aus KI und digitalen Dienstleistungen setzt qualifizierte Beschäftigte und stabile Infrastruktur voraus. Bleiben Stromkosten, Netzprobleme oder Umsetzungsdefizite bestehen, kann ein Teil des theoretischen Wachstumspotenzials ungenutzt bleiben. – RM

Quellen:

  • ING THINK – Why India and Philippines aren’t losing the AI battle – yet
  • DBS Bank – Southeast Asia’s fortunes remain intertwined as region enters decade of divergence: Bain & Company, DBS Bank and Vriens & Partners
  • BusinessMirror – Energy woes, policy gaps seen to limit PHL growth

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