MINDANAO – Die University of the Philippines Mindanao baut in Davao City eine eigene medizinische Ausbildung auf. – klajoo.com – Die School of Medicine soll am 4. September 2026 offiziell vorgestellt werden; die erste Studierendengruppe umfasst nach aktuellem Stand 40 Personen. Hinter der Eröffnung steckt mehr als eine Erweiterung des Studienangebots: Das Programm ist ausdrücklich darauf ausgerichtet, mehr Ärzte für Mindanao auszubilden und sie nach dem Abschluss zumindest für einige Jahre in der Region zu halten.
Der Verwaltungsrat der University of the Philippines hatte die neue School of Medicine am 30. April genehmigt. In der ersten universitätsweiten Ankündigung waren noch 35 Plätze vorgesehen und der Beginn des ersten medizinischen Studienjahres für August angekündigt. Die inzwischen veröffentlichte Zahl von 40 Studierenden zeigt, dass die erste Kohorte etwas größer ausgefallen ist als zunächst geplant.
Fünfjähriger Doctor of Medicine mit Gemeinschaftsbezug
Der Studiengang zum Doctor of Medicine dauert fünf Jahre und übernimmt das Organ System Integrated Curriculum der UP Manila School of Health Sciences. Vereinfacht bedeutet das: Medizinische Grundlagen, klinische Inhalte und die Arbeit in Gemeinden sollen nicht nur als voneinander getrennte Fächer nebeneinanderstehen. Der Unterricht wird stärker nach Organsystemen und konkreten Gesundheitsproblemen verknüpft und durch praktische, gemeindenahe Ausbildung ergänzt.
UP Mindanao nennt die Primärversorgung und das Lernen direkt in Gemeinden als Schwerpunkte. Das ist für Mindanao relevant, weil Ärztemangel nicht nur eine Frage der absoluten Zahl von Medizinern ist. Besonders schwer erreichbar sind häufig ländliche, geographisch isolierte und wirtschaftlich benachteiligte Gebiete, in denen eine rein auf große Krankenhäuser ausgerichtete Ausbildung wenig an der Versorgungslücke ändern würde.
Drei Jahre Dienst in Mindanao nach dem Abschluss
Ein zentraler Bestandteil ist deshalb die Rückkehr- beziehungsweise Dienstverpflichtung. Nach Angaben von MindaNews müssen angenommene Studierende eine Vereinbarung unterschreiben, nach dem Abschluss mindestens drei Jahre in Mindanao zu arbeiten. Damit versucht die Universität, ein bekanntes Problem direkt anzugehen: Zusätzliche Ausbildungsplätze helfen der Region nur begrenzt, wenn ein großer Teil der Absolventen anschließend in Metro Manila oder ins Ausland wechselt.
Eine solche Verpflichtung garantiert allerdings noch keine gleichmäßige Verteilung. Entscheidend wird später sein, in welchen Provinzen und Einrichtungen die Absolventen eingesetzt werden können, ob dort Stellen finanziert sind und ob Arbeitsbedingungen, Weiterbildungsmöglichkeiten und Ausstattung ausreichen, um Ärzte auch nach Ablauf der Verpflichtung zu halten.
Zugang für Studierende aus benachteiligten Regionen
Für Bewerber gelten anspruchsvolle Zugangsvoraussetzungen. Die ursprüngliche Ausschreibung richtete sich an philippinische Staatsbürger bis 35 Jahre mit einem natur- oder gesundheitswissenschaftlichen Abschluss und in der Regel beim National Medical Admission Test (NMAT) einen Percentile Rank von mindestens 90 erreichen – also besser abschneiden als rund 90 Prozent der Vergleichsgruppe.. Für Absolventen des Pflegeprogramms der UP Manila School of Health Sciences gilt eine niedrigere NMAT-Schwelle.
Gleichzeitig will UP Mindanao Stipendien für einkommensschwache und besonders geeignete Studierende anbieten. Vorrang sollen unter anderem Bewerber aus geografisch isolierten und benachteiligten Gebieten, indigene Gemeinschaften und muslimische Gemeinden erhalten. Nach Angaben zur ersten Bewerbungsrunde stammten rund 60 Prozent der Interessenten aus wirtschaftlich benachteiligten Verhältnissen.
MindaNews bezifferte die geschätzten jährlichen Studiengebühren im Frühjahr auf rund 104.300 Peso. Beim derzeitigen Wechselkurs sind das ungefähr 1.450 Euro pro Studienjahr, Lebenshaltungskosten nicht eingerechnet. Gerade für einkommensschwächere Familien bleibt die Finanzierung damit trotz öffentlicher Universität ein entscheidender Faktor.
Teil einer größeren Gesundheitsstruktur in Davao
Die neue Medizinschule steht nicht isoliert. UP Mindanao verweist auf das Philippine Genome Center Mindanao und das Mindanao Center for Disease Watch and Analytics. Zusätzlich ist auf dem Campus das Davao City Public Hospital geplant. Forschung, Ausbildung, Krankheitsüberwachung und klinische Versorgung könnten dadurch räumlich und institutionell enger zusammenrücken.
UP verfügt in Mindanao bereits über Erfahrung mit gemeindenaher Gesundheitsausbildung: Seit 2011 gibt es in Koronadal eine Außenstelle der UP Manila School of Health Sciences. Die neue School of Medicine in Davao erweitert dieses Modell nun um einen eigenständigen ärztlichen Studiengang innerhalb von UP Mindanao.
Erfolg lässt sich erst Jahre später messen
Kurzfristig sind 40 neue Studienplätze angesichts der Größe Mindanaos nur ein kleiner Schritt. Der eigentliche Test kommt nach dem ersten Abschlussjahrgang: Wie viele Studierende schaffen das Programm, wie viele stammen tatsächlich aus unterversorgten Gebieten, wo leisten sie ihren dreijährigen Dienst und wie viele bleiben anschließend dort? Erst diese Zahlen werden zeigen, ob aus einer neuen Fakultät tatsächlich ein Instrument gegen den regionalen Ärztemangel wird. – RM
Quellen:
- University of the Philippines – UP Mindanao opens med school to address physician shortage
- SunStar Davao – UPMin to launch School of Medicine in September
- MindaNews – UP Mindanao launches medicine program, targets region’s shortage of doctors







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