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Philippinen bauen eigene Startkompetenz auf – Raketen-Test und Analogmission markieren nächsten Schritt

LUZON – Die Philippine Space Agency (PhilSA) baut ihre technischen Fähigkeiten für Raketenstarts und Missionsbetrieb deutlich aus. – klajoo.com – Zwei Entwicklungen fallen dabei zusammen: Ein zehnköpfiges PhilSA-Team trainiert derzeit in Südkorea für einen Flüssigtreibstoff-Raketentest im Jahr 2027, während in Batangas erstmals eine 24-stündige Analogmission unter simulierten Bedingungen einer bemannten Weltraummission durchgeführt wurde.

Das Raketenprogramm trägt den Namen SIKLAB – Building Industrial Space Launch Systems. Von August bis Oktober trainieren philippinische Ingenieure bei dem südkoreanischen Unternehmen Perigee Aerospace die Montage, Integration, Prüfung und den Betrieb einer Flüssigtreibstoff-Höhenforschungsrakete. Grundlage ist die von Perigee entwickelte Blue Whale 0.1. Bereits 2025 hatte eine erste Trainingsphase stattgefunden.

Der für 2027 geplante Test soll in Lal-lo in der Provinz Cagayan stattfinden. Als Infrastruktur ist der Cagayan North International Airport vorgesehen. Die während des Trainings montierte Rakete soll auf die Philippinen gebracht, dort weiter getestet und mit einer lokal entwickelten Nutzlast von rund zwei Kilogramm gestartet werden.

Bei der Einordnung ist jedoch eine wichtige Grenze zu beachten. PhilSA nennt als Zielhöhe mindestens fünf Kilometer. Das ist ein technischer Höhenforschungs- und Erprobungsflug, kein orbitaler Satellitenstart und nach den derzeit genannten Missionsdaten auch noch kein Flug bis in den Weltraum. Ebenso handelt es sich nicht um eine vollständig auf den Philippinen entwickelte Rakete: Die Plattform stammt von Perigee, während PhilSA über Ausbildung, Montage, Tests, Startvorbereitung und eigene Nutzlasten schrittweise eigene Kompetenz aufbaut.

Gerade darin liegt der eigentliche Nachrichtenwert. Für einen späteren Startplatz reichen Rakete und Startbahn allein nicht aus. Benötigt werden Sicherheitsverfahren, Regelwerke, Bodenbetrieb, Kommunikationssysteme, Flugüberwachung, Notfallplanung und erfahrenes Personal. PhilSA entwickelt parallel einen Sicherheitsbereich für den geplanten Start und arbeitet mit der Cagayan Economic Zone Authority, dem Department of Information and Communications Technology und dem Flughafenbetreiber Ascend International Gateway zusammen.

Der zweite Baustein betrifft den bemannten Missionsbetrieb. Am 25. und 26. September führte PhilSA gemeinsam mit der Batangas State University die Analog Habitat Waypoint Mission durch. Sechs Teilnehmer lebten und arbeiteten in einer simulierten Mond-Habitatumgebung, fünf weitere bildeten die Missionskontrolle. Solche Analogmissionen dienen dazu, Abläufe, Kommunikation, Ressourcenmanagement und menschliche Belastungen unter Bedingungen zu testen, die bestimmte Aspekte späterer Weltraummissionen nachbilden.

Die Philippinen verfügen damit noch nicht über eine eigenständige Trägerrakete oder einen fertigen Raumhafen. Der Abstand zu einem orbitalen Startsystem bleibt groß. Neu ist vielmehr, dass das Land nicht mehr nur Satelliten entwickelt oder ausländische Startdienste nutzt, sondern erstmals systematisch eigenes Personal für Raketenbetrieb, Startinfrastruktur und Missionskontrolle ausbildet. – RM

Quellen:

  • Philippine Space Agency: PhilSA advances Filipino rocket expertise through hands on training in South Korea
  • Philippine Space Agency: PhilSA completes first phase of small launch vehicle training program with Perigee Aerospace
  • Philippine Space Agency: Framework for rocket development and test launches in PH to be established through new PhilSA agreement
  • Philippine News Agency: PH conducts analog mission to boost space research, mission operations
  • Philippine Space Agency: Train like an astronaut – Join the Analog Habitat Waypoint

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