MANILA – Der von Präsident Ferdinand Marcos Jr. im Wahlkampf 2022 angekündigte Reispreis von 20 Peso je Kilogramm ist nach Einschätzung von Landwirtschaftsminister Francisco Tiu Laurel Jr. unter den heutigen Kostenbedingungen nicht als normaler Marktpreis erreichbar. – klajoo.com – Der Minister sagte, Reis zu diesem Preis könne nur mit staatlicher Subvention angeboten werden. Damit zieht das Department of Agriculture eine wichtige Trennlinie zwischen dem politischen 20-Peso-Ziel und der tatsächlichen Kostenstruktur der Reisproduktion.
Das staatliche Programm „Benteng Bigas Meron Na!“ kann ausgewählten Haushalten und anderen berechtigten Gruppen weiterhin Reis für 20 Peso je Kilogramm anbieten. Der niedrige Verkaufspreis entsteht dort jedoch nicht dadurch, dass Reis auf dem Markt inzwischen so billig produziert und gehandelt wird. Der Staat beziehungsweise beteiligte öffentliche Stellen übernehmen einen Teil der Differenz zwischen Beschaffungskosten und Verkaufspreis.
Tiu Laurel verwies besonders auf stark gestiegene Produktionskosten. Als Marcos das 20-Peso-Ziel im Wahlkampf formulierte, habe ein Sack Harnstoffdünger nach Angaben des Ministers etwa 700 Peso gekostet. Inzwischen liege der Preis bei fast 2.600 Peso. Hinzu kommen höhere Kosten für Treibstoff, Transport und andere Betriebsmittel. Unter diesen Bedingungen könne ein normaler Marktpreis von 20 Peso je Kilogramm nicht erreicht werden.
Die tatsächlichen Einzelhandelspreise zeigen den Abstand. Die Philippine Statistics Authority ermittelte für normal gemahlenen Reis in der ersten Augusthälfte landesweit einen durchschnittlichen Einzelhandelspreis von knapp 50 Peso je Kilogramm. Für besser gemahlenen Reis lagen die Durchschnittspreise noch höher. Je nach Region, Qualität und Verkaufsstelle können die Werte deutlich abweichen.
Der Zielkonflikt wird zusätzlich sichtbar, wenn man die Seite der Bauern betrachtet. Die National Food Authority hat ihren Ankaufspreis für frischen Palay, also ungeschälten Reis, in Iloilo für die Erntesaison auf 21 Peso je Kilogramm angehoben, um Landwirte gegen niedrige Erzeugerpreise zu schützen. Wenn der Staat bereits für ungeschälten Reis einen Preis in dieser Größenordnung zahlt, kann daraus nach Trocknung, Mahlen, Lagerung, Transport und Handel kein nicht subventionierter Endpreis von 20 Peso je Kilogramm entstehen.s
Das bedeutet nicht, dass das 20-Peso-Programm wirkungslos wäre. Für Haushalte, die tatsächlich Zugang erhalten, kann die Differenz zum Marktpreis eine erhebliche Entlastung darstellen. Die entscheidende wirtschaftspolitische Frage lautet aber, wie viele Menschen dauerhaft erreicht werden können und wie hoch die dafür notwendigen Subventionen sind.
Damit verändert sich auch die Bewertung des ursprünglichen Versprechens. Ein landesweiter Marktpreis von 20 Peso und ein staatlich subventionierter Sozialpreis von 20 Peso sind zwei völlig verschiedene Modelle. Beim ersten müssten Produktions- und Vertriebskosten so weit sinken, dass der Markt den Preis selbst trägt. Beim zweiten bleibt der reale Preis höher und ein Teil wird aus öffentlichen Mitteln finanziert. Die aktuellen Aussagen des Landwirtschaftsministers machen deutlich, dass die Regierung inzwischen auf das zweite Modell setzt. – RM
Quellen:
- The Philippine Star: DA: P20/kilo rice market price now out of reach
- Philippine Statistics Authority: Price Situationer of Selected Agricultural Commodities – First Phase of August 2026
- Department of Agriculture: NFA raises palay floor price, shields Iloilo harvest season







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