MANILA – Die von philippinischen Investitionsförderstellen genehmigten ausländischen Investitionen sind im zweiten Quartal 2026 kräftig gestiegen. – klajoo.com – Nach Angaben der Philippine Statistics Authority wurden Projekte mit ausländischer Beteiligung im Umfang von 115,20 Milliarden Peso genehmigt. Das waren 68,2 Prozent mehr als die 68,48 Milliarden Peso im zweiten Quartal 2025.
Die Zahl wirkt auf den ersten Blick wie ein deutlicher Kontrast zu den zuletzt schwachen Daten über tatsächlich in die Philippinen geflossene ausländische Direktinvestitionen. Ein Widerspruch ist das jedoch nicht. Beide Statistiken messen unterschiedliche Dinge und unterschiedliche Phasen einer Investition.
Genehmigungen sind Investitionszusagen
Die Statistik der Philippine Statistics Authority erfasst Projekte, die von Investitionsförderstellen genehmigt wurden. Es handelt sich um Investitionszusagen beziehungsweise geplante Projekte. Daraus folgt nicht, dass die gesamte gemeldete Summe bereits überwiesen, verbaut oder in Betrieb genommen wurde.
Die vom Bangko Sentral ng Pilipinas erfassten Foreign Direct Investments messen dagegen tatsächliche grenzüberschreitende Kapitalbewegungen – unter anderem Eigenkapital, reinvestierte Gewinne und konzerninterne Kredite. klajoo hatte zuletzt berichtet, dass diese tatsächlichen Nettozuflüsse von Januar bis Mai 2026 nur rund 2,18 Milliarden US-Dollar erreichten und deutlich unter dem Vorjahresniveau lagen.
Ein Projekt kann also heute von einer Förderstelle genehmigt werden und erst Monate oder Jahre später Kapitalzuflüsse erzeugen. Manche Zusagen werden verkleinert, verschoben oder überhaupt nicht vollständig umgesetzt. Deshalb eignet sich die aktuelle Zahl vor allem als Indikator für die Investitionspipeline, nicht als Beleg dafür, dass bereits 115 Milliarden Peso zusätzliches ausländisches Kapital in der philippinischen Wirtschaft angekommen sind.
Niederlande vor Deutschland und Singapur
Von den im zweiten Quartal genehmigten ausländischen Investitionen entfielen 50,74 Milliarden Peso oder 44,0 Prozent auf Investoren mit Herkunftsangabe Niederlande. Deutschland folgte mit 18,05 Milliarden Peso beziehungsweise 15,7 Prozent, Singapur mit 9,95 Milliarden Peso oder 8,6 Prozent.
Auch diese Zuordnung sollte nicht mit der endgültigen Herkunft jedes investierten Peso gleichgesetzt werden. Internationale Unternehmensgruppen wickeln Investitionen häufig über Holdings oder Finanzierungsgesellschaften in bestimmten Ländern ab. Die Statistik beschreibt die bei der Genehmigung angegebene Investorenzuordnung.
Mit 78,81 Milliarden Peso entfielen 68,4 Prozent der genehmigten ausländischen Investitionen auf das verarbeitende Gewerbe. Immobilien folgten mit 11,09 Milliarden Peso, Energieversorgung mit 8,81 Milliarden Peso. Regional war die Cordillera Administrative Region mit 55,74 Milliarden Peso der größte Empfänger der genehmigten ausländischen Projekte, gefolgt von Central Luzon mit 36,81 Milliarden und CALABARZON mit 14,75 Milliarden Peso.
Mehr Kapitalzusagen, aber weniger erwartete Arbeitsplätze
Besonders aufschlussreich ist der Blick auf die Beschäftigung. Rechnet man genehmigte Projekte philippinischer und ausländischer Investoren zusammen, erreichte das Investitionsvolumen im zweiten Quartal 541,51 Milliarden Peso – 73,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Davon stammten 426,31 Milliarden Peso beziehungsweise 78,7 Prozent von philippinischen Investoren.
Trotz des stark gestiegenen Investitionsvolumens sollen die genehmigten Projekte lediglich 32.167 Arbeitsplätze schaffen. Im Vorjahresquartal waren 41.203 Stellen erwartet worden. Die prognostizierte Beschäftigung sank damit um 21,9 Prozent. 27.266 der erwarteten Stellen entfallen auf Projekte mit ausländischer Beteiligung.
Das zeigt, warum reine Milliardenbeträge nur einen Teil der wirtschaftlichen Wirkung beschreiben. Große Industrie-, Energie- oder Infrastrukturprojekte können sehr kapitalintensiv sein und dennoch vergleichsweise wenige direkte Arbeitsplätze schaffen. Umgekehrt können kleinere Dienstleistungsprojekte arbeitsintensiver sein.
Entscheidend wird die tatsächliche Umsetzung
Für die Philippinen ist der starke Anstieg der genehmigten Investitionsprojekte grundsätzlich ein positives Signal, insbesondere nach den schwachen tatsächlichen Direktinvestitionszuflüssen der vergangenen Monate. Ob daraus eine Trendwende entsteht, wird sich jedoch erst zeigen, wenn aus den Genehmigungen reale Investitionen werden.
Für die kommenden Quartale sind daher zwei Datenreihen gemeinsam zu beobachten: die von den Förderstellen genehmigte Projektpipeline und die vom Bangko Sentral gemessenen tatsächlichen Kapitalzuflüsse. Erst wenn beide über längere Zeit deutlich zulegen, lässt sich von einer breiten Belebung ausländischer Investitionen sprechen.
Quellen: Philippine Statistics Authority: Approved Foreign Investments, zweites Quartal 2026, klajoo: Tatsächliche ausländische Direktinvestitionen Januar bis Mai 2026. RM







Add Comment