MANILA – Das Intellectual Property Office of the Philippines (IPOPHL) hat einen Entwurf für neue Richtlinien zur Registrierung von Werken vorgelegt, bei deren Entstehung künstliche Intelligenz eingesetzt wurde. – klajoo.com – Entscheidend soll nicht allein sein, ob KI beteiligt war, sondern ob ein erkennbarer schöpferischer Beitrag eines Menschen vorliegt.
Der Entwurf unterscheidet vier Gruppen: KI-unterstützte Werke, nachträglich mit KI bearbeitete Werke, Mischformen aus menschlichen und KI-generierten Bestandteilen sowie weitgehend von KI erzeugte Ergebnisse. Bei allen Kategorien soll der Urheberrechtsschutz nur den Teil erfassen, der auf einer originären menschlichen Gestaltung beruht.
Ein Autor kann beispielsweise KI nutzen, um Formulierungsvarianten vorzuschlagen, anschließend aber selbst auswählen, umschreiben und die endgültige Struktur bestimmen. Auch Fotografien, die mit KI restauriert oder verändert werden, können weiterhin geschützt sein, soweit das Ausgangswerk und zusätzliche menschliche Gestaltung die urheberrechtlichen Voraussetzungen erfüllen. Bei einem Lied mit menschlich geschriebenem Text und KI-generierter Melodie könnte der Schutz entsprechend nur den menschlichen Beitrag erfassen.
Bei weitgehend automatisch erzeugten Inhalten zieht IPOPHL dagegen eine deutlichere Grenze. Wer lediglich einen allgemeinen Prompt eingibt und das Ergebnis ohne weitere schöpferische Bearbeitung übernimmt, soll damit nicht automatisch Urheberrecht an dem KI-Output erhalten. Für die Bewertung sollen unter anderem Umfang und Art der menschlichen Gestaltung, die Rolle des KI-Systems sowie Auswahl, Anordnung und Bearbeitung generierter Elemente berücksichtigt werden.
Der Entwurf regelt ausdrücklich nicht, ob das Training von KI-Systemen mit bestimmten Daten rechtmäßig ist oder unter Fair Use fällt. Auch die KI-Systeme selbst erhalten durch die Richtlinien keinen pauschalen Schutz für Trainingsdaten oder erzeugte Ausgaben. IPOPHL betont zudem, dass es sich noch um einen Konsultationsentwurf handelt und keine endgültige allgemeine Regelung der KI-Nutzung.
Damit versucht die Behörde, eine praktische Lücke zwischen klassischem Urheberrecht und wachsender KI-Nutzung zu schließen, ohne Maschinen selbst zu Urhebern zu erklären. Für Kreative, Agenturen, Medien und Unternehmen wäre vor allem wichtig, künftig dokumentieren zu können, welcher Teil eines Werkes tatsächlich auf eigener schöpferischer Leistung beruht. – RM
Quellen:
- Intellectual Property Office of the Philippines – IPOPHL’s new draft guidelines put human creativity at the center of copyright registration for AI-related works







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