MANILA – Die philippinische Elektromobilitätsstrategie gerät aus zwei Richtungen unter Druck. Der Branchenverband Electric Vehicle Association of the Philippines (EVAP) kritisiert, dass die neue Electric Vehicle Incentive Strategy (EVIS) ihre milliardenschweren Produktionsanreize auf vierrädrige Elektrofahrzeuge konzentriert. – klajoo.com – Gleichzeitig beanstandet Toyota, dass 7.500 neue Lizenzen für Fahrdienstfahrzeuge in Metro Manila nur für batterieelektrische Fahrzeuge und Plug-in-Hybride geöffnet wurden, klassische Hybridfahrzeuge aber ausgeschlossen sind.
EVIS sieht nach den veröffentlichten Angaben bis zu 60 Milliarden Peso an staatlicher Förderung vor. Hersteller können je Modell bis zu 15 Milliarden Peso erhalten, müssen dafür aber unter anderem hohe Mindestinvestitionen und Produktionsziele erfüllen. EVAP hält diese Struktur für schlecht geeignet für elektrische Motorräder und Dreiräder. Gerade dieser Punkt ist für die Philippinen bedeutsam, weil Motorräder und motorisierte Dreiräder im Alltagsverkehr eine wesentlich größere Rolle spielen als in vielen europäischen Märkten.
Der zweite Konflikt betrifft den Fahrdienstmarkt. Das Land Transportation Franchising and Regulatory Board (LTFRB) hat 7.500 neue Transport Network Vehicle Service-Slots für Metro Manila ausschließlich für Battery Electric Vehicles und Plug-in Hybrid Electric Vehicles vorgesehen. Normale Hybrid Electric Vehicles ohne externe Lademöglichkeit sind ausgeschlossen. Toyota, das auf dem philippinischen Markt stark auf diese Hybridtechnik setzt, verlangt eine Klärung und verweist darauf, dass Hybridfahrzeuge nach seiner Lesart von der breiteren staatlichen Elektromobilitätspolitik erfasst werden.
Beide Fälle haben denselben Kern: Der Staat fördert Elektromobilität nicht technologieoffen, sondern definiert bestimmte Fahrzeugklassen als bevorzugt. Das kann sinnvoll sein, wenn damit Fahrzeuge mit höherem elektrischem Fahranteil schneller in den Markt gebracht werden sollen. Gleichzeitig entsteht aber die Frage, ob das Programm ausreichend auf die tatsächliche philippinische Verkehrsstruktur zugeschnitten ist.
Bei Zweirädern und Dreirädern könnte eine Förderung besonders viele alltägliche Fahrten erfassen. Bei klassischen Hybriden wiederum steht der Zielkonflikt zwischen schneller Verbrauchs- und Emissionssenkung mit bereits weit verbreiteter Technik und dem stärkeren Anreiz für Fahrzeuge, die zumindest zeitweise vollständig elektrisch fahren können. Ob die derzeitigen Regeln den größten Effekt pro eingesetztem Förder-Peso erzielen, lässt sich erst anhand von Zulassungen, lokaler Produktion und tatsächlicher Nutzung beurteilen. – RM
Quellen:
- BusinessMirror – Evap sees missing lane for 2-, 3-wheelers in EV incentives
- BusinessMirror – Toyota PHL seeks clarity on LTFRB rules for TNVS slots







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