PALAWAN – Der Kapitän der ausgebrannten Fähre MV June Aster ist fünf Tage nach der Katastrophe wieder aufgetaucht. – klajoo.com – Nach Angaben der Philippine Coast Guard (PCG) erschien Kapitän Roel Sarmiento am 14. September freiwillig im Büro der Reederei Atienza Interisland Ferries in Palawan. Sein Erscheinen wurde anschließend dem Emergency Operations Center gemeldet.
Damit ist eine zentrale offene Frage zunächst beantwortet: Sarmiento lebt. Gleichzeitig beginnt nun der für die Aufklärung wichtigere Teil. Die PCG will ihn zu den Umständen des Brandes, zu seinem Verhalten an Bord und ausdrücklich auch dazu befragen, wo er sich in den fünf Tagen nach dem Unglück aufhielt und was vor seinem Erscheinen geschah.
Kapitän gehört nun zu den offiziell erfassten Überlebenden
Nach dem jüngsten von GMA News veröffentlichten Stand nennt die Küstenwache 76 Tote, zwölf weiterhin Vermisste und 44 erfasste Überlebende einschließlich des Kapitäns. Insgesamt sollen sich 132 Menschen an Bord befunden haben. Die Ursache des Feuers ist weiterhin nicht abschließend festgestellt.
Die Zahlen können sich bei einer laufenden Bergungs- und Identifizierungsoperation noch ändern. Für die Ursachenanalyse ist deshalb wichtiger, welche Abläufe an Bord rekonstruiert werden können: Wann wurde das Feuer entdeckt, wie schnell wurde Alarm ausgelöst, welche Evakuierungsanweisungen ergingen und wie reagierten Kapitän und Besatzung?
Verantwortung ist nicht dasselbe wie festgestellte Schuld
Die PCG hatte bereits zuvor erklärt, dass die Rolle des Kapitäns und der Besatzung Teil der Untersuchung ist. Daraus folgt noch keine strafrechtlich festgestellte Schuld. Ein Kapitän trägt zwar besondere Verantwortung für Schiff, Besatzung und Passagiere; ob konkrete Pflichten verletzt wurden und ob solche Verstöße zum Ausmaß der Katastrophe beitrugen, muss erst anhand von Zeugenaussagen, technischen Befunden und Dokumentationen festgestellt werden.
Auch die bisher bekannten Sicherheitsangaben lösen diese Frage nicht. Die Fähre soll vor der Fahrt vorgeschriebene Sicherheitsprüfungen bestanden und ausreichend Rettungsmittel an Bord gehabt haben. Trotzdem endete der Brand mit einer sehr hohen Zahl an Opfern. Damit rückt die praktische Umsetzung der Notfallabläufe mindestens ebenso stark in den Fokus wie die formale Ausstattung des Schiffes.
Die fünf Tage Abwesenheit sind selbst Teil der Untersuchung
Dass Sarmiento nicht unmittelbar nach dem Unglück als Überlebender offiziell erfasst wurde, macht seine Aussage besonders wichtig. Die Ermittler müssen nachvollziehen, wann und wie er das Schiff verließ, mit wem er danach Kontakt hatte und warum er sich erst Tage später bei der Reederei beziehungsweise den Behörden meldete.
Für die Angehörigen der Opfer ist die Nachricht, dass der Kapitän lebt, deshalb nur der Beginn einer neuen Phase. Erst seine Befragung und der Abgleich mit Aussagen anderer Überlebender und Besatzungsmitglieder können zeigen, ob die entscheidenden Minuten des Brandes nachvollziehbar rekonstruiert werden können. – RM
► Vermisster Kapitän der MV June Aster erscheint freiwillig vor der PCG
Quellen:
- GMA News – Missing captain of MV June Aster voluntarily appears before PCG – 15.09.2026
- Manila Bulletin – MV June Aster captain surfaces after sea tragedy – PCG – 15.09.2026





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