MANILA – Das Warenhandelsdefizit der Philippinen hat sich im Juli 2026 deutlich ausgeweitet. Nach vorläufigen Daten der Philippine Statistics Authority (PSA) lag die Lücke zwischen Warenimporten und -exporten bei 5,97 Milliarden US-Dollar. – klajoo.com – Das entspricht grob rund fünf Milliarden Euro und einem Anstieg des Defizits um 34,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.
Der wichtigste Grund ist die unterschiedliche Dynamik auf beiden Seiten des Handels. Die Einfuhren stiegen im Jahresvergleich um 19,8 Prozent, die Ausfuhren dagegen nur um 10,8 Prozent. Damit wuchsen die Importe im Juli prozentual fast doppelt so schnell wie die Exporte.
Importe erreichen Rekordwert für Januar bis Juli
Von Januar bis Juli summierten sich die Warenimporte nach PSA-Angaben auf 92,26 Milliarden US-Dollar, grob knapp 80 Milliarden Euro. Für diesen Siebenmonatszeitraum ist das nach der PSA-Zeitreihe der höchste Wert seit Beginn der vergleichbaren Daten 1991.
China blieb im Juli mit einem Anteil von 29,5 Prozent der wichtigste Herkunftsmarkt philippinischer Importe. Diese starke Konzentration macht sichtbar, wie eng die philippinische Industrie und der Konsum bei Vorprodukten, Maschinen, Elektronik und anderen Waren mit chinesischen Lieferketten verbunden sind.
Ein Handelsdefizit ist nicht automatisch eine Krise
Ein hohes Handelsdefizit bedeutet zunächst, dass die Philippinen mehr Waren importieren als exportieren. Das ist nicht automatisch negativ: Ein Teil der Einfuhren besteht aus Maschinen, elektronischen Bauteilen, Brennstoffen und anderen Vorprodukten, die für Produktion und Investitionen benötigt werden.
Problematisch wird ein dauerhaft großes Defizit vor allem dann, wenn die zusätzlichen Importe nicht in höhere produktive Kapazitäten münden oder wenn gleichzeitig andere Devisenzuflüsse schwach ausfallen. Umgekehrt können Überweisungen von Filipinos im Ausland, Dienstleistungen wie Business Process Outsourcing, Tourismus, Investitionen und Kapitalzuflüsse einen Teil der Warenhandelslücke ausgleichen.
Der Juli-Wert sollte deshalb nicht mit der Zahlungsbilanz verwechselt werden. Die Zahlungsbilanz umfasst neben dem Warenhandel zahlreiche weitere grenzüberschreitende Geldströme. Für die weitere Entwicklung bleibt entscheidend, ob das starke Importwachstum vor allem produktiven Investitionen dient und ob die Exporte in den kommenden Monaten wieder stärker mithalten können. – RM
► Zahlungsbilanz der Philippinen im Juli wieder im Minus – Reserven bleiben dennoch komfortabel
Quellen:
- Philippine Statistics Authority – International Merchandise Trade Statistics of the Philippines, July 2026 (Preliminary)
- klajoo – Zahlungsbilanz der Philippinen im Juli wieder im Minus – Reserven bleiben dennoch komfortabel







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