MANILA – Das philippinische Bildungsministerium Department of Education (DepEd) will am 25. August landesweit an Schulen den Umgang mit bewaffneten und anderen akuten Bedrohungslagen üben. – klajoo.com – Die Ankündigung folgt auf die tödlichen Schusswaffenvorfälle in Tacloban und Zamboanga und macht aus den seit Wochen diskutierten Sicherheitsplänen erstmals eine konkrete, landesweit terminierte Maßnahme.
Bei den Übungen sollen Schulen je nach örtlichen Gegebenheiten Abläufe für Lockdown, Lockout oder Evakuierung erproben. DepEd hatte bereits im Juli bei einem nationalen Schulsicherheitsgipfel entsprechende Szenarien demonstriert und ausdrücklich betont, dass Schulen keine starre Einheitslösung übernehmen sollen. Gebäude, Zahl der Zugänge, verfügbare Sicherheitskräfte und Möglichkeiten zur Evakuierung unterscheiden sich erheblich.
Übungen sind nur ein Teil der Prävention
Die neue Übung reagiert auf ein reales Problem, beantwortet aber nur einen Teil der Frage, wie Gewalt an Schulen verhindert werden kann. Ein Alarmplan kann Lehrern und Schülern helfen, in einer akuten Situation schneller und geordneter zu reagieren. Er verhindert jedoch nicht, dass eine Waffe auf das Schulgelände gelangt oder dass eine gefährliche Entwicklung im Vorfeld übersehen wird.
DepEd hat deshalb parallel weitere Maßnahmen angekündigt: engere Zusammenarbeit mit der Polizei, Sicherheitsüberprüfungen an Schulen, psychologische Unterstützung, Schulberater und Programme zur Früherkennung auffälliger Entwicklungen. Nach den jüngsten Fällen wird entscheidend sein, wie weit diese Maßnahmen tatsächlich umgesetzt sind und ob Schulen außerhalb der großen Städte personell und technisch über die gleichen Möglichkeiten verfügen.
Keine Übung kann für jede Schule gleich aussehen
Gerade bei bewaffneten Bedrohungslagen kann eine falsche Standardreaktion zusätzliche Risiken schaffen. Ob ein Gebäude verriegelt, ein Gelände verlassen oder ein bestimmter Bereich gemieden werden soll, hängt von der Position des Angreifers und der örtlichen Bauweise ab. Dass DepEd lokale Notfallpläne statt eines einzigen landesweiten Schemas verlangt, ist deshalb ein wichtiger Bestandteil des Ansatzes.
Die landesweite Übung am 25. August sollte daher nicht daran gemessen werden, ob alle Schulen denselben Ablauf absolvieren. Wichtiger ist, ob jede Schule anschließend einen realistischen Plan besitzt, Verantwortlichkeiten geklärt sind, Kommunikationswege funktionieren und erkannte Schwachstellen tatsächlich behoben werden.
Nach Zamboanga wird die Umsetzung entscheidend
Die Regierung hat nach den Schulschießereien zahlreiche Sicherheitsmaßnahmen angekündigt. Mit der landesweiten Übung entsteht nun ein überprüfbarer nächster Schritt. Für die weitere Bewertung wird entscheidend sein, ob DepEd nach dem 25. August offenlegt, wie viele Schulen teilgenommen haben, welche Probleme festgestellt wurden und welche konkreten Verbesserungen daraus folgen.
Nur die Durchführung eines Drills wäre noch kein Nachweis dafür, dass Schulen sicherer geworden sind. Der eigentliche Wert liegt darin, Schwachstellen sichtbar zu machen und anschließend zu beseitigen.
Quellen:
- Cebu Daily News: DepEd to roll out nationwide active-threat school drill on Aug. 25
- Asia News Network: Philippine education department pilots active-threat drills in schools to prevent incidents
- DepEd Region X: Regional issuances on preventive measures, emergency response drills and school-PNP coordination







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