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Panay

Immer mehr Provinzen greifen in den Schweinemarkt ein – Antique setzt verbindlichen Mindestpreis von 170 Peso

ANTIQUE – Die Provinz Antique greift mit einer verbindlichen Preisuntergrenze in den Handel mit lebenden Schweinen ein. – klajoo.com – Gouverneur Paolo Javier hat per Executive Order einen vorläufigen Mindestpreis von 170 Peso je Kilogramm Lebendgewicht festgesetzt. Händler, Aufkäufer, Zwischenhändler, Verarbeiter und andere gewerbliche Käufer dürfen lokalen Schweinehaltern demnach keine niedrigeren Ankaufspreise anbieten.

Damit geht Antique einen Schritt weiter als einige andere Provinzen, die angesichts stark gefallener Erzeugerpreise bislang vor allem Richtwerte oder empfohlene Preisbereiche eingeführt haben. Preise oberhalb der Antique-Untergrenze bleiben weiterhin vom Markt und von Qualität beziehungsweise Gewicht der Tiere abhängig.

Der Eingriff ist Teil eines größeren Problems. In mehreren Regionen klagen Schweinehalter seit Wochen darüber, dass die Preise für lebende Tiere stark gefallen sind, während Futter, Medikamente, Arbeitskosten und andere Produktionskosten hoch bleiben. Das Department of Agriculture führt den jüngsten Preisverfall vor allem darauf zurück, dass viele Halter ihre Tiere aus Angst vor einem erneuten Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest früher als geplant verkaufen. Dadurch gelangten kurzfristig zusätzliche Tiere auf den Markt.

Die Entwicklung widerspricht zugleich der Situation des vergangenen Jahres. Im November 2025 hatten das Landwirtschaftsministerium und Branchenverbände noch einen landesweiten Ziel-Mindestpreis von 210 Peso je Kilogramm Lebendgewicht vereinbart. Damals lagen viele Erzeugerpreise zwischen 150 und 180 Peso und wurden bereits als kaum kostendeckend bezeichnet. Antique setzt seine verbindliche Untergrenze nun bei 170 Peso an – 40 Peso beziehungsweise knapp ein Fünftel unter dem damaligen nationalen Ziel.

Auf Negros zeigt sich, wie unterschiedlich Provinzen reagieren. In Negros Occidental wurden im August Schutzpreise beziehungsweise Mindest-Richtwerte eingeführt; für schlachtreife Schweine wurden 165 Peso je Kilogramm genannt. In Negros Oriental legte die Provinz dagegen empfohlene Preisbereiche fest und versucht damit zugleich, Schweinehalter vor sehr niedrigen Ankaufspreisen und Verbraucher vor überhöhten Verkaufspreisen zu schützen.

Noch deutlicher wird die Dimension im Vergleich mit South Cotabato. Dort berichteten Schweinehalter zuletzt von Ankaufspreisen um 110 Peso je Kilogramm. Bei einem Tier mit 80 Kilogramm Lebendgewicht entspricht das lediglich 8.800 Peso Einnahmen.

Branchenvertreter bezifferten die Produktionskosten für ein solches Tier dagegen auf etwa 13.000 Peso. Solche Kalkulationen können je nach Betrieb deutlich schwanken, zeigen aber, warum Erzeuger den Preisverfall als existenzbedrohend bezeichnen.

Antiques Regel unterscheidet sich von einer bloßen Empfehlung vor allem durch das ausdrückliche Verbot, lokale Schweine unterhalb von 170 Peso je Kilogramm anzukaufen oder entsprechende Angebote zu machen. Die Provinz begründet dies auch mit dem Schutz kleiner Halter gegenüber Händlern und Zwischenhändlern, die aufgrund ihrer stärkeren Marktposition niedrigere Preise durchsetzen könnten.

Das löst allerdings nicht automatisch das Grundproblem. Eine Preisuntergrenze kann Schweinehalter davor schützen, unterhalb einer bestimmten Marke verkaufen zu müssen. Sie garantiert aber nicht, dass Händler zu diesem Preis auch genügend Tiere abnehmen. Wenn Nachfrage fehlt, andere Regionen günstiger anbieten oder importiertes Fleisch den Markt beeinflusst, kann sich der Absatz verlangsamen.

Die zunehmenden regionalen Eingriffe zeigen deshalb einen schwierigen Zielkonflikt. Die Provinzen wollen verhindern, dass Schweinehalter wegen nicht kostendeckender Preise aufgeben. Gleichzeitig müssen Schweinefleischpreise für Verbraucher bezahlbar bleiben. Hinzu kommt die Afrikanische Schweinepest: Die Angst vor neuen Ausbrüchen kann kurzfristig zusätzliche Tiere auf den Markt drücken, während Seuchenfälle später wiederum Angebot und Preise in die Gegenrichtung treiben können.

Antique ist damit kein isolierter Sonderfall mehr. Negros Occidental, Negros Oriental, South Cotabato und nun Antique zeigen, dass sich der Preisdruck auf die philippinische Schweinehaltung über mehrere weit voneinander entfernte Regionen erstreckt. Aus lokalen Preisentscheidungen entwickelt sich zunehmend eine landesweite Frage darüber, wie Erzeugerpreise stabilisiert werden können, ohne Verbraucherpreise künstlich nach oben zu treiben. – RM

► Negros Occidental setzt Mindestpreise für Schweine und Schweinefleisch – Schutz für Erzeuger mit ungewöhnlichen Nebenwirkungen

► Schweinepreise brechen auch in South Cotabato ein – aus einem lokalen Problem wird ein überregionaler Warntrend

Quellen:

  • Panay News – Antique sets P170/kg floor price for live hogs – 12. September 2026
  • Department of Agriculture – DA chief says ASF fears drive pork prices lower, deny over importation – 7. September 2026
  • Philippine News Agency – NegOcc LGUs set minimum prices for pork, live pigs to protect raisers – 13. August 2026
  • Philippine News Agency – Negros Oriental sets price ranges for pork, live hogs amid ASF – 11. August 2026
  • Department of Agriculture – DA, hog farmers set pork floor price at P210 per kilo – 4. November 2025
  • klajoo – Negros Occidental setzt Mindestpreise für Schweine und Schweinefleisch – Schutz für Erzeuger mit ungewöhnlichen Nebenwirkungen – 16. August 2026
  • klajoo – Schweinepreise brechen auch in South Cotabato ein – aus einem lokalen Problem wird ein überregionaler Warntrend – 17. August 2026

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