MINDANAO – Für die Davao-Region sind 2026 rund 1,5 Milliarden Peso für 48 Farm-to-Market-Road-Projekte vorgesehen. – klajoo.com – Nach Angaben des regionalen Landwirtschaftsministeriums sollen damit knapp 100 Kilometer Straßen entstehen oder verbessert werden. Umgerechnet entspricht die Summe bei einem Kurs von rund 72 Peso je Euro etwa 20,8 Millionen Euro.
Die Verteilung ist breit: 17 Projekte entfallen auf Davao de Oro, jeweils neun auf Davao Oriental und Davao del Sur, sieben auf Davao del Norte, vier auf Davao City und zwei auf Davao Occidental. Auf den ersten Blick ist das eine klassische Infrastrukturmeldung. Interessanter wird sie, wenn man die angekündigte Summe mit dem tatsächlichen Stand der Projekte und früheren Problemen vergleicht.
Eine Zuweisung ist noch keine gebaute Straße
Bereits im Mai hatte die Regierung für Region XI 48 Farm-to-Market Roads mit insgesamt 1,495 Milliarden Peso genannt. Damals waren aber erst sechs Projekte im Wert von zusammen 310 Millionen Peso – rund 4,3 Millionen Euro – mit Detailplanung und Arbeitsprogramm so weit vorbereitet, dass sie auf die Freigabe der Mittel durch das Budgetministerium warteten. Für die übrigen Projekte fehlten zu diesem Zeitpunkt noch Unterlagen, bevor die Finanzierung verarbeitet werden konnte.
Die August-Meldung zeigt damit vor allem den Umfang des Programms und die regionale Verteilung. Sie belegt noch nicht, dass für alle 48 Vorhaben Bauverträge vergeben wurden oder die Arbeiten bereits laufen. Genau diese Unterscheidung ist bei großen Infrastrukturprogrammen wichtig: Budgetansatz, Mittelbereitstellung, Ausschreibung, Baubeginn und Fertigstellung sind verschiedene Stufen.
2025 wurden 23 von 26 Projekten fertig – zugleich gibt es problematische Altlasten
Für das Vorjahr meldet das Department of Agriculture in der Region 26 Farmstraßen-Projekte. 23 davon seien fertiggestellt, drei noch im Bau. Das spricht zunächst dafür, dass ein großer Teil der jüngeren Vorhaben tatsächlich umgesetzt wurde.
Dem steht jedoch ein problematischer Befund aus dem Oktober 2025 gegenüber. Landwirtschaftsminister Francisco Tiu Laurel Jr. kontrollierte damals drei ältere Farmstraßen in der Davao-Region, die bereits 2021 hätten fertig sein sollen. Nach Angaben seines Ministeriums waren sie Jahre später noch nicht abgeschlossen. Bei einem Projekt sei vor Ort praktisch keine Straße vorhanden gewesen, bei einem weiteren sei erst kurz vor der Kontrolle frischer Beton gegossen worden.
Die drei Projekte kosteten nach Angaben des Ministeriums jeweils etwa 12 bis 15 Millionen Peso und sollten mindestens einen Kilometer lang sein. Der Fall war Teil einer breiteren Prüfung von Farm-to-Market Roads. Das Ministerium identifiziert die Projekte, während das Department of Public Works and Highways bislang unter anderem Ausschreibung, Bau und Abnahme übernimmt. Gerade an dieser Schnittstelle entsteht deshalb ein Kontrollbedarf, der mit einer neuen Mittelzusage nicht verschwindet.
Rechnerisch rund 15 Millionen Peso je Kilometer – aber kein Preisvergleich
Teilt man die aktuelle Gesamtsumme lediglich durch die angekündigten knapp 100 Kilometer, ergeben sich im Durchschnitt etwa 15 Millionen Peso je Kilometer. Das ist nur eine Rechengröße und kein belastbarer Maßstab für einzelne Straßen. Gelände, Brücken, Entwässerung, Straßenbreite, Untergrund und notwendige Schutzbauten können die Kosten erheblich verändern. Ein Projekt lässt sich deshalb nicht allein anhand dieses Durchschnitts als teuer oder günstig bewerten.
Was jetzt öffentlich nachvollziehbar sein sollte
Der Nutzen von Farmstraßen ist plausibel: kürzere und verlässlichere Transporte können Verluste reduzieren, den Zugang zu Märkten verbessern und Kosten für Bauern senken. Ob die 1,5 Milliarden Peso diesen Nutzen tatsächlich erzeugen, entscheidet sich aber erst bei der Umsetzung.
Für eine belastbare Bilanz sollten deshalb zu jedem der 48 Projekte mindestens Standort, Länge, genehmigte Kosten, Finanzierungsstatus, Ausschreibung, Auftragnehmer, Baubeginn und geplanter Fertigstellungstermin öffentlich nachvollziehbar sein. Besonders interessant wird der Vergleich zwischen den im Mai noch unvollständig vorbereiteten Projekten und ihrem Stand zum Jahresende.
Die sinnvollere Schlagzeile lautet damit nicht, dass Davao 1,5 Milliarden Peso “bekommt”. Entscheidend ist, wie viel davon tatsächlich freigegeben, verbaut, kontrolliert und am Ende als nutzbare Straße übergeben wird. – RM
Quellen:
- Philippine News Agency – P1.5-B FMR projects set for Davao Region in 2026: DA exec
- Presidential Communications Office – Malacañang Press Briefing, 25 May 2026
- Department of Agriculture – DA chief inspects unfinished farm roads in Davao Region







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