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Mehr chinesische Küstenwach- und Forschungsschiffe – Präsenz im West Philippine Sea verändert sich

MANILA – Die chinesische Präsenz im West Philippine Sea ist im ersten Halbjahr 2026 nicht einfach zurückgegangen, sondern hat sich nach Angaben der philippinischen Streitkräfte in ihrer Zusammensetzung verändert. – klajoo.com – Während weniger Schiffe der chinesischen Marine und der maritimen Miliz erfasst wurden, nahm die Zahl unterschiedlicher Schiffe der China Coast Guard sowie von Forschungs- und Vermessungsschiffen zu.

Die Philippine Navy registrierte im ersten Halbjahr 77 unterschiedliche Schiffe der China Coast Guard. Im gleichen Zeitraum 2025 waren es 68. Bei der chinesischen Marine sank die Zahl dagegen von 100 auf 78 unterschiedliche Schiffe.

Weniger Milizschiffe, mehr Forschungs- und Vermessungsschiffe

Auch bei den der maritimen Miliz zugerechneten Schiffen meldete die philippinische Seite einen Rückgang: von 999 unterschiedlichen erfassten Schiffen im ersten Halbjahr 2025 auf 850 im ersten Halbjahr 2026.

Gleichzeitig stieg die Zahl chinesischer Forschungs- und Vermessungsschiffe von 33 auf 44. Bei 16 dieser Schiffe beobachtete die philippinische Seite nach eigenen Angaben unregelmäßige Fahrmuster, die auf Forschungs- oder Vermessungsarbeiten hindeuten könnten.

Wichtig ist die Größenordnung richtig zu verstehen: Die Zahlen bezeichnen unterschiedliche Schiffe, die im Verlauf von sechs Monaten beobachtet wurden. Sie bedeuten nicht, dass sich beispielsweise 850 Milizschiffe gleichzeitig im West Philippine Sea befanden.

Mehr Küstenwache kann politische Strategie widerspiegeln

AFP-Sprecher Roy Vincent Trinidad wertete den Anstieg bei der China Coast Guard als mögliches Zeichen dafür, dass China stärker auf Küstenwache und andere Behörden setzt. Solche Schiffe ermöglichen es Peking, seine Präsenz und Ansprüche durchzusetzen, ohne bei jeder Auseinandersetzung unmittelbar Kriegsschiffe einzusetzen.

Warum gleichzeitig weniger Marine- und Milizschiffe erfasst wurden, könne die philippinische Seite derzeit nicht abschließend erklären.

Weniger gemeldete Zwischenfälle bedeutet nicht weniger Präsenz

Die neuen Daten ergänzen die jüngste Halbjahresbilanz diplomatischer Proteste. Zwar wurde für 2026 über weniger einzelne Zwischenfälle berichtet als im Vorjahr, gleichzeitig bleibt die chinesische Präsenz hoch und verschiebt sich teilweise in andere Schiffskategorien.

Damit ist die Zahl spektakulärer Konfrontationen allein kein ausreichendes Maß für die Lage im West Philippine Sea. Forschungsaktivitäten, dauerhafte Patrouillen und die Präsenz der Küstenwache können strategisch relevant sein, auch wenn es dabei nicht jedes Mal zu Kollisionen, Wasserwerfereinsätzen oder Blockaden kommt.

Aktuell weiterhin chinesische Schiffe an mehreren Schlüsselpositionen

Für die Woche vom 11. bis 17. August meldete die Philippine Navy 23 chinesische Schiffe an besonders sensiblen Punkten. Elf Schiffe der China Coast Guard wurden am Ayungin Shoal beobachtet. Am Scarborough Shoal beziehungsweise Bajo de Masinloc wurden sieben Küstenwachschiffe und drei Schiffe der chinesischen Marine erfasst. Zwei weitere Küstenwachschiffe befanden sich in der Nähe von Pag-asa Island.

Die Zahlen zeigen damit kein Verschwinden der chinesischen Präsenz, sondern eine weiterhin intensive und teilweise anders zusammengesetzte Aktivität. Für die weitere Entwicklung wird besonders relevant sein, ob die Zahl der Forschungs- und Vermessungsschiffe weiter steigt und in welchen Gebieten sie operieren. – RM

Quellen:

  • Philippine News Agency: „AFP sees shift in Chinese presence in WPS“
  • INQUIRER.net: „China shifting West PH Sea presence toward coast guard, research ships“
  • GMA News Online: „AFP reports increase in Chinese research vessels in WPS“

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