SULU – Sicherheitskräfte, lokale Behörden und Gemeindegruppen haben in Luuk in der Provinz Sulu gemeinsam die Abwehr einer von See kommenden äußeren Bedrohung geübt. – klajoo.com – Die Übung ist mehr als eine gewöhnliche Bereitschaftsprobe: Sie zeigt, wie weit sich der Auftrag der auf Sulu stationierten 11. Infanteriedivision seit ihrer Aufstellung verändert hat. Die Einheit wurde 2018 vor allem geschaffen, um Abu Sayyaf und andere innere Sicherheitsbedrohungen zu bekämpfen. Heute trainiert sie zusätzlich Territorial- und Küstenverteidigung.
Bei der Inter-Agency Territorial Defense Operations Exercise, kurz IA-TDOX, in Luuk sollten Militär, Polizei, Küsten- und Rettungskräfte, lokale Behörden und Gemeindevertreter unter einer gemeinsamen Führungsstruktur zusammenarbeiten. Nach Angaben des Militärs ging es ausdrücklich darum, mögliche Bedrohungen zu erkennen, die sich von See nähern, darauf zu reagieren und ihr Vordringen in Küstengemeinden zu verhindern.
Gemeinsame Verteidigung statt einzelner Behörden
An der Übung am Allayon Port beteiligten sich unter anderem die 1102. Infanteriebrigade der 11. Infanteriedivision, das 21. Infanteriebataillon, Einheiten der Polizei, Kavallerie und Feldartillerie, ein Kampfmittelräumteam, die Tactical Operations Station in Jolo sowie Barangay Peacekeeping Action Teams. Bereits in den Tagen zuvor waren Abläufe, Kommunikationswege und Zuständigkeiten zwischen den beteiligten Stellen geprobt worden.
Der Ansatz ist bewusst breiter als eine klassische Militärübung. Die Streitkräfte beziehen lokale Behörden und Küstengemeinden ein, weil diese verdächtige Aktivitäten auf See häufig zuerst wahrnehmen. Ziel ist ein gemeinsames Lagebild und eine abgestimmte Reaktion, bevor eine mögliche Bedrohung das Land erreicht.
Eine Division mit ursprünglich ganz anderem Auftrag
Der historische Vergleich macht die Entwicklung besonders deutlich. Als die 11. Infanteriedivision im Dezember 2018 offiziell aktiviert wurde, bezeichnete das Militär die Bekämpfung der Abu-Sayyaf-Gruppe in Sulu als ihren zentralen Auftrag. Auch in den folgenden Jahren standen Terrorismusbekämpfung, lokale bewaffnete Konflikte und die Stabilisierung der Provinz im Vordergrund.
Schon 2022 wurden Marineeinheiten aus Sulu abgezogen und für Grenzschutz sowie äußere Verteidigung im Norden der Philippinen eingesetzt, nachdem sich die Sicherheitslage auf Sulu verbessert hatte. Gleichzeitig entstanden auf Sulu mit der Bantay-Dagat-Task-Force Strukturen für maritime Patrouillen, zunächst vor allem gegen illegale Fischerei und andere rechtswidrige Aktivitäten in den Küstengewässern.
Jetzt geht die Entwicklung einen Schritt weiter: Das Szenario in Luuk richtet sich ausdrücklich gegen eine mögliche äußere Bedrohung. Damit wird eine landesweite Veränderung der philippinischen Verteidigungsplanung auch in einer Region sichtbar, die lange fast ausschließlich mit innerer Sicherheit verbunden wurde.
Teil des landesweiten Strategiewechsels
Die Armed Forces of the Philippines verlagern ihren Schwerpunkt seit mehreren Jahren schrittweise von der Aufstandsbekämpfung zur Territorialverteidigung. Grundlage ist das Comprehensive Archipelagic Defense Concept (CADC). Es soll die Streitkräfte in die Lage versetzen, nicht nur das Staatsgebiet, sondern auch die maritime Umgebung bis zur ausschließlichen Wirtschaftszone und darüber hinaus besser zu überwachen und zu schützen.
Armeechef Antonio Nafarrete erklärte im März 2026, dass die zurückgehende kommunistische Aufstandsbedrohung größere Einheiten in eine bessere Position versetze, sich zusätzlich gegen äußere Bedrohungen aufzustellen. Die Gewinne bei der inneren Sicherheit sollen dabei ausdrücklich weiter gesichert werden.
Für Sulu bedeutet das keinen vollständigen Abschied von alten Sicherheitsproblemen. Die Provinz bleibt mit lokalen bewaffneten Konflikten, Schmuggel und politischer Gewalt konfrontiert. Die Küstenverteidigungsübung zeigt aber, dass die dort stationierten Kräfte inzwischen für ein wesentlich breiteres Spektrum an Szenarien vorbereitet werden.
Gerade darin liegt die größere Bedeutung der Übung: Eine Division, die ursprünglich zur Zerschlagung einer Terrororganisation aufgestellt wurde, wird zunehmend in eine landesweite Verteidigungsstruktur eingebunden, die auf Bedrohungen von außerhalb des Archipels reagieren soll. – RM
Quellen:
- Philippine News Agency – PH Army units in Zambo, Sulu conduct territorial defense drills
- SunStar Zamboanga – Luuk inter-agency defense operations showcase unified security response
- Philippine News Agency – Army formally activates 11th Infantry Division
- Philippine News Agency – Sulu-based marine troops deployed for border, external defense
- Philippine News Agency – Army in better position to thwart external threats
- Armed Forces of the Philippines – Comprehensive Archipelagic Defense Concept







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