MANILA – Das Department of Migrant Workers (DMW) warnt Filipinos, die im Ausland arbeiten wollen, davor, bei einem Arbeitsvertrag nur auf das angebotene Gehalt zu schauen. – klajoo.com – Vor der Unterschrift sollten sämtliche Bedingungen genau geprüft werden. Stimmen Angaben nicht mit dem zuvor Vereinbarten überein oder bleiben wichtige Punkte unklar, rät die Behörde dazu, den Vertrag nicht zu unterschreiben.
Besonders wichtig sind nach Angaben des DMW die konkrete Tätigkeit, Lohn und weitere Leistungen sowie die Arbeitsbedingungen. Ein klar formulierter Arbeitsvertrag soll helfen, Missbrauch und nachträgliche Auseinandersetzungen über die vereinbarten Bedingungen zu vermeiden.
Diese Punkte sollten im Vertrag eindeutig sein
Die philippinischen Regeln für die Beschäftigung von Overseas Filipino Workers sehen Mindestangaben für Arbeitsverträge vor. Je nach Zielland und Berufsgruppe können zusätzliche oder abweichende Bestimmungen gelten. Zu den zentralen Punkten gehören:
- vollständiger Name und Anschrift des Arbeitgebers,
- genaue Tätigkeit und Arbeitsort,
- Grundlohn sowie vereinbarte Zulagen und weitere Leistungen,
- Art und Zeitpunkt der Lohnzahlung,
- Beginn und Dauer des Arbeitsvertrags,
- regelmäßige Arbeitszeit und Ruhetage,
- Vergütung von Überstunden sowie Arbeit an Ruhe- und Feiertagen,
- Urlaubs- und Krankheitsregelungen,
- Verpflegung und Unterkunft oder entsprechende Leistungen, soweit diese zum Vertrag gehören,
- medizinische Versorgung entsprechend den geltenden Vertragsbedingungen,
- Gründe und Verfahren für eine Beendigung des Arbeitsverhältnisses,
- Regelungen für Streitfälle und
- Bestimmungen zur Rückreise beziehungsweise Rückführung.
Nicht jeder Vertrag muss diese Punkte in exakt derselben Form enthalten. Arbeitsrecht, bilaterale Vereinbarungen und besondere Standardverträge für einzelne Länder oder Berufsgruppen können zusätzliche Vorgaben machen.
Auf Unterschiede zum ursprünglichen Angebot achten
Ein besonderes Warnzeichen sind Abweichungen zwischen dem Arbeitsvertrag und dem, was zuvor von Arbeitgeber oder Vermittlungsagentur zugesagt wurde. Das kann beispielsweise eine andere Tätigkeit, ein niedrigerer Lohn, ein anderer Arbeitsort oder schlechtere Arbeitsbedingungen betreffen.
Das DMW rät ausdrücklich, einen Vertrag nicht zu unterschreiben, wenn Angaben verdächtig erscheinen oder nicht mit den vorherigen Vereinbarungen übereinstimmen. Gerade bei einer Beschäftigung im Ausland ist eine spätere Korrektur schwieriger, sobald der Arbeitnehmer bereits ausgereist ist und seine Arbeit aufgenommen hat.
Auch Arbeitgeber und Jobangebot überprüfen
Der Vertrag allein schützt nicht vor illegaler Arbeitsvermittlung. Bewerber sollten deshalb zusätzlich prüfen, ob eine beteiligte philippinische Vermittlungsagentur vom DMW zugelassen ist und ob für die angebotene Stelle ein genehmigter Job Order vorliegt. Das DMW stellt hierfür Online-Abfragen zur Verfügung.
Besondere Vorsicht ist bei Angeboten geboten, die ausschließlich über soziale Netzwerke oder Messenger abgewickelt werden, bei denen Geld ohne nachvollziehbare Belege verlangt wird oder bei denen eine Ausreise mit Touristenvisum für eine reguläre Beschäftigung angeboten wird.
Vertragsprüfung wird zunehmend online möglich
Das DMW hat 2026 die Möglichkeiten zur Überprüfung von Arbeitsverträgen erweitert. Seit Juni steht für geeignete Fälle ein Online Employment Contract Verification System zur Verfügung. Außerdem arbeiten Migrant Workers Offices im Ausland weiterhin an der Prüfung von Verträgen, wenn eine solche Verifizierung für die Dokumentation eines OFW erforderlich ist.
Bei der Vertragsprüfung wird nicht lediglich kontrolliert, ob ein Dokument vorhanden ist. Ziel ist auch festzustellen, ob die Arbeitsbedingungen mit den philippinischen Vorschriften sowie den geltenden Regeln und Standards im Beschäftigungsland vereinbar sind.
Eine Unterschrift bestätigt mehr als nur das Gehalt
Ein hohes Monatsgehalt kann ein Angebot attraktiv erscheinen lassen. Entscheidend für den tatsächlichen Wert eines Arbeitsplatzes sind aber auch Arbeitszeit, freie Tage, Unterkunft, Zulagen, mögliche Abzüge, Aufgabenbereich und die Bedingungen, unter denen das Arbeitsverhältnis beendet werden kann.
Wer erst nach der Ankunft feststellt, dass Tätigkeit oder Arbeitsbedingungen anders sind als erwartet, befindet sich häufig in einer deutlich schwierigeren Position. Die aktuelle DMW-Warnung ist deshalb vor allem ein Hinweis darauf, einen Arbeitsvertrag nicht als Formalität für die Ausreise zu behandeln, sondern als Grundlage des späteren Arbeitsverhältnisses. – RM
Quellen:
- SunStar: „DMW urges OFWs to read employment contract details“
- Department of Migrant Workers: „Department Circulars – 2023 DMW Rules and Regulations Governing the Recruitment and Employment of Landbased Overseas Filipino Workers“
- Department of Migrant Workers: „More Contract Verification Centers for OFWs Now Open in the Philippines“
- Department of Migrant Workers: „DMW and DataFlow Group Sign an Agreement on the Online Employment Contract Verification System“
- Department of Migrant Workers: „Approved Job Orders“







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