MANILA – Der philippinische Peso hat am Freitag erneut einen historischen Tiefstand gegenüber dem US-Dollar erreicht. Die Währung schloss bei 62,59 Peso je US-Dollar nach 62,52 am Vortag. – klajoo.com – Für europäische Reisende, Auswanderer und Rentner ist die Dollar-Marke allerdings nur ein indirekter Maßstab. Der unmittelbar wichtigere Wert ist der Kurs zum Euro: Die Europäische Zentralbank setzte ihren Referenzkurs am 4. September auf 72,812 Peso je Euro fest.
Damit erhalten Menschen mit Einkommen oder Rücklagen in Euro derzeit deutlich mehr Peso als noch vor wenigen Monaten. Anfang August lag der EZB-Referenzkurs noch bei rund 70,3 Peso je Euro. Rein rechnerisch erhöht eine solche Abwertung die Kaufkraft eines Euro-Einkommens auf den Philippinen.
Daraus folgt aber nicht, dass Dienstleistungen und andere Ausgaben im gleichen Maß billiger werden. Die meisten lokalen Preise werden in Peso festgelegt und reagieren nicht unmittelbar auf den Euro-Kurs. Ein Haarschnitt, eine lokale Handwerkerleistung oder die Miete einer bereits bestehenden Wohnung wird nicht automatisch teurer, nur weil der Peso gegenüber Dollar oder Euro fällt. Für Euro-Empfänger kann der Wechselkurseffekt deshalb zunächst tatsächlich einen Vorteil bringen.
Anders sieht es aus, wenn eine Dienstleistung stark von importierten Waren, Treibstoff oder Energie abhängt. Ein schwächerer Peso verteuert Importe in Landeswährung. Steigen gleichzeitig Öl-, Transport- oder Stromkosten, können Unternehmen diese Belastungen mit Verzögerung in ihre Preise einrechnen. Dann wird ein Teil des Wechselkursvorteils wieder aufgezehrt. Besonders sichtbar ist dieser Übertragungskanal derzeit beim Transport: Für einkommensschwache Haushalte lag die Transportinflation im August nach Angaben der Statistikbehörde bereits bei 15,3 Prozent.
Das bedeutet: Für einen Europäer kann eine lokale Dienstleistung in Euro gerechnet günstiger werden, obwohl ihr Peso-Preis gleichzeitig steigt.
Für die philippinische Wirtschaft ist die schwache Währung deshalb ambivalent. Haushalte mit Überweisungen aus dem Ausland sowie Exporteure können profitieren. Gleichzeitig werden importierte Energie, Maschinen, Medikamente, Fahrzeuge und viele Vorprodukte teurer. Die Bangko Sentral ng Pilipinas beobachtet die Wechselkursentwicklung deshalb auch wegen möglicher Auswirkungen auf die Inflation.
Für klajoo-Leser mit Euro-Einkommen ist der wichtigste praktische Punkt: Der schwache Peso verbessert derzeit die rechnerische Kaufkraft, aber nicht jede Ausgabe entwickelt sich gleich. Entscheidend ist, wie stark ein Produkt oder eine Dienstleistung von Importen, Energie und Transport abhängt. Hinzu kommt, dass Banken, Kreditkarten und Wechselstuben nicht den EZB-Referenzkurs auszahlen; Gebühren und eigene Kurse verringern den tatsächlich erzielbaren Vorteil. – RM
Quellen:
- GMA News: Peso carves new all-time low P62.59 to US dollar
- European Central Bank: Euro foreign exchange reference rates, 4 September 2026
- Philippine Statistics Authority: Inflation for the Bottom 30% Income Households – August 2026







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