MANILA – Die US-Botschaft in Manila hat erstmals näher erklärt, warum amerikanische und philippinische Militärangehörige das Gelände der Philippine Sanjia Steel Corporation in Tagoloan in Misamis Oriental aufgesucht haben. – klajoo.com – Nach Angaben der Botschaft sollte geprüft werden, ob der Standort im Rahmen der gemeinsamen Militärübung Balikatan 2027 genutzt werden könnte.
Das Team aus US-Militärangehörigen und Angehörigen der Armed Forces of the Philippines sei in Abstimmung mit der PHIVIDEC Industrial Authority zu dem Werk gekommen. Die Botschaft bezeichnete den Besuch als Teil routinemäßiger Planungen. Nachdem das Team auf die Zugangsvoraussetzungen des Unternehmens hingewiesen worden sei, habe es andere vorgesehene Standorte aufgesucht. Auf einen Zutritt sei nicht bestanden worden.
Die Klarstellung ist deshalb relevant, weil um Sanjia Steel inzwischen mehrere voneinander zu trennende Vorgänge und politische Vorwürfe miteinander vermischt werden. Die chinesische Botschaft hatte unter Berufung auf Angaben eines Sicherheitsmitarbeiters erklärt, amerikanische Soldaten hätten versucht, das Werk zu inspizieren. Sie stellte außerdem die Frage, ob der Vorgang mit angeblichen Plänen zusammenhänge, Teile des Industriegebiets für ein amerikanisches Treibstofflager zu nutzen.
Für eine solche dauerhafte Umwandlung des Sanjia-Geländes oder des PHIVIDEC-Industriegebiets in ein US-Treibstoffdepot liegt bislang keine belastbare Bestätigung vor. Die Erklärung der US-Botschaft bestätigt lediglich eine Standortprüfung für mögliche Nutzung während bilateraler Militärübungen.
Davon zu unterscheiden ist die behördenübergreifende Razzia vom 15. Mai bei Sanjia Steel. Dabei wurden zahlreiche chinesische Staatsangehörige festgenommen und Ermittlungen unter anderem wegen mutmaßlicher Verstöße gegen Einwanderungs-, Arbeits- und Sicherheitsvorschriften eingeleitet. Die philippinischen Behörden meldeten außerdem Funde beziehungsweise Messwerte im Zusammenhang mit potenziell gefährlichen radioaktiven Materialien. Die Vorwürfe und die Verantwortlichkeiten sind Gegenstand weiterer Verfahren und Untersuchungen.
Die Presidential Anti-Organized Crime Commission betonte noch am 20. August, die Mai-Aktion sei eine Strafverfolgungsmaßnahme gewesen; das Militär habe dabei Sicherheits- und Logistikaufgaben übernommen. Die chinesische Seite bestreitet wesentliche Teile der philippinischen Darstellung und wirft Manila selektives Vorgehen gegen chinesische Staatsangehörige vor. Der neue Hinweis auf Balikatan 2027 erweitert die Geschichte damit um einen militärstrategischen Aspekt, beweist aber keine dauerhafte US-Präsenz auf dem Gelände. Gerade wegen der angespannten Beziehungen zwischen Manila und Peking ist eine saubere Trennung zwischen bestätigten Vorgängen, Planungen und politischen Behauptungen entscheidend. – RM
Quellen:
- The Philippine Star – US embassy clarifies military presence at steel facility
- Philippine News Agency – PAOCC: Sanjia raid lawful operation, not anti-China action
- Philippine News Agency – PNP denies discrimination in Misamis Oriental steel plant raid
- Chinese Embassy in the Philippines – Remarks of the Spokesperson in Response to Defense Secretary Gilberto Teodoro’s Statement







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