SAN FERNANDO – Die Überschwemmungen in Pampanga haben sich weiter ausgeweitet. Die Provinzregierung hat für die gesamte Provinz den Katastrophenzustand ausgerufen. – klajoo.com – Nach dem Stand von Mittwochmittag, 12. August, waren 860.076 Menschen beziehungsweise 269.775 Familien von den Folgen des anhaltenden Habagat betroffen. 297 Barangays in 17 Städten und Gemeinden standen unter Wasser, 7.731 Menschen waren evakuiert oder anderweitig aus ihren Wohnorten gebracht worden.
Die Größenordnung wird erst mit den Bezugszahlen deutlich: Pampanga besteht nach der aktuellen Gebietsgliederung der Philippine Statistics Authority aus 505 Barangays in 21 Städten und Gemeinden. Damit waren knapp 59 Prozent aller Barangays und rund 81 Prozent der lokalen Verwaltungseinheiten von Überschwemmungen betroffen. Die von der Provinz gemeldeten 860.076 Betroffenen entsprechen rechnerisch etwa einem Drittel der 2024 gezählten Provinzbevölkerung von 2.586.446 Menschen. Die administrativ eigenständige Angeles City ist in dieser Provinzbevölkerung nicht enthalten.
„Betroffen“ bedeutet dabei ausdrücklich nicht, dass alle diese Menschen evakuiert wurden oder ihre Häuser verloren haben. Die Katastrophenstatistik umfasst Menschen, deren Haushalte oder Lebensumstände durch Hochwasser und Unwetter beeinträchtigt sind. Die Zahl der tatsächlich Evakuierten lag am Mittwochmittag mit 7.731 deutlich niedriger. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil die Gesamtzahl sonst leicht als Zahl der Obdachlosen oder aus ihren Häusern Vertriebenen missverstanden werden kann.
Fast 200.000 weitere Betroffene innerhalb von zwei Tagen
Wie schnell sich die Lage verschärft hat, zeigt der Vergleich mit dem Lagebericht vom Abend des 10. August. Damals wurden 662.827 Betroffene und 291 überflutete Barangays in ebenfalls 17 lokalen Verwaltungseinheiten gemeldet. Bis Mittwochmittag kamen damit knapp 200.000 registrierte Betroffene hinzu; die Zahl stieg um rund 30 Prozent. Die Zahl der überfluteten Barangays erhöhte sich nur um sechs. Das deutet darauf hin, dass sich die Auswirkungen vor allem innerhalb bereits betroffener Gebiete weiter ausgedehnt oder in den fortlaufenden Erhebungen vollständiger erfasst haben.
Schon am 10. August wurden in einzelnen Orten außergewöhnliche Wasserstände gemeldet. In Teilen von San Agustin in Candaba stand das Wasser nach Angaben des Provincial Disaster Risk Reduction and Management Council bis zu elf Fuß hoch, also rund 3,4 Meter. In Tinajero in Bacolor wurden sieben bis acht Fuß gemeldet, in Magumbali in Candaba bis zu 6,5 Fuß. Solche Maximalwerte gelten jeweils für einzelne besonders tief liegende Bereiche und dürfen nicht auf komplette Gemeinden übertragen werden.
Flüsse, Hochwasser und Abflussprobleme wirken zusammen
Als Ursachen nennt der Provinz-Katastrophenschutz nicht nur den anhaltenden Regen. Hinzu kommen hohe Wasserstände in Flüssen und Bächen, Wasser aus höher gelegenen Gebieten, Hochwasser beziehungsweise hohe Tide sowie verstopfte oder überforderte Entwässerungssysteme. Damit treffen in Pampanga mehrere Faktoren aufeinander, die dazu führen können, dass Wasser auch dann nur langsam abläuft, wenn der unmittelbare Regen zeitweise nachlässt.
Bereits am 10. August lag der Pegel bei Arayat mit 8,20 Metern über der dort angegebenen kritischen Marke von acht Metern. In Candaba wurden 5,60 Meter gemessen, ebenfalls oberhalb der kritischen Schwelle von fünf Metern. Solche Pegelwerte erklären, warum sich die Lage nicht allein aus der Regenmenge eines einzelnen Tages beurteilen lässt.
Agrarschäden steigen auf mehr als 505 Millionen Peso
Die Provinz beziffert die bislang erfassten Schäden in Landwirtschaft und Fischerei auf mehr als 505 Millionen Peso. Betroffen sind nach dem Stand vom Mittwoch 3.787 Landwirte und Fischer. Auch diese Summe ist als laufende Schadensaufnahme zu verstehen. Bei großflächigen Überschwemmungen werden Schäden häufig erst nach und nach gemeldet und überprüft; der Betrag kann sich deshalb noch deutlich verändern.
Mit der Ausrufung des Katastrophenzustands kann die Provinz nach eigenen Angaben schneller auf Katastrophenschutzmittel zugreifen und Hilfs-, Notfall- und Wiederaufbaumaßnahmen finanzieren. In besonders stark betroffenen Gebieten werden bereits Lebensmittelpakete und andere Hilfsgüter verteilt.
Regenrisiko ist noch nicht vorbei
Eine schnelle Entspannung ist nicht sicher. Die staatliche Wetterbehörde PAGASA meldete in ihrer um 16 Uhr am 12. August ausgegebenen Vorhersage weiterhin den Südwestmonsun über Luzon. Für Pampanga und weitere Teile von Central Luzon wurden bewölkter Himmel, verbreitete Regenschauer und Gewitter erwartet. Bei mäßigem bis zeitweise starkem Regen seien weitere Sturzfluten oder Erdrutsche möglich.
Für Bewohner überfluteter Gebiete bleibt deshalb nicht nur die aktuelle Wasserhöhe wichtig, sondern auch die Entwicklung der Flusspegel und die lokalen Anweisungen der Katastrophenschutzbehörden. Gerade in Pampanga kann zusätzliches Wasser aus dem Einzugsgebiet die Situation verzögert verschärfen.
Quellen: Pampanga Provincial Information Office / GMA News, Lagebericht und Ausrufung des Katastrophenzustands, 12.08.2026; Philippine Statistics Authority, Philippine Standard Geographic Code und 2024 Census of Population, aktueller Stand; Pampanga PDRRMC / SunStar Pampanga, Situational Report No. 22 zum Stand 10.08.2026; PAGASA, 24-Stunden-Wettervorhersage vom 12.08.2026, 16:00 Uhr. RM







Add Comment