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Toter Dugong vor Puerto Princesa: Warum die seltenen Seekühe auf Seegraswiesen angewiesen sind

PALAWAN – Vor der Küste von Barangay Binduyan in Puerto Princesa ist am 8. Oktober ein männlicher Dugong verendet. Die zuständigen Artenschutzbehörden berichteten am 14. Oktober über den Fall. – klajoo.com – Fischer hatten das Tier nach Angaben des Palawan Council for Sustainable Development zunächst gegen 7.30 Uhr lebend entdeckt und in tieferes Wasser geleitet. Später am selben Tag fanden sie es tot wieder.

Bei der Untersuchung durch Fachleute des Palawan Council for Sustainable Development Staff, des Palawan Wildlife Rescue and Conservation Center und der Küstenwache wurde eine innere Blutung als Todesursache festgestellt. Auf der Haut waren zudem Wunden und Narben sichtbar. Ob diese Verletzungen mit dem Tod zusammenhingen und wodurch die Blutung entstand, konnten die Behörden nicht sicher bestimmen. Weder eine Kollision mit einem Schiff noch das Verfangen in Fischereigerät lässt sich für diesen konkreten Fall damit als erwiesen darstellen.

Der Dugong (Dugong dugon) gehört wie die Rundschwanzseekühe zur Ordnung der Seekühe. Er lebt ausschließlich im Meer und besitzt eine waagerechte, gegabelte Schwanzflosse sowie eine nach unten gerichtete Schnauze. Erwachsene Tiere können etwa drei Meter lang und bis zu 500 Kilogramm schwer werden. Dugongs sind Säugetiere: Sie müssen zum Atmen auftauchen, bringen lebende Junge zur Welt und säugen sie.

Wo Dugongs vorkommen

Das natürliche Verbreitungsgebiet reicht über tropische und subtropische Küstenabschnitte des Indischen Ozeans und des westlichen Pazifiks: von Ostafrika und dem Roten Meer über den Persischen Golf, Indien und Südostasien bis in den westlichen Pazifik. Insgesamt liegen Nachweise aus mehr als 40 Staaten und Gebieten vor. Besonders große verbliebene Bestände finden sich in australischen Gewässern. Daraus darf nicht geschlossen werden, dass die Art überall in diesem riesigen Gebiet gleichermaßen häufig ist.

Auf den Philippinen gilt Palawan seit Langem als wichtigstes verbliebenes Verbreitungsgebiet. Historische Erhebungen nennen insbesondere Calauit und Busuanga sowie weitere Gewässer vor Palawan. Ältere Nachweise existieren außerdem unter anderem für die Küsten von Aurora, Isabela und Cagayan im Nordosten Luzons, für die Sulu-Inseln sowie für Gebiete um Sarangani, Davao und Siargao auf Mindanao. Solche historischen Verbreitungsangaben sind jedoch keine aktuelle Bestandszählung: Von mehreren Regionen fehlen neuere systematische Erhebungen.

Welche Lebensräume Dugongs bevorzugen

Ihr entscheidender Lebensraum sind flache, sonnenbeschienene Küstengewässer mit Seegraswiesen. Dazu gehören geschützte Buchten, Lagunen, flache Riffbereiche und mit Mangroven verbundene Meereskanäle. Seegras ist keine Alge, sondern eine im Salzwasser lebende Blütenpflanze. Sie benötigt genügend Licht und gedeiht deshalb besonders dort, wo das Wasser relativ flach und nicht dauerhaft stark getrübt ist.

Dugongs weiden diese Pflanzen mit ihrer kräftigen Schnauze am Meeresboden ab. Sie können bei der Nahrungssuche Seegrasblätter und je nach Pflanzenart auch unterirdische Teile aufnehmen. Dadurch prägen sie die Seegraswiesen mit und tragen zu deren ökologischer Dynamik bei. Die Wiesen sind zugleich Kinderstube vieler Fischarten, stabilisieren Sedimente und können Kohlenstoff binden. Wer einen Dugong schützen will, muss deshalb nicht nur das einzelne Tier, sondern vor allem seine Nahrungsflächen erhalten.

Warum sich Bestände nur langsam erholen

Dugongs können über 70 Jahre alt werden, vermehren sich aber sehr langsam. Nach einer Tragzeit von ungefähr 13 bis 15 Monaten bringt ein Weibchen normalerweise nur ein Junges zur Welt. Zwischen Geburten liegen häufig drei bis sieben Jahre. Schon der Verlust weniger erwachsener Tiere kann sich deshalb über lange Zeit auf einen örtlichen Bestand auswirken.

Gefährlich sind vor allem der unbeabsichtigte Fang in Netzen, Zusammenstöße mit Booten, gezielte Tötungen und der Rückgang geeigneter Seegraswiesen. Küstenbebauung, Baggerarbeiten, Einträge von Sedimenten und Schadstoffen sowie extreme Wetterereignisse können die Nahrungsgrundlage schädigen. Die Welt-Naturschutzunion IUCN stuft den Dugong global als „gefährdet“ (Vulnerable) ein. Auf Palawan gilt nach einem eigenen regionalen Schutzbeschluss eine strengere Einstufung als „vom Aussterben bedroht“ (Critically Endangered). Die zwei Einstufungen beziehen sich auf unterschiedliche Bewertungsebenen und sind daher kein Widerspruch.

Was der Fund bei Puerto Princesa zeigt

Der aktuelle Todesfall ist nicht die erste Begegnung zwischen Menschen und Dugongs vor Puerto Princesa. Bereits im November 2023 berichtete klajoo über ein Weibchen, das lebend aus einem Fischgehege im Bereich Bancao-Bancao befreit wurde. Damals erklärten Rettungskräfte, dass die Tiere zum Grasen regelmäßig flache Küstenbereiche aufsuchen. Der damalige Rettungserfolg und der jetzige Todesfall zeigen zwei unterschiedliche Risiken im selben Küstenraum, lassen aber keine Aussage über eine statistische Entwicklung des Bestands zu.

Das Palawan Council for Sustainable Development bittet darum, gestrandete, verletzte oder geschwächte Wildtiere umgehend den zuständigen Stellen zu melden. Direkte Eingriffe sollten möglichst Fachleuten überlassen bleiben. Für einen wirksamen langfristigen Schutz sind die Dokumentation von Sichtungen, der Erhalt von Seegraswiesen und eine Fischerei und Schifffahrt, die die Tiere möglichst wenig gefährdet, wichtiger als jede einzelne spektakuläre Rettung. – RM

► Seekuh in Puerto Princesa gerettet, die in einem Fischgehege gefangen war

Quellen:

  • Palawan Council for Sustainable Development – Dugong, Natagpuang Wala nang Buhay sa Lungsod ng Puerto Princesa, 14.10.2026
  • Convention on Migratory Species – Dugong: Art, Verbreitung, Biologie, Ökologie, Gefährdungen
  • Convention on Migratory Species – FAQ: Dugong
  • UNEP / IUCN – Dugong Status Report and Action Plans for Countries and Territories (Philippines, S. 52 ff.; ältere Verbreitungsdaten)
  • klajoo – Seekuh in Puerto Princesa gerettet, die in einem Fischgehege gefangen war, 30.11.2023

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