MANILA – Die Belastung durch Leptospirose nach den jüngsten Überschwemmungen führt nun zu einer konkreten Verlagerung von Patienten zwischen staatlichen Krankenhäusern. Das Philippine General Hospital (PGH) hat angeboten, Patienten des National Kidney and Transplant Institute (NKTI) zu übernehmen, die nicht wegen Leptospirose behandelt werden. – klajoo.com – Dadurch soll das spezialisierte Nierenzentrum zusätzliche Kapazitäten für Erkrankte mit schweren Nierenkomplikationen freihalten.
klajoo hatte bereits am 24. August über die volle Bettenauslastung des NKTI und die Einschränkung von Walk-in-Aufnahmen berichtet. Neu ist jetzt die formalisierte Zusammenarbeit mit dem PGH und die deutlich gestiegene landesweite Fallzahl.
845 zusätzliche gemeldete Fälle innerhalb von zwei Wochen
Nach den jüngsten Angaben des Department of Health (DOH) wurden bis zum 22. August landesweit 4.285 Leptospirosefälle registriert. Am 8. August waren es noch 3.440. Innerhalb von zwei Wochen kamen damit 845 gemeldete Fälle hinzu – ein Anstieg um rund 25 Prozent gegenüber dem damaligen kumulierten Stand.
Gleichzeitig bleibt die Jahresbilanz bislang unter dem Vorjahresniveau. Für den vergleichbaren Zeitraum 2025 wurden 6.839 Fälle gemeldet. Die beiden Zahlen widersprechen sich nicht: Landesweit kann die kumulierte Fallzahl niedriger sein als im Vorjahr, während eine kurzfristige Erkrankungswelle nach Überschwemmungen einzelne Regionen und spezialisierte Kliniken dennoch stark überlastet.
Genau das zeigt die Situation am NKTI. Das Krankenhaus in Quezon City behandelt besonders viele Patienten mit Nierenschäden und verfügt deshalb über eine zentrale Rolle bei schweren Leptospiroseverläufen. Nach Angaben des Krankenhauses und des DOH ist die Bettenkapazität ausgeschöpft; nicht dringende Walk-in-Aufnahmen wurden eingeschränkt.
PGH soll vor allem Nicht-Leptospirosepatienten übernehmen
Die Zusammenarbeit bedeutet nicht, dass sämtliche Leptospirosepatienten vom NKTI zum PGH verlegt werden. Im Gegenteil: Das PGH erklärte sich bereit, vor allem andere Patienten des NKTI zu übernehmen. Dadurch kann das Nierenzentrum seine spezialisierten Ressourcen stärker auf Leptospirosefälle mit renalem Behandlungsbedarf konzentrieren.
Das DOH nutzt dafür sein bestehendes Überweisungssystem zwischen Krankenhäusern. Einrichtungen mit Kapazitätsproblemen können über das Health Emergency Management Bureau Patienten in andere Kliniken steuern lassen. Zudem wurden in mehreren Regionen spezielle Express- beziehungsweise Fast-Lane-Strukturen für Leptospirose eingerichtet.
Nach Angaben des DOH wurden außerdem rund 3,1 Millionen Doxycyclin-Kapseln für die Prophylaxe nach möglichem Hochwasserkontakt bereitgestellt. Die Gesundheitsbehörde weist darauf hin, dass eine Einnahme nach ärztlicher Risikobewertung erfolgen soll und nicht als pauschale Selbstmedikation.
Die nächsten Tage bleiben entscheidend
Leptospirose hat eine Inkubationszeit von mehreren Tagen. Deshalb können nach großflächigen Überschwemmungen neue Erkrankungen auch dann noch auftreten, wenn das Wasser bereits zurückgegangen ist. Für die Bewertung der Lage ist daher weniger die einzelne Tageszahl entscheidend als die Frage, ob die Neuaufnahmen weiter steigen und ob weitere Krankenhäuser ihre Kapazitätsgrenzen erreichen.
Die aktuelle Entwicklung ist damit ein gutes Beispiel dafür, warum landesweite Jahresvergleiche allein die tatsächliche Belastung des Gesundheitssystems nicht vollständig abbilden. Trotz einer bislang niedrigeren Gesamtzahl als 2025 kann eine regionale Häufung innerhalb kurzer Zeit ein spezialisiertes Krankenhaus vollständig auslasten. – RM
► Leptospirose belastet staatliches Nierenzentrum – NKTI schränkt Walk-in-Aufnahmen ein
Quellen:
- Philippine News Agency – PGH ready to accept NKTI patients amid leptospirosis surge
- Philippine Information Agency / PCO – Palasyo: PGH handang tumulong sa NKTI habang tumataas ang kaso ng leptospirosis







Add Comment