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UPDATE: Fährbrand der MV June Aster – Ermittler prüfen Verantwortung von Besatzung, Reederei und Behörden

PALAWAN – Nach dem verheerenden Brand der Fähre MV June Aster vom 9. September 2026 rückt neben der eigentlichen Brandursache die mögliche Verantwortung von Beschäftigten der Reederei, Ladungsunternehmen und staatlichen Kontrollstellen in den Mittelpunkt. – klajoo.com – Das Bureau of Fire Protection (BFP) erklärte am 16. Oktober, dass gegen Verantwortliche Strafverfahren wegen fahrlässiger Tötung und bei staatlichen Pflichtverletzungen zusätzlich Verfahren nach dem Anti-Graft and Corrupt Practices Act in Betracht kommen. Es handelt sich um mögliche rechtliche Folgen der Ermittlungen, nicht um bereits festgestellte Schuld.

Nach den neuesten von der Regierung genannten Zahlen starben 77 Menschen, 43 wurden verletzt und acht gelten weiterhin als vermisst. Das Roll-on/Roll-off-Schiff war auf der Route von Batangas nach Coron auf Palawan unterwegs. Frühere Opferzahlen wichen davon ab, weil die Suche und Identifizierung nach der Katastrophe fortlaufend aktualisiert wurden.

Als mögliche Brandursache untersuchen die Fachleute vor allem die Lagerung von Asphalt und Calciumhypochlorit. Letzteres ist ein oxidierender Stoff, der unter anderem zur Desinfektion von Schwimmbadwasser eingesetzt wird. Nach der Darstellung des BFP sollen die Stoffe in der Nähe eines heißen Motorabgasbereichs gelagert worden sein; Seegang könnte zu einer Verschiebung der Ladung und zum Kontakt der Substanzen beigetragen haben. Die genaue Abfolge und die Zulässigkeit der Beladung sind Gegenstand des Verfahrens.

Die Ermittlungen betreffen nicht nur einzelne Besatzungsmitglieder. Der BFP-Vertreter nannte ausdrücklich auch die Schiffsführung, die Reederei und den für die Verladung zuständigen Auftragnehmer. Zusätzlich wird untersucht, weshalb die Fähre überhaupt auslaufen durfte. Laut BFP hatte ein technisches Problem die Abfahrt zuvor um vier Tage verzögert. Maritime Industry Authority (MARINA) und Philippine Coast Guard (PCG) sollen bei der Klärung der Sicherheitsfreigabe mitwirken.

Damit werden verschiedene Fragen voneinander getrennt: Wer deklarierte und verstaute die gefährliche Ladung? Wer kontrollierte die Sicherung? Welche Kenntnisse hatten Schiffsleitung und Betreiber? Und welche Prüfungen fanden vor der Freigabe tatsächlich statt? Für strafrechtliche Vorwürfe muss jeweils eine konkrete Pflichtverletzung und gegebenenfalls deren ursächlicher Zusammenhang mit dem Schaden nachgewiesen werden.

klajoo hatte bereits über den Brand und über den Kapitän berichtet, der erst fünf Tage später wieder bei der Reederei erschien. Die neue Entwicklung besteht darin, dass die Ermittler nun ausdrücklich Verantwortlichkeiten entlang der gesamten Transport- und Kontrollkette benennen. Für die Angehörigen ist entscheidend, ob daraus nachprüfbare Feststellungen und tatsächlich eingereichte Verfahren folgen. – RM

► MV June Aster: Mindestens 35 Tote nach Fährbrand vor Coron – 54 Menschen weiterhin vermisst

► MV June Aster: Mindestens 35 Tote nach Fährbrand vor Coron – 54 Menschen weiterhin vermisst

Quellen:

  • Presidential Communications Office / Philippine Information Agency – Charges vs. MV June Aster crew, owners, others eyed over Sept. 9 deadly fire, 16.10.2026
    klajoo – MV June Aster: Kapitän meldet sich nach fünf Tagen – jetzt rückt die Schiffsführung in den Mittelpunkt, 16.09.2026
    klajoo – MV June Aster: Mindestens 35 Tote nach Fährbrand vor Coron – 54 Menschen weiterhin vermisst, 12.09.2026

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