MANILA – Die philippinischen Streitkräfte stehen hinter der Entscheidung von Verteidigungsminister Gilberto Teodoro Jr., direkte militärische Kommunikationskanäle mit China vorerst nicht wieder aufzunehmen. – klajoo.com – Das erklärte ein Sprecher am 13. Oktober als Reaktion auf Kritik der chinesischen Botschaft in Manila. Die betreffenden militärischen Kontakte sind nach Angaben der philippinischen Seite bereits seit mehreren Jahren ausgesetzt.
Das Militär begründet seine Haltung damit, dass Gespräche nur dann wirksam seien, wenn beide Seiten ein Mindestmaß an Vertrauen und die Regeln des internationalen Rechts respektierten. Der für das West Philippine Sea zuständige Sprecher Roy Vincent Trinidad warf Peking vor, frühere Kommunikationsangebote nicht durch entsprechendes Verhalten auf See gestützt zu haben. Diese Bewertung ist die Position der philippinischen Streitkräfte, keine unabhängig festgestellte Tatsache.
Die chinesische Botschaft sieht die Entwicklung anders. Sie warnte nach Medienberichten, geschlossene direkte Kommunikationswege erhöhten das Risiko von Missverständnissen und gefährlichen Zwischenfällen. Die Botschaft kritisierte den philippinischen Verteidigungsminister wegen der Aussetzung. Gerade bei Begegnungen bewaffneter Kräfte können funktionierende Krisenkanäle dazu beitragen, unbeabsichtigte Eskalationen zu vermeiden. Ihre praktische Wirksamkeit hängt jedoch davon ab, ob beide Seiten sie tatsächlich nutzen.
Die philippinische Präsidialverwaltung stellte gleichzeitig klar, dass Manila die diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu China nicht grundsätzlich abbrechen wolle. Die Aussetzung eines militärischen Kommunikationskanals ist somit nicht mit dem Ende aller Gespräche zwischen beiden Staaten gleichzusetzen. Auch praktische Kontakte anderer Behörden können davon getrennt zu beurteilen sein.
Der Konflikt steht im Zusammenhang mit wiederholten Konfrontationen im Südchinesischen Meer. Die Philippinen berufen sich auf ihre Ansprüche und Rechte nach dem Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen; China vertritt in wesentlichen Teilen abweichende Gebiets- und Nutzungsansprüche. Für eine rechtliche Einordnung müssen insbesondere Territorialgewässer, ausschließliche Wirtschaftszone und umstrittene Hoheitsansprüche auseinandergehalten werden.
Das zentrale Dilemma bleibt: Direkte militärische Kontakte können unbeabsichtigte Eskalationen begrenzen, doch die philippinische Seite bezweifelt derzeit, dass das bisherige Format dieses Ziel erreicht. Ob weitere Zwischenfälle vermieden werden, lässt sich aus der bloßen Existenz oder Aussetzung eines Gesprächskanals nicht ableiten. – RM
Quellen:
- The Philippine Star – AFP backs Gibo on cutting comms with China military, 14.10.2026
- ABS-CBN News – AFP backs Teodoro amid China’s criticism of suspending military communications, 13.10.2026
- South China Morning Post – Philippines rejects China’s calls for direct contact amid ‘miscalculation’ warnings, 13.10.2026







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