MANILA – Die philippinische Regierung will die Mittel für die Modernisierung der Streitkräfte im Haushaltsjahr 2027 deutlich erhöhen. Im National Expenditure Program sind für das Revised Armed Forces of the Philippines Modernization Program (RAFPMP) 50 Milliarden Peso vorgesehen. 2026 waren es 40 Milliarden Peso. Der geplante Anstieg beträgt damit 25 Prozent.
Beim aktuellen Wechselkurs entsprechen 50 Milliarden Peso rund 695 Millionen Euro. Die zusätzliche Summe von zehn Milliarden Peso entspricht etwa 139 Millionen Euro. Wichtig ist jedoch der Status: Es handelt sich um den Haushaltsentwurf der Regierung. Der Kongress kann die Ansätze im weiteren Haushaltsverfahren noch verändern.
DBM spricht selbst nur von einer teilweisen Finanzierung des Bedarfs
Das Department of Budget and Management (DBM) beschreibt die 50 Milliarden Peso ausdrücklich als Beitrag, um die Anforderungen des Modernisierungsprogramms teilweise zu erfüllen. Damit ist die Zahl nicht mit einer vollständig finanzierten Beschaffungsliste gleichzusetzen.
Das RAFPMP geht auf den AFP Modernization Act zurück und soll die Fähigkeiten der Armed Forces of the Philippines (AFP) langfristig verbessern. Dazu gehören grundsätzlich Ausrüstung, Systeme und Infrastruktur für Land-, Luft- und Seestreitkräfte. Welche konkreten Beschaffungsvorhaben aus dem 2027er Ansatz finanziert werden, geht aus der aktuellen DBM-Mitteilung jedoch nicht hervor.
Gerade bei großen Rüstungsprojekten ist diese Unterscheidung wichtig. Ein Haushaltsansatz schafft finanziellen Spielraum, ist aber noch kein abgeschlossener Kaufvertrag und sagt auch nicht automatisch aus, wann ein System geliefert oder einsatzbereit sein wird.
Mehr Geld auch für Verpflegungszulagen
Parallel zur Modernisierung plant die Regierung 73,67 Milliarden Peso für die Verpflegungszulagen von 583.130 Angehörigen des Militärs und anderer uniformierter Dienste. Das sind umgerechnet gut eine Milliarde Euro.
Die tägliche Subsistence Allowance war zum 1. Januar 2026 von 150 auf 350 Peso angehoben worden. Für 2027 liegt der vorgeschlagene Gesamtansatz nach DBM-Angaben rund drei Prozent über dem Niveau des laufenden Haushaltsjahres. Als Grund nennt das Ministerium vor allem eine erwartete höhere Zahl besetzter Stellen.
Damit zeigt der Haushaltsentwurf zwei unterschiedliche Ausgabenrichtungen: Auf der einen Seite sollen zusätzliche Mittel in militärische Fähigkeiten fließen, auf der anderen Seite steigen die laufenden Personalkosten beziehungsweise Zulagen.
Mehr Geld bedeutet noch keine geschlossene Fähigkeitslücke
Die Regierung begründet die höheren Modernisierungsmittel mit den wachsenden sicherheitspolitischen Anforderungen und dem Schutz von Souveränität und territorialer Integrität. Das passt zur stärkeren sicherheitspolitischen Ausrichtung der vergangenen Jahre, insbesondere angesichts der Spannungen in der West Philippine Sea.
Trotz des deutlichen Plus von zehn Milliarden Peso sollte die Zahl deshalb nicht als Hinweis verstanden werden, dass die Modernisierung nun vollständig finanziert wäre. Das DBM formuliert selbst vorsichtiger und spricht von einer teilweisen Deckung des Bedarfs. Entscheidend wird sein, welche konkreten Projekte der Kongress finanziert, welche Verträge tatsächlich geschlossen werden und wie schnell daraus einsatzfähige Fähigkeiten entstehen. – RM
Quellen:
- Department of Budget and Management – PBBM admin increases AFP modernization fund by P10-B in 2027







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