MANILA – Das Department of Energy (DOE) und die staatliche Philippine National Oil Company (PNOC) haben einen gemeinsamen Ablauf für die Nutzung jener Landflächen vereinbart, die Offshore-Windprojekte an der Küste und für ihre Verbindung zum Stromnetz benötigen. – klajoo.com – Die am 27. August geschlossene Vereinbarung soll einen bislang komplizierten Teil des Genehmigungsprozesses bündeln und berechenbarer machen.
Der Begriff Offshore-Wind lässt leicht vermuten, dass sich fast alle Genehmigungsprobleme auf See abspielen. Tatsächlich benötigt ein Windpark vor der Küste erhebliche Infrastruktur an Land: Kabel müssen anlanden, Umspann- oder Konverterstationen gebaut werden, Zufahrten und Lagerflächen werden benötigt, ebenso Betriebs- und Wartungsstandorte sowie Leitungen zum Übertragungsnetz.
Keine pauschale Freigabe von Land
Die neue Regelung bedeutet nicht, dass Projektentwickler philippinisches Land frei erwerben oder Umwelt- und Flächennutzungsauflagen umgehen können. Es geht vielmehr um sogenannte tenurial instruments – also behördliche Nutzungs-, Zugangs- beziehungsweise Flächenrechte für die notwendigen Hilfs- und Netzanschlussanlagen.
Künftig reichen Entwickler technische, rechtliche, umweltbezogene und kartografische Unterlagen zunächst beim DOE ein. Das Energieministerium prüft, ob das Vorhaben zu einem gültigen Offshore-Wind-Servicevertrag gehört und ob die beantragten Flächen tatsächlich für das Projekt benötigt werden. Erst danach geht der Vorgang an die PNOC.
Die PNOC prüft anschließend, ob die Unterlagen den Anforderungen des Department of Environment and Natural Resources entsprechen, und reicht den Antrag nach Vollständigkeit beim DENR ein. Für die eigene PNOC-Prüfung sind höchstens 30 Arbeitstage vorgesehen. Nach Ausstellung des Flächenrechts soll der Entwickler innerhalb von fünf Kalendertagen informiert werden; anschließend soll innerhalb von 15 Kalendertagen auf eine projektspezifische Nutzungsvereinbarung hingearbeitet werden.
Die Änderung kommt nicht zufällig
Der Zeitpunkt ist wichtig. Die fünfte Green Energy Auction, kurz GEA-5, ist die erste philippinische Auktion speziell für Offshore-Wind und soll 3.300 Megawatt fest gegründete Offshore-Windleistung für eine geplante Inbetriebnahme zwischen 2028 und 2030 vergeben. Das Verfahren war jedoch im Sommer neu kalibriert und zeitlich verschoben worden. Zu den Punkten, die die Regierung bis Anfang September klären wollte, gehörten gerade Umweltgenehmigungen, Flächenrechte, Gebühren und die Rolle der PNOC.
Die neue DOE-PNOC-Vereinbarung ist deshalb nicht bloß Verwaltungsvereinfachung. Sie adressiert einen Engpass, der bereits den Zeitplan der ersten großen Offshore-Windauktion beeinflusst hat. Für Investoren ist vor allem wichtig, ob Genehmigungen nicht nur theoretisch schneller werden, sondern anschließend auch tatsächlich innerhalb der angekündigten Fristen bearbeitet werden.
Landzugang löst nur einen Teil des Problems
Auch ein funktionierender Flächenprozess macht aus einem Offshore-Windprojekt noch keinen fertigen Windpark. Netzanschlüsse, Häfen, Finanzierung, Lieferketten, Baukosten, Umweltprüfungen und die Wirtschaftlichkeit der gebotenen Strompreise bleiben eigenständige Risiken. Gerade deshalb ist der neue Ablauf relevant: Er beseitigt nicht alle Hürden, aber er macht eine davon klarer messbar.
Für die weitere Beobachtung von GEA-5 wird entscheidend sein, ob die Regierung den nun angekündigten Prozess bei realen Projekten einhält und ob die für Dezember vorgesehene Auktion ohne weitere regulatorische Verzögerungen durchgeführt werden kann. – RM
Quellen:
- Power Philippines – DOE, PNOC streamline land access for 3.3-GW offshore wind auction
- Department of Energy – Terms of Reference, Green Energy Auction 5
- BusinessMirror – DOE crafts plan for auction of offshore wind deals in December
- Energy Regulatory Commission – ERC Sets Clear Pricing, Policy Direction for Offshore Wind Growth







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