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Manila

Höhere Nickelpreise treiben Gewinne philippinischer Produzenten – doch die Wertschöpfung bleibt größtenteils im Ausland

MANILA – Global Ferronickel Holdings (FNI) hat seinen Gewinn im ersten Halbjahr 2026 nahezu verdoppelt. – klajoo.com – Der den Aktionären zurechenbare Nettogewinn stieg von 622,1 Millionen auf rund 1,24 Milliarden Peso. Gleichzeitig erhöhte sich der Umsatz um 46,8 Prozent auf 4,82 Milliarden Peso. Hinter dem starken Ergebnis stehen sowohl höhere Verkaufspreise als auch eine gestiegene Menge exportierten Nickelerzes.

Damit hat FNI in nur sechs Monaten bereits rund 87 Prozent des Gewinns des gesamten Jahres 2025 verdient. Damals hatte das Unternehmen einen Jahresgewinn von 1,42 Milliarden Peso ausgewiesen. Der aktuelle Anstieg ist deshalb mehr als ein günstiges Einzelquartal.

Mehr Erz verkauft – aber vor allem deutlich höhere Preise

FNI verkaufte im ersten Halbjahr rund 1,81 Millionen Wet Metric Tons (WMT) Nickelerz, 11,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Insgesamt wurden 33 Schiffsladungen abgewickelt, gegenüber 29 im ersten Halbjahr 2025. Der wesentlich größere Hebel kam jedoch vom Preis: Der durchschnittlich erzielte Verkaufspreis erhöhte sich um 23,6 Prozent von 35,61 auf 44,03 US-Dollar je WMT.

Schon im ersten Quartal war dieser Effekt sichtbar. Damals stiegen die Liefermengen um 8,9 Prozent, der durchschnittliche Verkaufspreis aber um 23 Prozent. FNI erzielte allein in den ersten drei Monaten 478 Millionen Peso Gewinn – 169,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das Unternehmen führt die höheren Preise insbesondere auf ein knapperes Angebot infolge der Produktionsbeschränkungen in Indonesien zurück. FNI betreibt Nickelminen in Brooke’s Point auf Palawan und Cagdianao in Surigao del Norte. China bleibt ein zentraler Absatzmarkt. Im ersten Quartal gingen sämtliche Lieferungen aus Palawan nach China.

Auch Nickel Asia profitiert

Dass es sich nicht nur um einen besonderen Erfolg von FNI handelt, zeigt der Blick auf den größten philippinischen Nickelproduzenten Nickel Asia.

Dessen zurechenbarer Gewinn stieg im ersten Halbjahr 2026 um 93 Prozent auf 4,06 Milliarden Peso. Die Erlöse aus dem Erzverkauf legten um 45 Prozent zu. Nickel Asia verkaufte 8,65 Millionen WMT Erz, rund 10 Prozent mehr als ein Jahr zuvor; auch dort stiegen die durchschnittlich erzielten Preise um etwa 23 Prozent.

Zwei der größten philippinischen Nickelproduzenten zeigen damit nahezu gleichzeitig dasselbe Muster: etwas höhere Förder- und Verkaufsmengen treffen auf deutlich bessere Preise. Das spricht für einen breiteren Markteffekt und nicht lediglich für besonders günstige Bedingungen bei einem einzelnen Unternehmen.

Indonesien hat den Nickelmarkt selbst verändert

Der wichtigste externe Faktor liegt einige Tausend Kilometer südlich der Philippinen.

Indonesien ist innerhalb weniger Jahre zum dominierenden Akteur auf dem Weltmarkt geworden. Das Land stand 2025 für mehr als 60 Prozent der weltweiten Minenproduktion von Nickel. Grundlage dieses Aufstiegs war nicht nur der Ausbau der Förderung, sondern eine grundlegend andere Rohstoffpolitik: Indonesien verbot 2020 den Export unverarbeiteten Nickelerzes und zwang damit Unternehmen faktisch, Verarbeitungskapazitäten im Land aufzubauen. Milliardeninvestitionen – insbesondere chinesischer Unternehmen – flossen anschließend in Hütten, Raffinerien und Industrieparks.

Das riesige zusätzliche Angebot drückte in den vergangenen Jahren jedoch die Nickelpreise. Anfang 2026 änderte Jakarta deshalb erneut die Richtung. Die genehmigten Fördermengen sollten gegenüber 379 Millionen Tonnen Erz im Jahr 2025 auf ungefähr 260 bis 270 Millionen Tonnen begrenzt werden. Allein die Produktionsgenehmigung der riesigen Weda-Bay-Mine wurde zunächst von 42 Millionen Tonnen im Vorjahr auf zwölf Millionen Tonnen reduziert.

Die Aussicht auf ein kleineres Angebot ließ die Nickelpreise steigen – und verbessert damit unmittelbar die Erlöse philippinischer Minen.

Aus dem Konkurrenten Indonesien wird gleichzeitig ein Kunde

Die Entwicklung hat einen bemerkenswerten Nebeneffekt. Indonesien besitzt inzwischen so große Verarbeitungskapazitäten, dass die eigenen Minen diese bei begrenzter Förderung nicht vollständig versorgen können.

Bereits in den ersten elf Monaten 2025 importierten indonesische Verarbeitungsbetriebe nach Angaben des World Bureau of Metal Statistics rund 14 Millionen Tonnen Nickelerz von den Philippinen. Für 2026 wurde der Bedarf der indonesischen Hütten auf 340 bis 350 Millionen Tonnen Erz geschätzt – deutlich mehr als die vorgesehenen heimischen Fördermengen.

Damit entsteht eine ungewöhnliche Situation: Indonesiens staatliche Begrenzung der eigenen Produktion trägt zu höheren Weltmarktpreisen bei und kann gleichzeitig die Nachfrage nach philippinischem Nickelerz erhöhen.

China bleibt ein entscheidender Abnehmer, daneben entwickelt sich ausgerechnet der weltweit größte Nickelproduzent Indonesien zu einem zusätzlichen Absatzmarkt für philippinische Minen.

Die Philippinen liefern weiterhin überwiegend den Rohstoff

Genau hier liegt allerdings der entscheidende Unterschied zwischen den beiden Ländern.

Die Philippinen gehören seit Jahren zu den bedeutenden Produzenten von Nickelerz. Einen großen Teil der anschließenden Wertschöpfung übernehmen aber andere Länder. Erz wird verschifft und dort zu Nickel Pig Iron, Ferronickel, Nickelmatte, Zwischenprodukten für Batterien oder höherwertigen Nickelprodukten verarbeitet.

Indonesien hat diese Verarbeitung durch sein Exportverbot gezielt ins eigene Land geholt. Nach dem Verbot entstanden dort nicht nur Hütten für die Edelstahlindustrie. Inzwischen werden auch Zwischenprodukte für die Batterieindustrie und hochreines Nickel hergestellt.

Auf den Philippinen war dieser Schritt bislang wesentlich kleiner. Noch 2024 verwies die damalige Umweltministerin Maria Antonia Yulo-Loyzaga darauf, dass das Land lediglich zwei Nickelverarbeitungsanlagen besitze. Die Regierung kündigte damals das Ziel an, drei weitere Anlagen zu gewinnen. Der Anspruch lautete ausdrücklich, nicht nur Teil der Rohstofflieferkette zu sein, sondern stärker an der Wertschöpfungskette teilzunehmen.

Höhere Exportpreise lösen das Grundproblem nicht

Für FNI und andere Minengesellschaften ist die derzeitige Entwicklung wirtschaftlich günstig. Mehr Erz zu höheren Preisen bedeutet höhere Umsätze und – sofern Kosten nicht ebenso stark steigen – erheblich höhere Gewinne.

Auch für die Philippinen bringen höhere Exporterlöse zusätzliche Steuern, Abgaben, Beschäftigung und Einkommen in den Bergbauregionen.

Langfristig bleibt jedoch die Frage, welcher Teil des Wertes eines Rohstoffs tatsächlich im Land entsteht.

Ein Beispiel verdeutlicht den Unterschied: Wird Nickelerz direkt verschifft, verkauft das Herkunftsland einen relativ wenig verarbeiteten Rohstoff. Wird dasselbe Erz im Land aufbereitet, verhüttet und anschließend beispielsweise zu Batteriematerial weiterverarbeitet, entstehen zusätzliche Fabriken, Arbeitsplätze, technische Fähigkeiten und weitere wirtschaftliche Wertschöpfung.

Indonesien hat diesen Weg mit massiven staatlichen Eingriffen beschritten. Die Strategie brachte enorme Investitionen, führte aber zugleich zu Überkapazitäten, Preisdruck und erheblichen Umweltproblemen. Sie lässt sich deshalb nicht einfach auf die Philippinen übertragen.

Nickel bleibt ein strategischer Rohstoff – aber der Markt verändert sich

Nickel wird nicht ausschließlich für Elektroautos benötigt. Ein großer Teil wird weiterhin für Edelstahl und andere Legierungen verwendet. Gleichzeitig zählt Nickel zu den wichtigen Rohstoffen bestimmter Batterietechnologien.

Die Internationale Energieagentur erwartet, dass der weltweite Nickelbedarf bis 2040 trotz Veränderungen bei Batterietechnologien weiter deutlich zunimmt. Allerdings gewinnen Lithium-Eisenphosphat-Batterien, die kein Nickel benötigen, insbesondere in günstigeren Elektrofahrzeugen stark an Bedeutung. Damit ist keineswegs sicher, dass jeder prognostizierte Boom bei Elektroautos automatisch einen ebenso starken Nickelboom auslöst.

Für philippinische Produzenten bleibt deshalb auch künftig ein erheblicher Teil des Geschäfts zyklisch: Produktionsentscheidungen in Indonesien, chinesische Stahlproduktion, neue Batterietechnologien und weltweite Rohstoffpreise können die Erlöse innerhalb kurzer Zeit stark verändern.

Der Gewinnsprung zeigt Chance und Abhängigkeit zugleich

Die Halbjahreszahlen von Global Ferronickel zeigen zunächst einen sehr erfolgreichen Jahresauftakt. 1,81 Millionen Tonnen verkauftes Erz und ein um fast ein Viertel höherer Durchschnittspreis reichen aus, um den Gewinn gegenüber dem Vorjahr nahezu zu verdoppeln. Nickel Asia erlebt gleichzeitig eine sehr ähnliche Entwicklung.

Für die philippinische Volkswirtschaft steckt darin aber eine größere Frage: Soll das Land vor allem davon profitieren, dass China und zunehmend Indonesien sein Erz kaufen – oder gelingt es, einen größeren Teil der Verarbeitung selbst aufzubauen?

Die aktuellen Gewinne zeigen, wie wertvoll die philippinischen Nickelvorkommen sein können. Wie viel von der späteren Wertschöpfung im Land bleibt, entscheiden sie dagegen noch nicht.

Quellen: Global Ferronickel Holdings, Finanz- und Unternehmensangaben 2025/2026; Nickel Asia Corporation, Halbjahres-/Finanzangaben 2026; Philippine Daily Inquirer und BusinessWorld, 13./14. August 2026; Reuters zu indonesischen Nickel-Förderquoten, Rohstoffimporten und philippinischer Nickelverarbeitung; International Energy Agency, Global Critical Minerals Outlook 2026. RM

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