MANILA – Die philippinische Regierung unternimmt einen neuen Anlauf, den seit Jahren geplanten Sangley Point International Airport in Cavite voranzubringen. – klajoo.com – Präsident Ferdinand Marcos Jr. hat mit Administrative Order No. 44 eine gemeinsame technische Arbeitsgruppe eingerichtet, die Hindernisse zwischen nationalen Behörden, der Provinz Cavite und den privaten Projektpartnern beseitigen soll.
Die Entscheidung bedeutet noch keinen Baubeginn und auch keinen neuen endgültigen Zeitplan für den Flughafen. Sie zeigt vielmehr, wo das Projekt weiterhin festhängt: bei der Koordination von Landbereitstellung, Aufschüttungsarbeiten, Umweltauflagen, Genehmigungen und der Einbindung des Flughafens in das gesamte Luftverkehrssystem der Hauptstadtregion.
Verkehrsministerium und Reclamation Authority führen die Arbeitsgruppe
Die neue Joint Technical Working Group wird gemeinsam vom Department of Transportation und der Philippine Reclamation Authority geleitet. Weitere Mitglieder sind unter anderem das Department of Environment and Natural Resources, das Verteidigungsministerium, das Innenministerium, das Justizministerium, die Civil Aviation Authority of the Philippines und die Provinzregierung von Cavite.
Die Gruppe soll Probleme behandeln, die den weiteren Projektfortschritt verzögern können. Dazu gehören insbesondere die technischen und umweltrechtlichen Voraussetzungen der geplanten Landgewinnung. Die beteiligten Stellen müssen außerdem sicherstellen, dass das für den Flughafen benötigte Gelände verfügbar ist. Der Präsident verlangt vierteljährliche Fortschrittsberichte.
Die Civil Aviation Authority soll Planung, Entwurf, Entwicklung und spätere Betriebsbereitschaft luftfahrtrechtlich begleiten. Das Verkehrsministerium soll Sangley zugleich in das sogenannte Greater Capital Region Airport System und damit in die langfristige Aufteilung des Flugverkehrs zwischen den Flughäfen der Region einordnen.
Der erste große Anlauf scheiterte 2021
Sangley ist kein neues Flughafenprojekt. Cavite verfolgt seit Jahren den Plan, die frühere Militär- und Marineinfrastruktur an der Manila Bay zu einem internationalen Großflughafen auszubauen. Ein erster großer Vertrag war an ein Konsortium unter Führung chinesischer Unternehmen vergeben worden. Die Provinzregierung kündigte diesen Auftrag Anfang 2021 jedoch wieder. Als Grund wurden unter anderem nicht erfüllte Anforderungen des Konsortiums genannt.
Nach einem weiteren gescheiterten Vergabeverfahren folgte ein neuer Projektansatz. 2022 erhielt ein anderes Konsortium den Zuschlag; 2023 wurde eine Joint-Venture-Vereinbarung mit der Provinz Cavite unterzeichnet. Zu den damals beteiligten Partnern gehörten philippinische und internationale Unternehmen aus Infrastruktur, Bau, Flughafenbetrieb und Planung. Die damalige Planung sah einen Flughafen mit zunächst zwei Start- und Landebahnen und einer Kapazität von bis zu rund 80 Millionen Passagieren pro Jahr vor, später mit Erweiterungsmöglichkeiten.
Trotz dieser Neuordnung folgte bislang kein schneller Übergang in eine großflächige Bauphase. Das Projekt ist technisch anspruchsvoll, weil erhebliche Flächen in der Manila Bay aufgeschüttet werden sollen. Hinzu kommen Umweltprüfungen, Küsten- und Meeresökologie, Landfragen, luftfahrtrechtliche Anforderungen sowie die Finanzierung eines der größten Infrastrukturvorhaben des Landes.
Warum Sangley für Metro Manila weiterhin interessant ist
Der bestehende Ninoy Aquino International Airport ist räumlich stark eingeschränkt. Gleichzeitig entsteht nördlich von Manila mit New Manila International Airport in Bulacan bereits ein weiterer Großflughafen. Clark International Airport übernimmt ebenfalls einen Teil des Verkehrs. Sangley müsste sich deshalb nicht nur technisch und finanziell bewähren, sondern auch in ein zunehmend komplexes Mehrflughafensystem eingepasst werden.
Aus Sicht Cavites hätte der Standort einen besonderen Vorteil: Er liegt südlich von Manila und könnte vor allem den stark wachsenden Süden der Metropolregion und CALABARZON bedienen. Gleichzeitig muss verhindert werden, dass mehrere Großflughäfen mit enormem Kapitaleinsatz um dieselben Verkehrsströme konkurrieren, ohne dass Zufahrtswege und öffentlicher Verkehr entsprechend ausgebaut werden.
Die neue Anordnung ist vor allem ein Koordinationsinstrument
Administrative Order No. 44 löst noch keine der großen offenen Fragen automatisch. Sie schafft aber einen verbindlicheren Mechanismus, über den Behörden und Projektpartner Entscheidungen abstimmen müssen. Dass Umwelt- und Landgewinnungsfragen sowie die Verfügbarkeit des Sangley-Geländes ausdrücklich genannt werden, zeigt zugleich, dass diese Punkte noch nicht vollständig abgearbeitet sind.
Für die weitere Bewertung des Projekts werden deshalb weniger neue politische Absichtserklärungen entscheidend sein als konkrete Meilensteine: genehmigte Aufschüttungspläne, gesicherte Finanzierung, abgeschlossene Umweltverfahren, endgültige Verkehrs- und Anschlussplanung sowie ein belastbarer Bauzeitplan.
Quellen: Philippine Information Agency / Presidential Communications Office: Administrative Order No. 44, Reuters: Aufhebung des ersten Sangley-Großvertrags 2021, PortCalls: Joint-Venture-Vereinbarung für den späteren Projektansatz 2023. RM







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