MANILA – 49 von 113 staatlichen Universitäten und Colleges auf den Philippinen sollen nach dem Haushaltsentwurf für 2027 geringere Mittel erhalten als im laufenden Jahr. Das entspricht 43,46 Prozent der State Universities and Colleges (SUCs). – klajoo.com – Die zugrunde liegenden Einzelansätze sind im National Expenditure Program (NEP) des Department of Budget and Management (DBM) veröffentlicht; die landesweite Gegenüberstellung wurde unter anderem vom National Union of Students of the Philippines (NUSP) und dem Inquirer ausgewertet.
Nach dieser Auswertung sinkt die Gesamtsumme für die SUCs von rund 137,9 Milliarden Peso im laufenden Haushalt auf 134,6 Milliarden Peso im Entwurf für 2027. Das wäre ein Rückgang um rund 3,3 Milliarden Peso oder etwa 2,4 Prozent. Umgerechnet geht es um eine Verringerung von ungefähr 46 Millionen Euro – von rund 1,92 auf 1,87 Milliarden Euro.
Große Unterschiede zwischen einzelnen Hochschulen
Die Kürzungen verteilen sich allerdings sehr ungleich. Besonders deutliche prozentuale Rückgänge weist die Auswertung für die Mariano Marcos State University in Ilocos Norte aus: von rund 1,75 Milliarden auf 1,25 Milliarden Peso, ein Minus von 28,88 Prozent. Beim Camiguin Polytechnic State College soll der Ansatz von 286,99 auf 205,75 Millionen Peso sinken, ein Rückgang um 28,31 Prozent.
Für die Leyte Normal University werden 458,55 Millionen statt 618,94 Millionen Peso genannt, für die Biliran Province State University 621,39 statt 832,33 Millionen. Auch die Philippine Normal University und das J.H. Cerilles State College gehören zu den Einrichtungen mit Rückgängen von mehr als 20 Prozent.
Regional fällt Eastern Visayas besonders auf. Dort sollen nach der Auswertung neun von zehn staatlichen Hochschulen weniger erhalten; lediglich die Eastern Visayas State University weist einen höheren Ansatz auf. Caraga ist dagegen die einzige Region, in der keine staatliche Hochschule einen Rückgang verzeichnet.
Der größte Teil des landesweiten Rückgangs entfällt rechnerisch auf UP
Ein genauer Blick auf die Gesamtsumme verändert jedoch das Bild. Für das University of the Philippines System wird ein Rückgang um rund 2,95 Milliarden Peso genannt. Das entspricht etwa 41 Millionen Euro. Vergleicht man diese Zahl mit dem gesamten Rückgang der SUC-Budgets von rund 3,3 Milliarden Peso, entfällt rechnerisch der weitaus größte Teil der landesweiten Differenz auf UP.
Das bedeutet nicht, dass die Kürzungen bei anderen Hochschulen unbedeutend wären. Es zeigt aber, dass die Aussage „43 Prozent der Hochschulen bekommen weniger“ und die Aussage „der gesamte Hochschuletat sinkt“ zwei unterschiedliche Ebenen beschreiben. Viele einzelne Einrichtungen verlieren Mittel, während die Gesamtdifferenz stark von wenigen großen Positionen geprägt wird.
Nicht jede Kürzung betrifft den laufenden Lehrbetrieb gleich
Entscheidend ist außerdem, welche Ausgabenart sinkt. Bei mehreren Hochschulen sind starke Rückgänge bei Capital Outlay, also Investitionen etwa in Gebäude, Infrastruktur oder größere Anschaffungen, ein wesentlicher Teil der Differenz. Für die Mariano Marcos State University wurde beispielsweise ein besonders starker Rückgang der Investitionsmittel ausgewiesen.
Die Regierung hat bei der Kritik an den Kürzungen für das UP-System und das Philippine General Hospital darauf verwiesen, dass einzelne im Jahr 2026 finanzierte Projekte abgeschlossen seien und deshalb 2027 nicht erneut im selben Umfang veranschlagt würden. Ein niedrigerer Gesamtetat muss deshalb nicht automatisch bedeuten, dass Lehrbetrieb, Gehälter oder laufende Leistungen im gleichen Verhältnis gekürzt werden.
Umgekehrt wäre es ebenso falsch, sämtliche Rückgänge als bloßes Auslaufen abgeschlossener Bauprojekte abzutun. Bei einzelnen Hochschulen sinken auch Maintenance and Other Operating Expenses (MOOE), also Mittel für den laufenden Betrieb. Die konkrete Wirkung muss deshalb Hochschule für Hochschule und Ausgabenposten für Ausgabenposten betrachtet werden.
Haushaltsentwurf ist noch nicht endgültig
Der NUSP kritisiert die geplanten Kürzungen und fordert höhere Mittel für die staatlichen Hochschulen. Das DBM stellt demgegenüber den gesamten Haushaltsentwurf als Priorisierung von Bildung, Gesundheit, sozialer Sicherung, Infrastruktur und anderen Entwicklungsaufgaben dar.
Beide Positionen müssen vom tatsächlichen Haushaltsverfahren getrennt werden. Das NEP ist der Vorschlag der Exekutive und noch nicht der endgültige Staatshaushalt. Repräsentantenhaus und Senat können Ansätze verändern. Für Studenten und Hochschulen ist daher nicht nur wichtig, welche Zahl derzeit im Entwurf steht, sondern ob der Kongress die gekürzten Positionen wieder anhebt – und ob es sich dabei um laufende Mittel oder zeitlich begrenzte Investitionsprojekte handelt. – RM
Quellen:
- Inquirer – 43% of state universities, colleges face budget cuts in 2027
- Northern Dispatch – North Luzon SUCs face budget cuts in proposed 2027 budget
- Presidential Communications Office – Malacañang press briefing on the proposed 2027 budget







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