CEBU – Die angespannte Stromversorgung in Cebu bleibt länger bestehen als zuletzt angekündigt. Die Rückkehr der beiden großen Blöcke von Therma Visayas Inc. (TVI) wird nach aktuellen Angaben nun erst um den 30. August beziehungsweise 11. September erwartet. – klajoo.com – Frühere Termine lagen näher.
Gleichzeitig richtet sich der Blick der Wirtschaft zunehmend auf ein zweites Problem: Selbst wenn zusätzliche Erzeugungsleistung verfügbar wird, muss das Übertragungsnetz genügend Kapazität besitzen, um Strom zuverlässig dorthin zu transportieren, wo er gebraucht wird.
Aktuell fehlt vor allem Erzeugungsleistung
Die wiederholten roten und gelben Netzalarme in den Visayas wurden in den vergangenen Monaten wesentlich durch ausgefallene oder gedrosselte Kraftwerke verschärft. TVI in Toledo ist mit mehreren hundert Megawatt installierter Leistung ein wichtiger Baustein des regionalen Systems. Solange beide Blöcke fehlen, sinkt die Reserve deutlich.
Die erneute Verschiebung der Rückkehrtermine zeigt, warum angekündigte Termine bei Kraftwerksreparaturen nicht bereits als gelöste Versorgungslage behandelt werden dürfen. Entscheidend ist die tatsächliche Wiederinbetriebnahme und verfügbare Leistung.
Danach bleibt die Netzfrage
Die Mandaue Chamber of Commerce and Industry warnt inzwischen, dass der nächste Engpass die Übertragungskapazität sein könnte. Neue Kraftwerke oder zusätzliche Stromimporte helfen nur dann vollständig, wenn Leitungen und Umspannwerke die Leistung aufnehmen und verteilen können.
Das ist besonders für Cebu relevant, weil die Insel wirtschaftlich stark wächst und zugleich über Leitungen mit Leyte, Negros und weiteren Teilen des Visayas-Netzes verbunden ist. Engpässe an einzelnen Korridoren können verhindern, dass theoretisch vorhandene Energie in voller Höhe zu den Verbrauchszentren gelangt.
NGCP hat mehrere Ausbauprojekte – aber nicht alle sind kurzfristig verfügbar
Die National Grid Corporation of the Philippines (NGCP) führt für die Visayas mehrere laufende Ausbauprojekte auf, darunter Verbindungen zwischen Cebu und Bohol, Verstärkungen im Cebu-Negros-Panay-System sowie zusätzliche Umspann- und Leitungsprojekte.
Diese Projekte können langfristig die Übertragung verbessern. Für die gegenwärtigen Ausfälle lösen sie das Problem jedoch erst, wenn sie tatsächlich fertiggestellt und in Betrieb genommen sind. Genau hier entsteht dieselbe Falle wie bei Kraftwerksankündigungen: Geplante Kapazität ist noch keine verfügbare Kapazität.
Zwei Probleme müssen getrennt werden
Für die öffentliche Debatte ist die Trennung wichtig. Die derzeitigen Brownouts dürfen nicht pauschal dem Netz zugeschrieben werden, wenn die unmittelbare Ursache fehlende Erzeugungsleistung ist. Umgekehrt wäre es zu kurz gegriffen, nach der Rückkehr der ausgefallenen Kraftwerke jede strukturelle Schwäche als erledigt anzusehen.
Cebu braucht sowohl ausreichend gesicherte Erzeugungsleistung als auch ein Netz, das zusätzliche Produktion und Importe transportieren kann. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob die Rückkehr von TVI die akute Lage stabilisiert. Die Netzfrage bleibt danach ein längerfristiger Infrastrukturtest. – RM
Quellen:
- The Freeman / Philstar: Cebu’s power problem shifts from generation to grid capacity
- National Grid Corporation of the Philippines: Ongoing transmission projects
- NGCP: Ancillary Services Procurement Agreement information for Therma Visayas Inc.







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