Startseite » RSSI-Krise: Was die Zahl von 301.084 „Betroffenen“ tatsächlich bedeutet
Allgemein

RSSI-Krise: Was die Zahl von 301.084 „Betroffenen“ tatsächlich bedeutet

MANILA – Der Schädlingsbefall auf Zuckerrohrflächen in Western und Central Visayas sowie in der Negros Island Region hat nach neuen Katastrophenschutzdaten Auswirkungen auf 301.084 Menschen in 74.115 Familien. – klajoo.com – Die Zahl zeigt die soziale Reichweite der Krise, darf aber nicht mit 301.084 geschädigten Zuckerrohrbauern gleichgesetzt werden. Die verschiedenen Behörden erfassen „Betroffene“, validierte Landwirte und tatsächlich geschädigte Flächen nach unterschiedlichen Kriterien.

Mehr als 300.000 Menschen in DROMIC-Statistik

Nach den jüngsten Angaben des Disaster Response Operations Monitoring and Information Center (DROMIC) wurden 909 Barangays in Iloilo, Capiz, Negros Occidental und Negros Oriental als betroffen erfasst. Die bisher bereitgestellte humanitäre Unterstützung lag bei rund 64,86 Millionen Peso. Häuser mussten demnach nicht wegen des Schädlings geräumt werden; die Auswirkungen betreffen vor allem Einkommen, Landwirtschaft und Versorgung.

Der Begriff „affected persons“ ist bei DROMIC bewusst weiter gefasst als die Zahl unmittelbar geschädigter Bauern. Nach den DSWD-Regeln können dazu Personen und Familien gehören, deren tägliche Lebensführung durch ein Katastrophenereignis unterbrochen oder beeinträchtigt wird. Auch indirekt Betroffene und Menschen, die in ihren Wohnungen bleiben, können erfasst werden.

Direkt betroffene Landwirte sind deutlich weniger

Das erklärt einen Teil der großen Differenz zu den landwirtschaftlichen Statistiken. Ende Juli meldeten Behörden für die Negros Island Region 11.461 betroffene Zuckerrohrbauern. In Western Visayas waren damals 767 Landwirte validiert, in Eastern Visayas 93 und in Central Visayas fünf. Diese Zahlen beziehen sich auf identifizierte beziehungsweise validierte Produzenten und nicht auf sämtliche Haushaltsmitglieder oder indirekt betroffene Personen.

Auch bei den Flächen muss zwischen gemeldeten und bereits überprüften Schäden unterschieden werden. Für die Negros Island Region waren Ende Juli 78.352 Hektar als betroffen gemeldet, davon aber erst 28.464,75 Hektar validiert. In Western Visayas standen 12.308 gemeldeten Hektar zu diesem Zeitpunkt 1.523,54 Hektar validierte Fläche gegenüber. Solche Unterschiede sind bei einem laufenden Schadensereignis normal, zeigen aber, warum vorläufige Zahlen nicht als endgültig behandelt werden dürfen.

Capiz besonders stark getroffen

Capiz hatte Mitte August wegen des Befalls den Katastrophenzustand ausgerufen. Nach Angaben der Provinz waren dort rund 3.331 Hektar Zuckerrohr betroffen. Das entsprach etwa drei Vierteln der Zuckerrohrflächen der Provinz. Mehr als 1.800 Pflanzer wurden als betroffen gemeldet. Die Schäden reichen von teilweisem Befall bis zu vollständig zerstörten Beständen.

Der Red Striped Soft Scale Insect (RSSI) saugt Pflanzensaft und kann bei starkem Befall Wachstum und Zuckerertrag deutlich reduzieren. Entscheidend ist deshalb nicht nur, wie viele Hektar Spuren des Schädlings zeigen, sondern wie stark die Pflanzen geschädigt sind und ob die Ernte noch wirtschaftlich verwertbar bleibt.

Hilfen erreichen bislang nur einen Teil der Betroffenen

In Negros wurden Anfang August rund 6.000 durch den Schädlingsbefall betroffene Zuckerrohrbauern mit insgesamt etwa 64,7 Millionen Peso unterstützt. Pro Empfänger wurden rund 10.325 Peso ausgezahlt. Solche Hilfen können kurzfristige Einkommensverluste abfedern, ersetzen aber keine Ernte, wenn größere Flächen tatsächlich ausfallen.

Das DSWD konzentriert sich auf soziale und finanzielle Unterstützung, während Landwirtschaftsbehörden technische Maßnahmen gegen den Schädling koordinieren. Für die weitere Bewertung ist daher entscheidend, wie schnell die validierte Schadensfläche wächst, wie viele Farmarbeiter neben den Eigentümern betroffen sind und wie sich die nächste Ernte entwickelt.

Noch kein Beleg für 301.084 Einkommensausfälle

Die Zahl von 301.084 Menschen ist deshalb wichtig, aber sie beschreibt nicht 301.084 direkte Ernteverluste. Sie ist ein Maß für die Reichweite des Ereignisses innerhalb der betroffenen Gemeinden. Für eine wirtschaftliche Bewertung müssen zusätzlich die Zahl der validierten Landwirte, die beschädigte Fläche, der erwartete Produktionsausfall und die Beschäftigung in der Zuckerindustrie betrachtet werden.

Gerade dieser Unterschied ist für die weitere Berichterstattung entscheidend. Steigt die Zahl der validierten Flächen und Landwirte weiter stark, wäre das ein Hinweis auf eine Verschärfung der landwirtschaftlichen Krise. Bleibt der direkte Schaden deutlich unter der breiteren DROMIC-Zahl, wäre die soziale Reichweite zwar groß, der eigentliche Ernteausfall aber geringer als die Zahl von mehr als 300.000 Betroffenen zunächst vermuten lässt. – RM

Quellen:

  • DSWD: Memorandum Circular No. 5, Series of 2024 – DROMIC reporting definitions
  • Philippine News Agency: Daten zu betroffenen und validierten Zuckerrohrflächen und Landwirten
  • Philippine Information Agency: Capiz under state of calamity due to RSSI infestation
  • Philippine News Agency: Cash aid for pest-hit sugarcane farmers in Negros
  • Philippine Information Agency / DSWD: Hilfe für Zuckerrohrbauern und Farmarbeiter
  • Panay News: Over 301K Visayans affected by sugarcane pest

Add Comment

Click here to post a comment