Startseite » Lebensversicherer nehmen fast 18 Prozent mehr Prämien ein – Auszahlungen steigen noch schneller
Manila

Lebensversicherer nehmen fast 18 Prozent mehr Prämien ein – Auszahlungen steigen noch schneller

MANILA – Die philippinische Lebensversicherungsbranche hat im ersten Halbjahr 2026 deutlich mehr Prämien eingenommen. – klajoo.com – Nach Daten der Insurance Commission (IC) stiegen die Prämieneinnahmen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 17,91 Prozent von 195,05 auf 229,98 Milliarden Peso. Das entspricht rund 3,2 Milliarden Euro.

Die reine Wachstumszahl erzählt allerdings nur einen Teil der Geschichte. Die Leistungen an Versicherte und Begünstigte stiegen mit 19,57 Prozent noch etwas schneller und erreichten 69,21 Milliarden Peso. Gleichzeitig legte der Nettogewinn der Branche nur um 3,42 Prozent auf 21,42 Milliarden Peso zu. Die Branche wächst also kräftig, aber die höheren Einnahmen schlagen sich nicht im gleichen Verhältnis im Ergebnis nieder.

VUL bleibt größtes Segment – traditionelle Policen wachsen schneller

Den größten Teil der Prämieneinnahmen liefern weiterhin Variable Universal Life Policies, kurz VUL. Diese Produkte verbinden eine Lebensversicherung mit einer Kapitalanlage, deren Wertentwicklung von den zugrunde liegenden Fonds beziehungsweise Anlagekomponenten abhängt. Die VUL-Prämien stiegen im ersten Halbjahr um 14,79 Prozent auf 150,03 Milliarden Peso. Das sind rund 2,1 Milliarden Euro und etwa zwei Drittel der gesamten Prämieneinnahmen der Lebensversicherer.

Prozentual stärker wuchs jedoch das traditionelle Lebensversicherungsgeschäft. Dort nahmen die Unternehmen 79,95 Milliarden Peso ein, rund 24,25 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. VUL ist damit weiterhin das größte Segment, aber nicht das Segment mit dem stärksten prozentualen Wachstum.

Diese Unterscheidung ist für Verbraucher wichtig. Bei klassischen Lebensversicherungen stehen garantierte beziehungsweise vertraglich festgelegte Versicherungsleistungen stärker im Vordergrund. Bei VUL-Produkten hängt ein Teil des Vertragswertes von der Entwicklung der gewählten Anlagen ab. Versicherungsschutz und Kapitalanlage werden in einem Produkt kombiniert, was Chancen, Kosten und Risiken schwerer vergleichbar machen kann als bei einer reinen Risikolebensversicherung oder einer separat gehaltenen Geldanlage.

Auszahlungen steigen auf rund 69 Milliarden Peso

Die Versicherer zahlten im ersten Halbjahr insgesamt 69,21 Milliarden Peso an Leistungen aus, gegenüber 57,88 Milliarden Peso im Vorjahreszeitraum. Das entspricht einem Anstieg um 19,57 Prozent und umgerechnet rund 960 Millionen Euro.

Ein stärkerer Anstieg der Auszahlungen als der Prämien ist nicht automatisch ein Warnsignal. Lebensversicherer kalkulieren langfristig mit Todesfallleistungen, Ablaufleistungen, Rückkäufen und anderen vertraglichen Zahlungen. Entscheidend ist, ob Rückstellungen, Kapitalanlagen und laufende Einnahmen ausreichen, um die Verpflichtungen dauerhaft zu erfüllen.

Die Insurance Commission bewertet die Halbjahreszahlen deshalb weiterhin als Zeichen einer stabilen und widerstandsfähigen Branche. Die gesamten Vermögenswerte der Lebensversicherer stiegen um 8,77 Prozent auf 2,17 Billionen Peso, umgerechnet rund 30 Milliarden Euro.

Gewinn wächst deutlich langsamer als das Geschäft

Auffällig ist dennoch die unterschiedliche Dynamik. Während die Prämien um 17,91 Prozent und die Auszahlungen um 19,57 Prozent stiegen, erhöhte sich der Nettogewinn lediglich von 20,72 auf 21,42 Milliarden Peso. Das Plus beträgt 3,42 Prozent.

Aus diesen drei Kennzahlen allein lässt sich nicht ableiten, dass die Profitabilität strukturell unter Druck steht. Dafür wären unter anderem Kapitalerträge, Kosten, Rückstellungen, Produktmix und einzelne Bilanzpositionen detaillierter zu prüfen. Die Zahlen zeigen aber, dass stark wachsende Prämieneinnahmen nicht mit einem ebenso starken Gewinnwachstum gleichgesetzt werden dürfen.

Versicherungsdurchdringung bleibt niedrig

Auch im größeren wirtschaftlichen Maßstab bleibt der philippinische Versicherungsmarkt relativ klein. Nach Angaben der Insurance Commission lag die Versicherungsdurchdringung – also das Verhältnis der gesamten Versicherungsprämien zum Bruttoinlandsprodukt – im zweiten Quartal bei 1,96 Prozent. Im ersten Quartal waren es 2,04 Prozent, im zweiten Quartal 2025 dagegen 1,80 Prozent.

Damit wächst das Prämienvolumen zwar schneller als im Vorjahr, Versicherungen machen gemessen an der gesamten Wirtschaftsleistung aber weiterhin nur einen kleinen Anteil aus. Für die Branche liegt darin weiteres Wachstumspotenzial. Für Verbraucher ist entscheidender, ob Produkte verständlich, bezahlbar und für den jeweiligen Absicherungsbedarf geeignet sind.

Nicht jede steigende Prämie bedeutet mehr Absicherung

Die neuen Halbjahreszahlen zeigen eine robuste Nachfrage nach Lebensversicherungen und Anlageprodukten. Sie beantworten aber nicht automatisch die Frage, ob mehr Menschen erstmals ausreichend versichert sind. Ein großer Teil des Wachstums kann auch daraus entstehen, dass bestehende Kunden höhere Beiträge leisten, Einmalprämien zahlen oder stärker in VUL-Produkte investieren.

Für eine Bewertung der tatsächlichen Absicherung der Bevölkerung wären daher zusätzlich die Zahl aktiver Policen, Neuabschlüsse, durchschnittliche Versicherungssummen, Vertragskündigungen und die Verteilung nach Einkommensgruppen wichtig. Die 17,91 Prozent Prämienwachstum sind ein starkes Branchensignal – aber kein alleiniger Maßstab dafür, wie gut philippinische Haushalte gegen Tod, Krankheit oder andere finanzielle Risiken abgesichert sind. – RM

Quellen:

  • Philippine News Agency – Investment-linked insurance leads H1 2026 premium growth
  • BusinessMirror – Insurance sector posts moderate H1 income
  • BusinessMirror – PHL insurance penetration slips to 1.96%, says Insurance Commission
  • Insurance Commission – Life Based on EQRSFS / quarterly industry performance archive
  • ECB – Euro reference exchange rates, 25. August 2026

Add Comment

Click here to post a comment