Startseite » Haushaltsdefizit steigt bis Juli auf rund 12,4 Milliarden Euro – Zinskosten wachsen besonders stark
Manila

Haushaltsdefizit steigt bis Juli auf rund 12,4 Milliarden Euro – Zinskosten wachsen besonders stark

MANILA – Das Haushaltsdefizit der philippinischen Regierung ist in den ersten sieben Monaten 2026 auf 893,1 Milliarden Peso gestiegen. – klajoo.com – Umgerechnet sind das rund 12,4 Milliarden Euro. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres hatte das Defizit 784,4 Milliarden Peso betragen.

Allein im Juli lagen die staatlichen Ausgaben um 106,3 Milliarden Peso beziehungsweise rund 1,47 Milliarden Euro über den Einnahmen. Gegenüber dem Juli 2025 mit nur 18,9 Milliarden Peso Defizit wirkt der Anstieg um mehr als das Fünffache spektakulär. Der Vergleich ist jedoch durch die ungewöhnlich niedrige Vorjahresbasis verzerrt. Aussagekräftiger ist, warum Ausgaben und Einnahmen auseinanderliefen.

Die Einnahmen stiegen im Juli lediglich um 2,1 Prozent auf 482,3 Milliarden Peso, rund 6,68 Milliarden Euro. Die Steuereinnahmen entwickelten sich mit plus 7,0 Prozent deutlich besser. Gleichzeitig fielen die nichtsteuerlichen Einnahmen um knapp 40 Prozent.

Nach Angaben des Bureau of the Treasury spielte dabei vor allem der Zeitpunkt der Dividendenausschüttung der Bangko Sentral ng Pilipinas eine Rolle. Im Juli 2026 flossen davon nur 3,4 Milliarden Peso, gegenüber 18,9 Milliarden Peso im Vorjahresmonat.

Die staatlichen Ausgaben stiegen dagegen um 19,8 Prozent auf 588,6 Milliarden Peso, rund 8,16 Milliarden Euro. Das Finanzministerium nennt dafür mehrere Ursachen: Sozialprogramme des UPLIFT-Pakets zur Abfederung der Folgen des Nahostkonflikts, Ausgaben für die Modernisierung der Streitkräfte und Zahlungen für ausländisch finanzierte Bahnprojekte.

Besonders auffällig sind die Zinskosten. Sie erhöhten sich im Juli um 29,1 Prozent auf 137,2 Milliarden Peso, umgerechnet rund 1,90 Milliarden Euro. Von Januar bis Juli zahlte der Staat bereits 620,9 Milliarden Peso beziehungsweise rund 8,60 Milliarden Euro an Zinsen. Das waren 19,2 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2025.

Damit zeigt die Haushaltsrechnung einen Zielkonflikt, der durch die Geldpolitik noch wichtiger wird. Die BSP hat ihren Leitzins gerade erneut angehoben. Höhere Zinsen wirken nicht sofort auf den gesamten Staatsschuldenbestand, verteuern aber grundsätzlich neue Finanzierungen und die Refinanzierung auslaufender Schuldtitel. Je länger das Zinsniveau hoch bleibt, desto größer kann der Anteil des Haushalts werden, der für Schuldendienst statt für neue Leistungen oder Investitionen gebraucht wird
.
Trotz des hohen Juli-Defizits verzeichnete die Regierung ohne Zinszahlungen noch einen Primärüberschuss von 30,9 Milliarden Peso. Für die ersten sieben Monate insgesamt ergibt sich allerdings auch auf dieser Basis ein Primärdefizit von 272,2 Milliarden Peso.

Die Entwicklung ist deshalb weniger als einzelner Ausreißer im Juli zu lesen, sondern als Hinweis auf enger werdende finanzpolitische Spielräume. Einnahmen und Steuern wachsen weiterhin, doch Ausgaben und insbesondere Zinszahlungen steigen derzeit schneller. Für die Bewertung der Staatsfinanzen wird damit zunehmend entscheidend, ob zusätzliche Ausgaben tatsächlich Wachstum und langfristig höhere Einnahmen erzeugen oder dauerhaft über neue Schulden finanziert werden müssen. – RM

Quellen:

  • Bureau of the Treasury – NG Budget Deficit Widens to Php 106.3 Billion in July 2026, Year-to-Date Budget Gap Reaches Php 893.1 Billion
  • Bureau of the Treasury – Media Releases

Add Comment

Click here to post a comment