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Bulacan-2-Solarprojekt: Netzanbindung wird 58 Prozent teurer – Zeitplan mehrfach verschoben

LUZON – Die Energy Regulatory Commission (ERC) hat die Netzanbindung für das Bulacan 2 Solar Power Project in San Ildefonso genehmigt. Auf den ersten Blick ist das eine technische Genehmigung für ein einzelnes Solarkraftwerk. – klajoo.com – Ein Blick in ältere Unterlagen des Energieministeriums zeigt jedoch eine deutlich interessantere Entwicklung: Der Termin für die kommerzielle Inbetriebnahme wurde mehrfach verschoben, während die veranschlagten Kosten der Anschlussanlagen inzwischen um rund 58 Prozent gestiegen sind.

Betreiber des Projekts ist die San Ildefonso Alternative Energy Corporation (SIAEC). Der Solarpark soll eine installierte Spitzenleistung von 22,004 Megawatt peak beziehungsweise 17,185 Megawatt Wechselstromleistung erreichen und in den Barangays Pasong Bangkal und Casalat in San Ildefonso, Bulacan, an das Verteilnetz der Manila Electric Company (Meralco) angeschlossen werden.

Anschlussanlagen kosten rund 201 Millionen Peso mehr

Nach der aktuellen ERC-Entscheidung werden die für die Verbindung mit dem Meralco-Netz benötigten Anlagen mit rund 548 Millionen Peso veranschlagt. In früheren Unterlagen waren dafür noch etwa 347 Millionen Peso vorgesehen. Das sind rund 201 Millionen Peso mehr beziehungsweise ein Anstieg um knapp 58 Prozent.

Die Summe betrifft nicht die gesamten Baukosten des Solarparks, sondern die speziellen Anschlussanlagen. Dazu gehören unter anderem eine Übergabestation, Schaltanlagen und Leitungsabschnitte, über die der erzeugte Strom in das Verteilnetz eingespeist werden soll.

Warum sich die Kosten gegenüber der früheren Schätzung so stark erhöht haben, geht aus den bislang öffentlich zugänglichen Angaben nicht eindeutig hervor. Ohne eine entsprechende Aufschlüsselung wäre es daher spekulativ, den Anstieg etwa allein mit Inflation, Materialkosten oder zusätzlichen technischen Anforderungen zu erklären.

ERC sieht keine technischen Überlastungsprobleme

Die von der Regulierungsbehörde geprüfte Netzstudie kommt nach den veröffentlichten Angaben zu dem Ergebnis, dass die zusätzliche Leistung aufgenommen werden kann. Es seien keine thermischen Überlastungen zu erwarten, auch die untersuchten Kurzschlusspegel blieben innerhalb der technischen Grenzwerte.

Meralco soll die Anschlussanlagen später betreiben und warten. Werden die ursprünglich ausschließlich für den Solarpark errichteten Anlagen künftig auch für andere Kunden verwendet, sieht die ERC-Entscheidung eine Übertragung zu einem fairen Marktwert vor.

Bereits 2023 sollte das Projekt kommerziell starten

Bemerkenswert ist vor allem der Zeitplan. In einer offiziellen Liste des Department of Energy (DOE) aus dem Jahr 2023 wurde das Bulacan-2-Projekt noch unter CleanTech Global Renewables, Inc. geführt. Das DOE hatte am 24. April 2023 einen überarbeiteten Arbeitsplan genehmigt, der die kommerzielle Inbetriebnahme auf den 31. Dezember 2023 verschob.

Der Solarpark war damit schon damals kein Projekt, dessen Fertigstellung erst für 2026 vorgesehen war. Die amtlichen Projektlisten zeigen vielmehr, dass der Termin wiederholt nach hinten wanderte. Spätere DOE-Unterlagen führten das Projekt weiterhin als in Entwicklung beziehungsweise Bau befindlich.

Dass heute die Projektgesellschaft SIAEC auftritt, bedeutet nicht, dass es sich um einen neuen Solarpark handelt. CleanTech führt Bulacan 2 selbst als Projekt der San Ildefonso Alternative Energy Corporation.

Marktregistrierung ist nicht gleich kommerzielle Inbetriebnahme

Ein weiterer Zwischenschritt erfolgte Ende 2025. Die Independent Electricity Market Operator of the Philippines (IEMOP) führt SIAEC mit dem Bulacan-2-Solarpark seit dem 24. Dezember 2025 als Teilnehmer am Wholesale Electricity Spot Market (WESM). Diese Registrierung allein bedeutet jedoch nicht, dass ein Kraftwerk bereits im regulären kommerziellen Betrieb Strom liefert.

Noch Anfang 2026 beschäftigte sich die ERC mit dem Antrag auf Genehmigung der Punkt-zu-Punkt-Anschlussanlagen. Der Fall wurde unter ERC Case No. 2025-036 MC geführt. Die jetzt erteilte Genehmigung ist damit ein weiterer notwendiger Schritt auf einem Projektweg, dessen ursprünglich angekündigte Inbetriebnahme bereits Jahre zurückliegt.

Ein Beispiel dafür, dass installierte Leistung allein nicht genügt

Der Fall zeigt eine häufig übersehene Seite des Ausbaus erneuerbarer Energien: Ein nahezu fertiggestellter Solarpark erzeugt für das öffentliche Netz erst dann nutzbaren Strom, wenn Anschluss, Genehmigungen, technische Prüfungen und Betriebsfreigaben ebenfalls abgeschlossen sind. Aus einer angekündigten Megawattzahl lässt sich deshalb nicht automatisch ableiten, wann diese Kapazität tatsächlich zur Versorgung beiträgt.

CleanTech gibt für Bulacan 2 eine erwartete Jahresproduktion von rund 30 Gigawattstunden an. Nach Unternehmensberechnungen entspräche dies rechnerisch dem Stromverbrauch von etwa 15.000 Haushalten und könnte rund 18.000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr vermeiden. Diese Werte sind Unternehmensangaben und keine nachträglich gemessenen Betriebsergebnisse.

Für die weitere Bewertung ist deshalb weniger die heutige ERC-Genehmigung allein interessant als die Frage, wann der Solarpark tatsächlich dauerhaft einspeist – und weshalb sich sowohl Zeitplan als auch Anschlusskosten gegenüber früheren Planungen so deutlich verändert haben. – RM

Quellen:

  • Power Philippines: ERC clears grid connection facilities for 22-MWp Bulacan solar project to Meralco
  • Energy Regulatory Commission: ERC Case No. 2025-036 MC – Bulacan 2 Solar Power Plant dedicated point-to-point facility
  • Department of Energy: Luzon Committed Power Projects – May 2023
  • Department of Energy: Luzon Committed Power Projects – June 2023
  • Independent Electricity Market Operator of the Philippines: WESM Participants
  • CleanTech Global Renewables: Bulacan 2 Solar Power Project

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