Startseite » Landbank stellt PSALM 155 Milliarden Peso bereit – vor allem zur Refinanzierung alter Stromsektor-Schulden
Manila

Landbank stellt PSALM 155 Milliarden Peso bereit – vor allem zur Refinanzierung alter Stromsektor-Schulden

MANILA – Die staatliche Land Bank of the Philippines stellt der Power Sector Assets and Liabilities Management Corporation (PSALM) eine zehnjährige Kreditlinie über 155 Milliarden Peso zur Verfügung. Trotz der Größenordnung handelt es sich dabei nicht um ein neues 155-Milliarden-Peso-Investitionsprogramm für Kraftwerke, Netze oder erneuerbare Energien.

Nach Angaben der Landbank dient die Finanzierung vor allem dem Betriebskapital von PSALM, der Refinanzierung bestehender Schulden, Verpflichtungen aus Verträgen mit unabhängigen Stromproduzenten und teilweise weiteren inländischen Vertragsverpflichtungen aus noch nicht verkauften Vermögenswerten.

PSALM verwaltet die finanziellen Altlasten des früheren staatlichen Stromsystems

PSALM wurde mit dem Electric Power Industry Reform Act von 2001 geschaffen. Die Gesellschaft übernahm wesentliche Vermögenswerte und finanzielle Verpflichtungen der staatlichen National Power Corporation (NPC). Ihre Aufgabe besteht unter anderem darin, Kraftwerke, Grundstücke und Verträge zu privatisieren und mit den Erlösen die übernommenen Schulden und sogenannten stranded contract costs abzubauen.

Damit ist PSALM weniger ein Unternehmen, das neue Kraftwerke baut, als eine Abwicklungsgesellschaft für einen großen Teil der finanziellen Hinterlassenschaften der früher staatlich dominierten Stromwirtschaft.

Ursprünglich sollte PSALM nach 25 Jahren, also im Juni 2026, auslaufen. Weil bis dahin weiterhin erhebliche Verpflichtungen bestanden, wurde die Laufzeit mit Republic Act No. 12179 um weitere zehn Jahre verlängert.
Noch 260,6 Milliarden Peso Verpflichtungen Ende 2025

Ende 2025 beliefen sich die noch offenen finanziellen Verpflichtungen von PSALM auf 260,6 Milliarden Peso. Ein Jahr zuvor waren es 274 Milliarden Peso gewesen. Damit sank der Betrag innerhalb eines Jahres um 13,4 Milliarden Peso beziehungsweise knapp fünf Prozent.

Gegenüber dem Höchststand von rund 1,24 Billionen Peso im Jahr 2003 hat PSALM seine Verpflichtungen damit erheblich reduziert. Nach Unternehmensangaben wurden bis Ende 2025 rund 959,6 Milliarden Peso an Privatisierungserlösen erzielt, davon waren 888,7 Milliarden Peso bereits eingegangen.

Die neue Kreditlinie der Landbank über 155 Milliarden Peso entspricht rechnerisch knapp 60 Prozent der Ende 2025 noch ausgewiesenen Verpflichtungen. Daraus darf allerdings nicht geschlossen werden, dass PSALM nun 155 Milliarden Peso zusätzliche Schulden aufnimmt. Ein erheblicher Teil des neuen Kredits soll gerade bestehende Verbindlichkeiten ersetzen oder refinanzieren.

Bereits 2024 und 2025 große Kreditpakete

Die neue Vereinbarung ist nicht die erste große Finanzierung dieser Art. Landbank verweist auf Kredite mehrerer Banken über 110 Milliarden Peso im Jahr 2024 und 100 Milliarden Peso im Jahr 2025. Beim 100-Milliarden-Peso-Paket von 2025 stellte Landbank selbst 60 Milliarden Peso bereit.

Die wiederholten großvolumigen Refinanzierungen zeigen, dass der Schuldenabbau von PSALM nicht allein darin besteht, Verbindlichkeiten Jahr für Jahr vollständig zurückzuzahlen. Fällige oder ungünstiger strukturierte Verpflichtungen können durch neue Kredite ersetzt werden, während parallel Erlöse aus Privatisierungen, Stromverkäufen und anderen Einnahmen zur tatsächlichen Reduzierung des Gesamtbestands eingesetzt werden.

Für die Bewertung ist deshalb nicht die Summe eines einzelnen neuen Kreditvertrags entscheidend, sondern die Entwicklung der gesamten Nettoverpflichtungen sowie der Zins- und Finanzierungskosten.

2025 allein 20 Milliarden Peso für Zinsen und andere Finanzierungskosten

Wie relevant diese Kosten sind, zeigen die Zahlen für 2025. PSALM zahlte nach eigenen Angaben rund 20 Milliarden Peso an Zinsen und anderen Finanzierungskosten. Gleichzeitig wurden 15,88 Milliarden Peso aus Stromverkäufen eingezogen und neun Milliarden Peso als Dividende an die Nationalregierung abgeführt.

Ein günstigerer oder länger laufender Kredit kann deshalb auch dann wirtschaftlich sinnvoll sein, wenn die nominelle Kreditsumme sehr hoch erscheint: Werden teurere oder kurzfristigere Verpflichtungen ersetzt, können Liquiditätsrisiken und Finanzierungskosten sinken. Zu Zinssatz und konkreter Aufteilung der neuen 155-Milliarden-Peso-Fazilität hat Landbank in ihrer öffentlichen Mitteilung allerdings keine detaillierten Angaben gemacht. Damit lässt sich derzeit nicht berechnen, wie groß ein möglicher Zinsvorteil tatsächlich ist.

Auch Universal Charge soll digital eingezogen werden

Teil der neuen Zusammenarbeit ist außerdem die Einbindung von PSALM in das digitale Zahlungssystem Link.BizPortal der Landbank. Stromgenossenschaften, Energieunternehmen und andere berechtigte Zahler sollen darüber Universal Charges überweisen können.

Der Universal Charge wurde mit der Strommarktreform eingeführt und wird grundsätzlich von Stromkunden über die Verteilunternehmen erhoben. Er dient mehreren gesetzlich festgelegten Zwecken, darunter der Finanzierung bestimmter Altlasten des Stromsektors, der Elektrifizierung abgelegener Gebiete und weiterer Aufgaben. Die entsprechenden Einnahmen werden an PSALM weitergeleitet und in dafür vorgesehenen Fonds verwaltet.

Die digitale Zahlungsplattform ändert damit nicht die Höhe dieser Abgabe, soll aber nach Darstellung der Landbank die Abwicklung, Nachverfolgung und Transparenz der Zahlungen verbessern.

155 Milliarden Peso finanzieren vor allem die Vergangenheit

Die Formulierung, Landbank stelle 155 Milliarden Peso „für den Energiesektor“ bereit, kann deshalb einen falschen Eindruck vermitteln. Der Kredit schafft nicht unmittelbar 155 Milliarden Peso an zusätzlichen Investitionen in neue Stromerzeugung oder Netze.

Er finanziert zu einem erheblichen Teil Verpflichtungen, die aus der Umstrukturierung des philippinischen Stromsektors und aus älteren Verträgen stammen. Dass PSALM mehr als zwei Jahrzehnte nach Verabschiedung des EPIRA weiterhin Verbindlichkeiten von mehreren hundert Milliarden Peso verwaltet, zeigt, wie langfristig die finanziellen Folgen dieser Umstrukturierung sind.

Gleichzeitig ist der verbleibende Schuldenberg gegenüber 2003 deutlich geschrumpft. Ob PSALM seine verlängerte Laufzeit bis 2036 nutzen kann, um die restlichen Verpflichtungen vollständig abzubauen, wird davon abhängen, wie schnell weitere Vermögenswerte verwertet werden, welche Einnahmen erzielt werden und zu welchen Konditionen bestehende Schulden refinanziert werden können. – RM

Quellen:

  • Land Bank of the Philippines: „LANDBANK boosts energy services through ?155-B financing, digital payments for PSALM“
  • Land Bank of the Philippines: „?155-billion Bilateral Term Loan Facility“
  • Land Bank of the Philippines: „LANDBANK backs bulk of ?100-B PSALM power loan“
  • BusinessWorld: „PSALM says 2025 debt dropped P13.4 billion to P260.6 billion“
  • Republic Act No. 12179
  • Republic Act No. 9136 – Electric Power Industry Reform Act of 2001

Add Comment

Click here to post a comment